Glyphosat-Test: Dieses Bier ist 300-mal mehr belastet als Trinkwasser!

Epoch Times25. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 22:48
Das Umweltinstitut München hat den Unkrautvernichter Glyphosat in 14 verschiedenen deutschen Biersorten nachgewiesen – und das im 500. Jubiläumsjahr des deutschen Reinheitsgebots.

Im 500. Jubiläumsjahr des deutschen Reinheitsgebots testete das Umweltinstitut München die 14 beliebtesten deutschen Biere auf Glyphosat-Rückstände. „Beliebt“ hieß für die Münchner in diesem Kontext absatzstark. Das Ergebnis macht nachdenklich: Jedes der getesteten Biere enthielt Rückstände des Pestizids. Das berichtete heute der Bayerische Rundfunk.

"Alle getesteten Biere enthielten das Pestizid Glyphosat. Damit droht das deutsche Reinheitsgebot ausgerechnet in seinem 500. Jubiläumsjahr zur Farce zu werden", sagte Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut München. Das Herbizid steht unter Verdacht, Krebs zu erregen.

Alle 14 Biersorten positiv getestet

Die gemessenen Werte lagen zwischen 0,46 Mikrogramm pro Liter (μg/l) und 29,74 μg/l. Im schlimmsten Fall war damit fast die 300-fache Menge des gesetzlichen Grenzwertes für Trinkwasser (0,1 μg/l) enthalten. Für Bier wurde kein eigener Grenzwert festgelegt.

Top 5 der belastetsten Biere

Im Einzelnen lagen die Testwerte für fünf der 14 Test-Biere über 5 μg/l. Neun lagen darunter. Die schlimmsten Glyphosat-Bomben sind damit:

Platz Biersorte Menge
1. Hasseröder Pils 29,74 μg/l
2. Jever Pils 23,04 μg/l
3. Warsteiner Pils 20,73 μg/l
4. Radeberger Pilsner 12,01 μg/l
5. Veltins Pilsener 5,78 μg/l

Sensible Testmethode

Zum Test selbst sagt das Umweltinstitut: „Für unseren Test wurde die sogenannte ELISA-Methode verwendet. Diese Methode ist die sensibelste, die es derzeit gibt. Mit einer Bestimmungsgrenze von 0,075 µg/l kann sie selbst sehr kleine Spuren von Glyphosat aufspüren.“

Was bewirkt das Glyphosat des Agrar-Riesen Monsanto?

Glyphosat werde von der Weltgesundheitsorganisation als erbgutschädigend und "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft, schreibt das Umweltinsitut auf seinen Webseiten. Der Stoff stehe zudem unter Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Bei krebserregenden und hormonwirksamen Stoffen gebe es keine Untergrenze, unter der sie sicher sind. Sie können selbst in kleinsten Mengen eine gesundheitsschädigende Wirkung entfalten. Die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) nennt das Herbizid "wahrscheinlich nicht krebserregend".

Aktion „Glyphosat raus aus dem Bier!“

Die Brauhäuser müssen nun erklären, wie Glyphosat in ihr Bier gelangen konnte und in Zukunft sicherstellen, dass ihre Produkte frei von Pestizidrückständen sind, fordert das Umweltinstitut online. Deshalb startet es heute die Online-Aktion „Glyphosat raus aus dem Bier!“. Damit können sich Verbraucher direkt an die Hersteller der getesteten Biere wenden.

Im März erneute Glyphosat-Zulassung auf EU-Ebene?

Interessant ist, dass auf EU-Ebene schon im März über die erneute Zulassung entschieden wird. Das Umweltinstitut spricht nun die Politiker an: Die Bundesregierung müsse auf europäischer Ebene gegen eine erneute Zulassung von Glyphosat stimmen. Denn die Entscheidung gilt für die nächsten 15 Jahre.

"Dass Glyphosat fast überall eingesetzt werden darf, kann nicht im Sinne der Verbraucher oder der Umwelt sein.“, gibt Dr. Christoph Then vom Testbiotech – Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie zu bedenken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingegen sieht keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Glyphosatrückstände in Bier seien aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff ist. "Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1.000 Liter Bier trinken", belegt BfR seine Meinung mit Zahlen. Doch auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt findet Gyphosat-Rückstände unbedenklich.

Ein Monsanto-Produkt …

Schuld ist mal wieder Monsanto: Der Agrarkonzern entwickelte das Herbizid, das zu den weltweit am meisten eingesetzten Unkrautvernichtungsmitteln zählt. Im Jahr 2014 kamen allein in Deutschland rund 5.400 Tonnen Glyphosat auf Äcker und heimische Beete. Dadurch zirkuliert es in Ökosystemen und gerät auch in landwirtschaftliche Erzeugnisse – und schließlich schäumt es in unserem Bierglas auf. Wohlgemerkt: Die Deutschen konsumieren im Durchschnitt 107 Liter Bier pro Jahr.(kf)

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