Gesetzliche Krankenkassen geben deutlich mehr für Präventionsmaßnahmen aus

Epoch Times4. März 2017 Aktualisiert: 4. März 2017 17:18
Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2016 rund 485 Millionen Euro für Präventionsleistungen ausgegeben. Die Aufwendungen in diesem Bereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 172 Millionen Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr rund 485 Millionen Euro für Präventionsleistungen ausgegeben. Die Aufwendungen in diesem Bereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 172 Millionen Euro, wie die „Passauer Neue Presse“ am Samstag berichtete.

Für individuelle Präventionsleistungen wie Kurse zur Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung oder Schutzimpfungen wurden im Jahr 2016 demnach 217 Millionen Euro ausgegeben.

Für betriebliche Gesundheitsförderung stellten die Kassen dem Bericht zufolge 143 Millionen Euro zur Verfügung, im Vergleich zu 75 Millionen Euro im Jahr 2015. Für Prävention in Kitas, Schulen und Pflegeheimen waren es demnach rund 125 Millionen Euro.

Neues Präventionsgesetz: 7 Euro pro Versicherten für individuelle Vorsorge

Hintergrund des Anstiegs der Ausgaben ist das neue Präventionsgesetz. Die darin vorgesehenen Richtwerte von sieben Euro je Versicherten für individuelle Gesundheitsförderung sowie zwei Euro für Prävention in Betrieben, Kitas, Schulen oder Heimen seien damit bereits im ersten Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes „weitestgehend“ erreicht worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kreise des Bundesgesundheitsministeriums.

Zudem seien die Kassenausgaben zur Förderung von Selbsthilfegruppen von 45 auf rund 71 Millionen Euro gestiegen. Auch hier sei der Richtwert von 1,05 Euro je Versicherten eingehalten worden.

Dem Bericht zufolge machten die Kassen im vergangenen Jahr ein Plus von 1,4 Milliarden Euro; damit stiegen ihre Reserven zum Jahresende 2016 auf 15,91 Milliarden Euro.

Offiziell sollen die Zahlen am Montag präsentiert werden. „Die Kassen haben weiterhin gute Spielräume, um ihre Versicherten durch gute Leistungen und geringe Zusatzbeiträge an ihren hohen Finanzreserven teilhaben zu lassen“, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. (afp)

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