Heilkräftiger Meeresschlick

Wiederholter Verbandswechsel beim Arzt, doch die Wunde will immer noch nicht heilen. Insbesondere, wenn die Hautdurchblutung vermindert ist oder chronische Erkrankungen vorliegen, wird eine offene Wunde am Bein schnell zum Dauerproblem. Dabei wird leider selten an eine alternative Behandlung mit Meeresschlick gedacht, die sehr heilungsfördernd sein kann.

Anwendungen von Meeresschlick sind bekannt für ihre entzündungshemmende Wirkung und werden bei Hautverletzungen sowie bei Verstauchungen, Zerrungen und Sehnenproblemen, aber auch bei Entzündungen der Haut wie Dermatitis oder Neurodermitis, Hautallergien, Akne und Mitessern erfolgreich eingesetzt. Ihre heilungsfördernde Wirkung bei chronischen Venenproblemen wie Venenentzündung oder offenen Hautgeschwüren ist ebenfalls erwiesen.

Bewährt seit der Antike

Die Geschichte der Entdeckung, Anwendung und Erforschung von Meeresschlick reicht über die Jahrtausende bis in die Antike zurück. Bereits im Altertum wussten Ägypter und Griechen von der therapeutischen Wirkung der Meerwassertherapie. Die Römer erkannten daraufhin die heilende Wirkung von Schlammbädern. Bei dieser sogenannten Peloidtherapie verwendeten sie organische Sedimente vom Meeresgrund.

In der heutigen Zeit wird der Meeresschlamm aus einer der letzten weitgehend naturbelassenen Großlandschaften in Mitteleuropa gewonnen, dem Wattenmeer der Nordsee, das mit einer etwa 8.000 Quadratkilometer großen Wasseroberfläche das größte Ökosystem seiner Art ist.

Bei Niedrigwasser fällt im deutschen Einzugsgebiet an der Nordsee eine Fläche von etwa 3.500 Quadratkilometern Wattland trocken. So steht der Meeresschlick als eine wertvolle Ablagerung am Meeresboden bereit, um für Heilpräparate gewonnen zu werden. Meeresschlick zählt zu den reinsten Naturprodukten der Erde und ist besonders reich an Inhaltsstoffen. Sauerstoff, Heilerde, Spurenelemente, Schwefel, mineralstoffreiches Meersalz und organische Wattbestandteile sind nur einige davon. Die wertvollen Mineralien, Vitamine und Aminosäuren des Meeresschlicks wirken stark kühlend und abschwellend. Sie regen die Durchblutung an und helfen, Schmerzen zu lindern.

Erfahrungen aus der Physiotherapie

Die neuzeitliche Erforschung der Meeresschlickbehandlung reicht ins frühe 19. Jahrhundert zurück, als in Frankreich die Mittelmeer-Bädertherapien immer stärker verbreitet wurden. In Deutschland war es der Physiotherapeut Paul Gojny aus Cuxhaven, der den Meeresschlick in Form von Packungen oder Bädern in seiner Praxis mit beachtlichen Erfolgen anwandte und weiterentwickelte. Die Inspiration holte er sich während seiner Wattenmeerexkursionen. Er beobachtete, wie sich Tiere im Meeresschlick an der Nordseeküste wälzten. Auf der Suche nach einem Grund für ihr Verhalten stellte er fest, dass sich der Schlick zum einen positiv auf das Hautbild auswirkt und zum anderen den Heilungsprozess bei Verletzungen deutlich verbessern kann.

In sorgfältiger Erforschung entwickelte der Physiotherapeut ein neues Verfahren zur Anwendung von Feuchtbandagen, auf denen sich hochgereinigter, feiner Schlick gleichmäßig verteilt befindet. Nach seiner Gewinnung durchläuft der Nordseeschlick mehrere wissenschaftliche Prüfungen auf Reinheit und Schadstofffreiheit, die im Wattenmeer von einem staatlichen und später von einem privaten Labor durchgeführt werden. Der reine Naturschlick kommt nach abgeschlossenen Prüfungen in den Handel.

Entzündungshemmende Wirkung im Labornachweis

Die Wirksamkeit dieser Kombination an therapeutisch wirkungsvollen Substanzen ist durch zahlreiche ärztliche Gutachten bestätigt worden.

Dr. Dirk Stalmann von der medizinischen Begutachtung in Oldenburg zum Beispiel sieht in der Meeresschlickbandage eine geeignete und wirksame Methode bei frischen Kapselverletzungen, Verstauchungen, Sehnenreizungen und nach leichten operativen Eingriffen.

Allerdings fällt es der modernen Wissenschaft bisher schwer, zu erklären, woher genau die Heilkraft des Meeresschlicks rührt. Bei der Untersuchung der Wirkung von Meeresschlick auf die Haut kam das Forschungsteam von Prof. Dr. Harald Gollnick am Universitätsklinikum Magdeburg zu dem Schluss, dass wahrscheinlich die ungesättigten Omega-Fettsäuren, Schwefelverbindungen und Algen für die entzündungshemmende Wirkung des Meeresschlicks verantwortlich sind. Es gilt als bekannt, dass Omega-Fettsäuren die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen und Proteinen vermindern können.

Mehr Informationen über Meeresschlickverbände finden Sie auf: www.meeresschlick.de

Quelle: https://www.epochtimes.de/gesundheit/medizin/heilkraeftiger-meeresschlick-a782994.html