Aktuelle Diät-Trends und was dahinter steckt

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Der Frühling lockt mit frischen und abwechslungsreichen Zutaten, ob Diät oder nicht.Foto: OMAR TORRES/AFP/Getty Images
Von 23. März 2015

Wenn der Frühling kommt, liegen Diäten im Trend. Um etwas für die Figur zu tun und sich gesünder zu ernähren, beginnen viele jetzt mit einer Diät.

Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. Low Cab, Detox, Brigitte Diät, Weight Watchers, Atkins-Diät und täglich kommen neue, bahnbrechende Diät-Trends auf den Markt. Alle versprechen sie, anders zu sein, Kilos besser purzeln zu lassen und nebenbei noch das Wohlbefinden zu steigern.

Immer beliebter sind Diäten, die die eigene Ernährung dauerhaft umstellen – also eher ein Ernährungskonzept darstellen. Sie sollen den Jojo-Effekt verhindern und langfristig für ein besseres Lebensgefühl sorgen. Ganz neu mit dabei und dieses Frühjahr besonders im Trend: Souping, basische Ernährung und Paleo. Was steckt hinter den griffigen Namen und was bringen diese Diäten wirklich?

Souping

Jeder kennt die gesunden Smoothies, die unsere Supermarkt-Kühlregale in allen möglichen Farben zieren. Die cremigen Fruchtpürees bekommen dieses Frühjahr harte Konkurrenz.

Unter Detox-Verfechtern gibt es einen neuen Trend, der den schicken Namen „Souping“ trägt. Der Name ist Programm: statt Smoothies kommen Suppen auf den Tisch. Die Idee dahinter: Entgiftungskuren, die nur auf rohem Gemüse und Obst basieren, können für den Körper belastend sein und enthalten meist zu viel Zucker. Dem Körper ist es zudem oft nicht möglich, die Vitamine richtig aufzunehmen, weil Detox-Säften die dafür essentiellen Proteine und guten Fette fehlen.

Das soll in den Detox-Suppen anders sein. Ein weiterer Vorteil: erst das Kochen bestimmter Gemüsesorten setzt manche pflanzlichen Nährstoffe frei.

So geht’s:

Wer detoxt, streicht für einige Tage übersäuernde Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Weißmehl, Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin und Kaffee von seinem Speiseplan. Vor dem Start sollte der Darm entleert werden (meist durch „Glober-Salz“), dann sind zwei Obst- und Gemüsetage zur Entlastung angesetzt.

Die Ernährung in den Folgetagen ist ballaststoffreich und besteht ausschließlich aus Obst und Gemüse, aus Rohkostsäften oder eben den neuen Suppen. Beim Souping gibt es warme und kalte Bio-Gemüse-Suppen, Tonics und Wasser-Sorten, die den Körper ausgewogen ernähren, regenerieren und heilen sollen. Der Trend soll eine gute Ergänzung zur klassischen Saftkur sein. Erfunden haben „Souping“ Angela Blatteis und Vivienne Vella aus Los Angeles. Ihre Ideologie und Suppen gibt es auf ihrer Homepage.

Das sagen Experten:

Prinzipiell muss ein gesunder Körper nicht entgiftet werden. „Unsere Nieren, unsere Leber und der Verdauungstrakt entfernen oder neutralisieren Gifte innerhalb weniger Stunden von selbst", weiß Physiologe Simon Brookes.

Gegen ein zeitlich begrenztes Innehalten mit der normalen Ernährung ist aber generell nichts einzuwenden. "Die Idee ist sogar steinalt. Was früher schlicht als Heilfasten bezeichnet wurde, hat nun einen neuen Stempel bekommen und wird teuer vermarktet", sagt Stephan Bischoff, Ernährungsmediziner an der Universität Hohenheim.

Eine Detox-Kur sollte allerdings einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen nicht überschreiten um dem Körper keine Mangelerscheinungen zu bescheren.

[–Basische Ernährung–]

Basische Ernährung

Ob Victoria Beckham, Kate Moss oder Gwyneth Paltrow. Alle schwören sie derzeit auf eine basische (alkalische) Ernährung. Das Tolle daran: Die Diät ist relativ undogmatisch. Experten empfehlen, zu 80 Prozent basisch und zu 20 Prozent normal zu essen. Damit sind selbst stark Säure bildende Lebensmittel wie Kuhmilchprodukte, Fleisch, Zucker, Kaffee und Alkohol in Maßen erlaubt.

So geht’s:

Um effektiv zu entsäuern, ist die wichtigste Maßnahme, den pH-Wert des Körpers auf seinen idealen Wert einzupendeln. Die basische Ernährung versorgt den Körper mit leicht aufzunehmenden basischen Mineralstoffen und allen Nähr- und Vitalstoffen, die der Körper benötigt.

Das bedeutet: saure Stoffwechselrückständen, die bei der üblichen Ernährungsweise im Körper entstehen sind größtenteils tabu. Auf diese Weise wird der Säure-Basen-Haushalt harmonisiert. Obst und Gemüse, Bohnen, Sprossen, glutenfreie Getreidesorten wie Reis und Quinoa, Soja-, Kokosnuss-, Ziegen- sowie Schafmilchprodukte und rohe Schokolade sind erlaubt. Eine Liste, was bei basischer Ernährung gegessen werden darf, gibt es hier.

Das sagen Experten:

Fakt ist: Vor allem nach dem Verzehr eiweißreicher tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Eier, Käse und Fisch entstehen im Stoffwechsel Säuren. Fakt ist aber auch: Der Körper scheidet diesen Säureüberschuss auf verschiedenen Wegen – vor allem über die Nieren, teilweise auch über die Lunge und den Schweiß – wieder aus, wodurch Säuren und Basen wieder ins Gleichgewicht kommen.

„Die natürlichen Puffersysteme des Körpers, eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse und Obst, mäßig tierischen Lebensmitteln, viel Trinken sowie Bewegung schützen ausreichend vor Übersäuerung“, sagt die Verbraucherzentrale Hessen. Trotzdem schadet eine basische Ernährung nicht und die eingeschränkte Ernährung lässt Pfunde purzeln.

Und es gibt ein paar schöne Nebeneffekte: „Ein gesunder Säure/Basen-Haushalt wirkt sich positiv auf die Verdauung aus,“ erklärt Dr. Stephan Domenig, Autor von „Die Basenkur“. „So werden Nährstoffe optimal verwertet und das ist eine Grundvoraussetzung für elastische Haut und pralles Gewebe.“ Viele Befürworter berichten neben Gewichtsverlust von strafferer Haut und mehr Energie.

[–Paleo–]

Paleo

Paleo funktioniert nach dem Motto: Essen wie die Jäger und Sammler in der Steinzeit. Das klingt zuerst befremdlich. Tatsächlich handelt es sich bei dem Trend in erster Linie um ein Ernährungskonzept, das darauf abzielt, auf industriell verarbeitete Lebensmittel zu verzichten und dabei einen verstärkten Fokus auf hohe Lebensmittelqualität und Nachhaltigkeit zu setzen.

Paleo ist demnach keine Diät im klassischen Sinn. Es geht vielmehr um einen zeitlosen und nachhaltigen Lifestyle, der unsere Ernährung auf Dauer umstellt und nebenbei für ein besseres Lebensgefühl und Gewichtsregulation sorgt.

So geht’s:

Bei Paleo kommen nährstoffreiche, unverarbeitete Nahrungsmittel auf den Teller, wie Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier und Meeresfrüchte, Nüsse (keine Erdnüsse), Samen und Öle. Tabu sind Getreideprodukte (auch Quinoa, Amaranth und Buchweizen!), Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Zucker und Süßigkeiten sowie raffinierte Pflanzenöle, und industriell verarbeitetes Fleisch.

Gekocht wird mit hochwertigen, frischen Zutaten, die den Körper optimal mit allem versorgen, was er braucht aber „Zivilisations-Nahrungsmittel“ wie Süßigkeiten weglassen. Rezepte und Tipps gibt es unter http://www.paleo360.de/.

Das sagen Experten:

Generell findet sich im Netz wenig Negatives über Paleo – das Ernährungskonzept scheint breiten Anklang zu finden. Sabrina Kloske, Ökotrophologin aus Gießen gibt jedoch zu Bedenken, dass durch den Verzicht auf Getreideprodukte eine wichtige Ballaststoff- und Mineralstoffquelle verloren geht.

„Zwar kann durch Gemüse auch ein hoher Anteil von Ballaststoffen gedeckt werden, aber es konnte belegt werden, dass die Ballaststoffe aus Getreideprodukten einige Vorteile liefern gegenüber denen aus Gemüse. Milchprodukte gelten neben einigen anderen Inhaltsstoffen als wichtige Calciumlieferanten. Calcium wird unter anderem für den Aufbau und Erhalt der Knochen benötigt und beugt Osteoporose vor. Gerade Kinder und Jugendliche im Wachstum, aber auch Ältere Menschen müssen auf eine ausreichende Versorgung achten.“

Nico Richter stellte seine Ernährung vor einiger Zeit auf das Steinzeit-Food um und war so begeistert, dass er bereits sein zweites Buch „Paleo – Power every Day“ über die neue Ernährungsform veröffentlichte. „Bei mir selbst spürte ich nach zwei drei Wochen, dass ich mehr Energie hatte, ich konnte besser schlafen, hatte kein Mittagstief mehr, reinere Haut. Meine Blutwerte haben sich deutlich verbessert. Viele Leute nehmen ab, weil die einfachen Zucker und Kohlenhydrate in Nudeln und Co. wegfallen. Andere berichten, dass sie Allergien und Asthma deutlich lindern konnten.“

Am Ende muss wohl jeder selbst abwägen und sich überlegen, ob eine Diät angesagt ist und wenn ja, welche die Richtige ist. Wer sich ausreichend bewegt und auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse achtet, wird auch ganz ohne große Tricks und Diät-Trends zu mehr Lebensqualität und dem persönlichen Wohlfühl-Gewicht finden.



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