Wirkung von Chemie in Trauben & Co.

Epoch Times2. Juni 2009 Aktualisiert: 2. Juni 2009 20:00
Was haben die Trauben auf dem Obstteller mit Pilzinfektionen bei Patienten zu tun? Professor Frank-Michael Müller vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg ist bei dieser Frage auf einen beunruhigenden Zusammenhang gestoßen.

Bestimmte Pilzarten sind so widerstandsfähig, dass sie sich auch innerhalb des menschlichen Körpers – genauso wie Bakterien – vermehren können und dann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die schwer zu behandeln sind. Mit einer guten Körperabwehr können eingedrungene Pilze in der Regel rechtzeitig abgetötet werden, doch bei Krebs- oder AIDS-Patienten (bei Patienten mit einer angeborenen oder erworbenen Abwehrfunktionsschwäche) werden diese Pilze zu einer ernsthaften Bedrohung. Immer weniger Patienten sprechen auf die Behandlung mit Pilzmedikamenten an, da die Pilze gegen die Pilzmedikamente zunehmend unempfindlich werden.

„Manche Pilze benutzen ein geschwächtes Immunsystem, um sich im Körper vermehren zu können. Dabei ähneln die körperlichen Symptome Infektionen, die durch Bakterien oder Viren verursacht wurden. Besonders häufig sind Infektionen durch Hefe- und Schimmelpilze, die schwer zu therapieren sind. Dies gilt insbesondere für Schimmelpilzerkrankungen. Der übermäßige Gebrauch von bestimmten Pilzgiften (aus der Gruppe der Azole) in der Landwirtschaft birgt ein hohes Risiko für die Entwicklung und die Übertragung von Resistenzen bei Pilzinfektionen in der Humanmedizin“, erklärt Prof. Müller.

Pflanzenschutzmittel lässt Pilze gegen Krankenhausmedikamente unempfindlich werden

Die Forschungsgruppe von Prof. Müller hat versucht, eine Erklärung für diese zunehmende Unemfpindlichkeit gegen Pilzmedikamente zu finden. Bei zahlreichen HIV-positiven Patienten wurden Pilzproben aus dem Rachenraum entnommen und daraufhin getestet, ob die Proben unter Behandlung mit einer Gruppe von Pilzmedikamenten (Azolen; eine der drei wichtigen Medikamentengruppen gegen Pilze) abgetötet werden. Dabei wurde beobachtet, dass tatsächlich viele der Pilze auf diese Pilzmedikamente nicht mehr ansprachen und sich trotz der Behandlung mit diesen Pilzmedikamenten weiter vermehrten. Besonders häufig konnten sich diejenigen Pilze weiter vermehren, die aus dem Rachenraum von Patienten gewonnen wurden, die schon zuvor mit ähnlichen Pilzmedikamenten (Antimykotika der Azol-Gruppe) behandelt wurden.

Da ähnliche Substanzen wie diese Pilzmedikamente auch in Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft eingesetzt werden, hat das Forscherteam weitere Untersuchungen eingeleitet, die zeigten, dass die Pilzstämme, die von den oben genannten Patienten stammten, gleichzeitig auch gegenüber den landwirtschaftlich eingesetzten Antimykotika unempfindlich geworden sind. Wie lässt sich dies erklären?

Wenn ein Pilzstamm über längere Zeit mit einem Pilzgift behandelt wird, sterben in der Regel die meisten Pilze ab. Es kann jedoch passieren, dass es einigen Pilzen gelingt, gegen dieses Pilzgift unempfindlich zu werden (beispielsweise durch zufällige Mutationen). Solch ein restistent gewordener Pilzstamm kann dann eine weitere Behandlung mit diesem Pilzgift genauso wie die Behandlung mit ähnlichen Pilzgiften überleben.

Chemisch gesehen sind jene in der Landwirtschaft eingesetzten Substanzen dieser Gruppe von Pilzmedikamenten (Azol-Antimykotika), die in der Medizin verwendet werden, jedoch sehr ähnlich. Diese Pilze, die sich bereits an die Pflanzenschutzmittel der Landwirtschaft gewöhnt haben, sind also folglich gleichzeitig auch gegen diese Pilzmedikamente unempfindlich geworden und diese Pilzmedikamente können den Patienten nicht mehr helfen.

Dass der übermäßige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln das Leben von schwerkranken Patienten bei Pilzinfektionen gefährden kann, ist eine der zahlreichen Auswirkungen der modernen intensivierten Landwirtschaft. Auch durch diese Auswirkungen werden immer mehr Menschen dazu veranlasst, stärker auf eine gesunde Ernährung mit gut gewaschenen (Bio-)Produkten sowie einen ausgeglichenen Lebensstil zu achten, wodurch die Aufnahme von diesen Pilzgiften deutlich reduziert werden kann.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland Nr. 19/09

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