Mineralwasser in Deutschland: Wie man Uran, Pestizide und Schwermetalle vermeidet

Von 28. Juni 2015 Aktualisiert: 28. Juni 2015 12:30

In Deutschland galt die Wasserbilanz jahrelang als hervorragend. Bis die Organisation „foodwatch“ im Februar 2008 erste Daten über die Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlichte und einen verbindlichen Grenzwert forderte. Dabei kam heraus: Sowohl in einem Teil unseres Grundwassers wie auch in etlichen europäischen und deutschen Mineralwassersorten ist der Urangehalt viel zu hoch! Das giftige Schwermetall Uran belastet in einigen Fällen so stark das Wasser, dass gesundheitliche Risiken für Säuglinge und Kleinkinder nicht ausgeschlossen werden können.

Die Verantwortlichen wussten wohl schon seit 2004 um dieses Problem, ebenso das Gesundheitsministerium, trotzdem war man nicht eingeschritten. Über Jahre haben also die Behörden ihre Fürsorgepflicht vernachlässigt und zugelassen, dass wir mit unsicherem Trinkwasser versorgt wurden. Seit 2006 gilt zwar für die Mineralwässer, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung werben, ein Richtwert von unter zwei Mikrogramm Uran pro Liter. Aber es gibt weiterhin etliche Sorten, die weit über zehn Mikrogramm aufweisen. Fast jeder achte der rund 8200 von den Behörden übermittelten Werte aus 16 Bundesländern lag bei über zwei, rund 150 davon über zehn Mikrogramm. Das radioaktive Schwermetall kann Schädigungen der Niere und der Leber verursachen.

Uran kommt häufig aus Gebirgen

Auch das Leitungswasser in vielen Gebieten Deutschlands ist deshalb nicht uneingeschränkt als Trinkwasser zu empfehlen. Hier liegt das Land Bayern mit an erster Stelle, da sich Uran in Steinsegmenten bildet und die größte Belastung in den Gebieten vorherrscht, die von Bergen umgeben sind. Fließt das Wasser durch uranhaltiges Gestein, wird das wasserlösliche Schwermetall aufgenommen. So erklärt sich der hohe Urangehalt von Mineralwässern speziell aus Gebirgsquellen aus Gebieten, die eine hohe Radioaktivität aufweisen. Dazu gehören Bereiche des Bayerischen Waldes, des Schwarzwalds, des Vogtlands, des Erzgebirges, des Fichtelgebirges und des Oberpfälzer Waldes.

Einen Grund zu handeln, schien man trotz allem erst zu sehen, als „foodwatch“ die Aufmerksamkeit der Medien und der Bevölkerung auf das Problem lenkte. Stiftung Warentest konnte nachweisen dass jedes zweite Mineralwasser Uran enthält.

Auch Pestizide belasten das Wasser

Spätestens seit dem Ökotest-Mineralwasser-Test von 2011 ist allgemein bekannt, dass Pestizidabbauprodukte in Mineralwasser keine Ausnahme mehr sind. In der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung ist das bislang nicht adäquat geregelt. Viele Verunreinigungen gelangen über die Landwirtschaft und über die Abwässer der Haushalte, Industrie und Krankenhäuser ins Grundwasser. Natürlich sickern all diese Gifte in die tieferen Schichten, wo sie sich letztendlich wieder mit dem Grundwasser vermischen.

Diese so genannten „Anthropogene“ (das sind die verunreinigten Substanzen im Mineralwasser, die der Mensch zu verantworten hat) dringen in die Mineralwasserquelle ein, wenn zum Beispiel ein Brunnen fehlerhaft ausgebaut ist. Geschätzt erfüllen ungefähr ein Drittel der deutschen Brunnen die strengen Kriterien für Bio- Mineralwasser. Da es aber nach wie vor genügend Giftstoffe gibt, die über das Grundwasser in unser Mineralwasser gelangen, müssen Brunnen für Bio-Mineralwasser über 50 Kriterien erfüllen, die allesamt strenger als die normale gesetzliche Mineralwasserverordnung sind. Sie betreffen Rückstände von Arzneimitteln, Pestiziden, Süßstoffen und Benzinzusatzstoffen. Einige davon, wie zum Beispiel Grenzwerte für Uran, sind komplett neu.

Grundwasser deckt 75 Prozent des Bedarfs

Der Wasserbedarf in Deutschland wird zu etwa 75 Prozent aus Grundwasser, 20-25 Prozent aus Oberflächenwasser wie Flüssen und Seen und nur zu etwa 5-10 Prozent aus Quellwasser gedeckt. Selbst in Regionen, in denen der Quellwasseranteil höher ist als andernorts (wie zum Beispiel in München und vielen gebirgigen Regionen Bayerns), überwiegt der Anteil an Grund- und Oberflächenwasser in der Regel deutlich, da ansonsten die Wassermengen für eine flächendeckende Versorgung gar nicht ausreichend wären. Die Qualität unseres Leitungswassers ist somit vor allem abhängig von der Qualität unseres Grund- und Oberflächenwassers – und damit von allem, was wir diesem Wasser hinzufügen.

Die Behauptung, das deutsche Leitungswasser sei das am besten geprüfte Lebensmittel, ist zumindest insofern nicht falsch, als dass die Anzahl der Grenzwerte, die in der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) festgelegt sind, wesentlich höher ist, als die Anzahl der Grenzwerte in der deutschen Mineralwasserverordnung. Mit anderen Worten: Leitungswasser wird strenger kontrolliert als das teuer abgefüllte Mineralwasser, obwohl man letzteres für viel Geld als „Lebensmittel“ – ein Mittel zum Leben – kauft. Jedoch auch die Trinkwasserverordnung beim Leitungswasser gewährleistet noch lange nicht, dass unser (Leitungs-)Trinkwasser auch wirklich absolut rein und sauber ist. Für viele Schadstoffe, wie zum Beispiel Hormone, Medikamente oder deren Abbauprodukte und Rückstände, existieren noch nicht einmal Grenzwerte – und diese gelangen tagtäglich in das Grundwasser.

Was schlummert in alten Rohrleitungen?

Ein weiteres Risiko ist alles was innerhalb des Rohrleitungssystems eines Hauses passiert. Und hierfür sind im Prinzip die Vermieter verantwortlich. Doch die wissen häufig nicht einmal, aus welchen Materialien die hauseigenen Rohrleitungen bestehen. In diesen alten Rohrleitungen können sich über die Jahrzehnte Schwermetalle wie Kupfer oder bei älteren Häusern auch noch Blei im Wasser angereichert haben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Überlegung, dass die Wasserwerke zwar theoretisch bis zum Hausanschluss für die Wasserqualität gerade stehen müssen, die Grenzwertkontrollen jedoch wohl üblicherweise im Wasserwerk selbst und nicht direkt an den Hausanschlüssen vor Ort durchgeführt werden. 

Es ist schon seltsam, dass es für Leitungswasser Richtlinien gibt, bei denen die Wasserwerke unerwünschte Stoffe so weit wie möglich entfernen müssen, aber diese strengen Grenzwerte gibt es bei natürlichem Mineralwasser nicht. Laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung dürfen diese praktisch nicht behandelt werden. Denn da man davon ausgeht, dass dieses Quellwasser von einem unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen stammt, setzt man ursprüngliche Reinheit als gegeben voraus. Mehr dazu unter: www.test.de Heft Juni 2015.

Die Stiftung Warentest überprüfte 20 regional bedeutende Markenwässer.

Drei Wässer wiesen Verunreinigungen im Nanogramm­bereich auf, darunter Süßstoffe und Pestizid-Abbau­produkte. Sie sind gesundheitlich zwar absolut unbe­denk­lich, stellen aber das Gebot der natürlichen Reinheit in Frage. Dieses besondere Merkmal unterscheidet Mineral­wasser von Trink­wasser.

Gibt es Alternativen?

Nun stellt sich doch die Frage, welche Alternativen gäbe es? Auch wenn das Leitungswasser strengeren Kontrollen unterlegen ist, ist es trotzdem kein naturbelassenes Produkt. Viele Substanzen wie zum Beispiel Chlor, Ozon und physikalische Methoden wie UV-Bestrahlungen werden zwar von den Wasserwerken entfernt aber anderen Substanzen ist nicht beizukommen. Dieses Wasser ist nicht unbedingt naturbelassen.

Mit diesem Thema hat sich vor allen Dingen „Neumarkter Lammsbräu“ jahrelang auseinandergesetzt. Sie sind die ersten, die das erste Bio- Mineralwasser, „Bio Kristall“, auf den Markt gebracht haben. Für die Hersteller von Lammsbräu bedeutet Bio grundsätzlich: Umweltschutz. Hierzu zählen schonende, nachhaltige Gewinnung des Rohstoffs, sowie schonende Verarbeitung, hohe Produktqualität, naturbelassen, möglichst schadstofffrei, und die Einhaltung sozialer Standards. Das Wasser hier besitzt eine einzigartige und ausgewogene Mineralisierung, einen klaren, reinen Geschmack. www.biokristall.de

Bio-Mineralwasser

Für Bio- Mineralwasser stehen strengere und auch zusätzliche Qualitäts- und Reinheitskriterien sowie dezidierte, engmaschige Untersuchungspflichten. Alles Standarte, die das Mineralwasser Bio Kristall von Neumarkter Lammsbräu einhält. Der BGH hat am 13.09.2012 die Bezeichnung „Bio-Mineralwasser“ für zulässig erklärt, wenn sie sich zum Beispiel im Hinblick auf Schadstoffe von den konventionellen Produkten deutlich abheben. Dass das bei Bio-Mineralwasser der Fall ist, hat das Oberlandesgericht Fürth bereits bestätigt.

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Das Qualitätssiegel wird im Namen der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. von einer renommierten Biokontrollstelle für jeweils ein Jahr verliehen; die Kontrollstelle kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der Kriterien.

Eine Liste der zertifizierten Bio-Mineralwässer finden Sie unter www.bio-mineralwasser.de.

Mit dem Bio-Mineralwasser-Siegel verpflichten sich teilnehmende Mineralbrunnen zu Umweltschutz, dem Wasserspar- und Wasserschutzmaßnahmen sowie zur Einhaltung sozialer Standards in einem Ausmaß, wie es das bisher noch nicht einmal in der Bio-Branche gegeben hat.

Wer Bio-Mineralwasser kauft, unterstützt damit den Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels z. B. durch den ökologischen Landbau und trägt dazu bei, dass Mitarbeiter fair behandelt und bezahlt werden. Zudem sensibilisiert das Siegel Branche und Verbraucher für die Problematik der zunehmenden Wasserverunreinigung und hilft so, dass auch Generationen nach uns gesundes Wasser trinken können.