Übergewicht: Die „Pille“ nicht zum Abnehmen geeignet

Von 1. April 2012

Übergewicht, Rauchen und viele andere Faktoren erhöhen das Thromboserisiko, in dieser Situation sollten Frauen ihr Verhütungsmittel mit Bedacht wählen.

Hormonelle Verhütungsmittel haben das Ziel, den Eisprung zu verhindern und Schwangerschaften zu verhüten. Keine „Pille“ erhöht den Energieverbrauch. Drospirenon, das in vielen modernen Pillenpräparaten enthalten ist, führt zu einer geringfügig verstärkten Wasserausscheidung. Das kann zu einem leichten Gewichtsverlust führen, allerdings nicht zu einem Verlust an Fettgewebe.

Drospirenon scheint aber – möglicherweise wegen des Wasserverlusts – eine ganz andere Gefahr zu bergen. Die Auswertung großer, internationaler Studien hat gezeigt, dass Frauen, die Drospirenon-haltige Verhütungsmittel einnehmen, häufiger an Thrombosen erkranken als Frauen, die mit anderen modernen „Pillen“ verhüten. Das Risiko wird ungefähr auf 10 Fälle pro 10.000 Frauenjahre geschätzt – mit großen Schwankungen nach oben und nach unten -, was zunächst nach einem sehr geringen Risiko aussieht. Auf eine Dauer von zehn Jahren berechnet bedeutet es aber, dass eine von 100 Frauen, die diese Verhütungsmittel eingenommen haben, an einer Thrombose erkrankt ist.
[–]
Das Thromboserisiko ist allerdings nicht allein von den arzneilichen Bestandteilen des Verhütungsmittels abhängig. So ist Übergewicht ist ein eigenständiger Risikofaktor, und die erhöhte Zahl an Frauen, die unter Drospirenon an Thrombosen erkrankt sind, könnte sich durchaus zum Teil auch dadurch erklären lassen, dass dieses Verhütungsmittel möglicherweise häufiger von übergewichtigen Frauen verwandt wurde als andere „Pillen“. Auch mangelnde Bewegung, Rauchen, steigendes Alter und eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr können das Thromboserisiko erhöhen, ebenso Herzerkrankungen, Über- und Unterfunktion der Schilddrüse, Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels, Bluthochdruck, bösartige Erkrankungen, Nierenerkrankungen und auch eine genetisch bedingt erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes.

Treffen also mehrere Faktoren zusammen wie Übergewicht und Rauchen, dann ist bereits das „Basisrisiko“ für eine Thrombose erhöht. Der Effekt Drospirenon-haltiger Verhütungsmittel, die Waage durch den geringfügigen Wasserverlust zu „bestechen“, könnte sich in diesen Fällen also vermutlich nachteilig auswirken. In diesen Fällen sollten Frauen eine andere Verhütungsmethode wählen, vor allem dann, wenn es nicht gelingt, Übergewicht und Nikotinkonsum dauerhaft zu reduzieren.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion