Nach Impfung: Erster Masern-Todesfall in Niedersachsen seit 2001 – Gesundheitsministerin gegen Impfpflicht

Epoch Times9. Mai 2019 Aktualisiert: 11. Mai 2019 13:06
Nachdem eine Masernerkrankung in ihrem Umfeld aufgetreten war, ließ sich eine Mutter gegen Masern impfen. Jetzt ist sie tot.

Seit 2001 gibt es nun in Niedersachsen den ersten Masern-Todesfall. Eine junge Mutter, die mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Hildesheim lebte, ist gestorben, so die „Hildesheimer Allgemeine“. Weil im familiären Umfeld eine Masernerkrankung aufgetreten war, ließ sich die bis dahin ungeimpfte Frau Anfang April impfen. Fünf Tage später zeigten sich Anzeichen der Masernerkrankung mit typischem Hautauschlag. Drei Tage später starb die Frau.

In einem TV-Beitrag des NDR vom 7. Mai sagte Dr. Matthias Pulz, Präsident Landesgesundheitsamt:

Als man noch nicht wusste, dass eine Masernerkrankung vorliegt, wurde vorbeugend versucht, eine Impfung vorzunehmen.“

Das wäre zu spät gewesen und deswegen seien die Masern dann doch ausgebrochen, was wiederum zu dem tragischen Tod geführt habe, so die Ansicht von Pulz. Auf die Frage, ob der Verlauf der Erkrankung durch Impfung verstärkt wurde, antwortete Pulz:

Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.“

Nach Aussage von Dr. Pulz dauert es zehn Tage bis der Impfstoff wirkt. Die Mutter starb jedoch bereits innerhalb von acht Tagen nach der Impfung. Kann das bedeuten, dass die Impfung zu spät kam, wie in anderen Medien berichtet? Oder war gar die Impfung Auslöser für den Tod der Frau? Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.

Kinderarzt warnt vor Impfung bei Masernkontakt

Epoch Times fragte beim Verein „Ärzte für das Leben“ nach. Dr. Karl Renner, der auf eine 40-jährige Berufspraxis als Kinderarzt zurückblickt, beantwortet die Frage, ob auch er eine Impfung bei der Mutter aus Hildesheim durchgeführt hätte, ganz klar. Er sagte:

Wenn der Zeitpunkt des Masernkontaktes nicht eindeutig zu definieren ist, würde ich persönlich von einer Impfung abraten. Denn man muss davon ausgehen, dass zum Beispiel in einem Familienverband das an Masern erkrankte Kind bereits 2-3 Tage vor eindeutigen Massensymptomen für andere Menschen ansteckend sein kann.“

Eine Impfung nach Masern-Kontakt sei laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beziehungsweise nach Fachinformation des Herstellers für den Impfstoff innerhalb von 72 Stunden möglich.

Vermutungen über die Todesursache stellte der Mediziner nicht an. Es sei schwierig zu beantworten, wenn man nicht eventuelle Risikofaktoren, zum Beispiel Immundefizite, der betroffenen Frau kennt.

Gesundheitsministerin ist weiterhin gegen die Impfpflicht

An der Haltung von Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) ändert der Maserntod der jungen Mutter nichts. Sie ist weiterhin gegen eine Impfpflicht. Im ZDF-Morgenmagazin am 6. Mai sagte sie.

Eine Impfpflicht kann nur Ultima Ratio sein, das allerletzte Mittel. Denn es greift in das persönliche Selbstbestimmungsrecht – das verfassungsrechtlich geschützt ist – auf körperliche Unversehrtheit ein.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert dagegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit dem ab März 2020 eine Masern-Impfpflicht vorgeschrieben ist. Dabei gibt es nicht einmal einen alleinigen Masern-Impfstoff, sondern nur Kombi-Impfstoffe mit Masern-Mumps-Röteln oder noch zusätzlich Windpocken.

Reimann plädiert indes für mehr Aufklärung zur Impfung. Gleichzeitig betont sie, dass ein geändertes Infektionsschutzgesetz einen klaren, systematischen Eingriff bei Ausbreitung einer Krankheit ermöglichen würde. (sua)



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