Chinesisches Heilkraut hilft Herzinfarktpatienten

Viele Medikamente verbessern zwar nachweislich die Symptome nach einem Herzinfarkt, führen aber zu einer Unterdrückung des Immunsystems. Forscher aus dem britischen Newcastle haben eine natürliche Alternative gefunden und erfolgreich getestet.
Chinesisches Heilkraut hilft Herzinfarktpatienten
Ein auf Astragalus basiertes Medikament hilft Patienten nach einem Herzinfarkt.Foto: iStock
Von 18. Mai 2023

Ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus dem traditionellen chinesischen Heilkraut Astragalus gewonnen wird, kann bei der Behandlung von Herzinfarktpatienten helfen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Newcastle (Großbritannien) in ihrer aktuellen Studie.

Das neu entwickelte Produkt mit der Bezeichnung TA-65® kann Entzündungen deutlich reduzieren und greift gleichzeitig nicht das Immunsystem der Patienten an. Besonders deutlich wurde dies bei älteren Patienten mit Herzinfarkt, wenn diese das pflanzenbasierte Medikament über ein Jahr lang zu sich nahmen. Darüber hinaus traten bei den Patienten später weitaus weniger Komplikationen oder Probleme wie Brust- oder Gelenkschmerzen auf.

Ioakim Spyridopoulos, Professor für Kardiologie an der Universität Newcastle und Leiter der Studie, sagte: „Es ist inzwischen allgemein anerkannt, dass Entzündungen eine Schlüsselrolle bei der Bildung, dem Fortschreiten und dem Ausbruch einer koronaren Plaque [Anm. d. Red.: Ablagerungen in Herzgefäßen] spielen, die einen Herzinfarkt auslöst. Gleichzeitig sind sie auch ein wichtiger Risikofaktor für weitere Komplikationen.“

Heilkraut verringert Entzündungen

Die Studie hat gezeigt, dass das Medikament Entzündungen um bis zu 62 Prozent reduzieren kann. Damit hebe es sich deutlich von herkömmlichen Medikamenten ab. „Einige starke entzündungshemmende Medikamente verbessern zwar nachweislich die Ergebnisse nach einem Herzinfarkt, führen aber zu einer Unterdrückung des Immunsystems und erhöhen das Risiko schwerer Infektionen“, so der Kardiologe.

„Unsere Studie zeigte, dass TA-65® nicht nur die Entzündung reduziert, sondern auch die Immunität zu verbessern scheint, indem es die Immunzellen des Patienten erhöht“, erklärt Spyridopoulos weiter.

Im Rahmen ihrer Untersuchungen führten die Wissenschaftler eine zufallsbasierte, kontrollierte Pilotstudie durch, bei der die Patienten entweder ein Placebo oder TA-65® erhielten. Insgesamt nahmen 90 Patienten im Alter von 65 Jahren und älter teil. Die Forscher maßen zu Studienbeginn, nach sechs Monaten und nach einem Jahr die Blutwerte der Patienten und werteten diese aus. Während der Testzeit wurden die Teilnehmer regelmäßig in einer Klinik auf Nebenwirkungen untersucht.

Bei denjenigen, die das TA-65®-Präparat erhielten, traten nach dem Herzinfarkt unerwünschte Wirkungen wie Fieber oder neue medizinische Probleme auf – jedoch 30 Prozent seltener als bei der Gruppe, die das Scheinmedikament erhielt.

Das Forschungsteam möchte eine weitere Studie durchführen, um die Ergebnisse in einem größeren Rahmen zu überprüfen. Weitere Untersuchungen sollen zudem zeigen, ob TA-65® auch andere Herzerkrankungen verhindern kann.

Die Studie erschien am 22. April 2023 im Fachblatt „GeroScience“.



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