Neuartiger Coronavirus kann mehrere Tage auf Oberflächen überleben

Von 29. Februar 2020 Aktualisiert: 25. Mai 2020 15:37
Coronaviren sind widerstandsfähig und können mehrere Tage auf nahezu allen Materialien überleben. Besonders überlebensfähig sind sie auf Plastik. Kühle Temperaturen erhöhen die Lebensdauer auf bis zu 28 Tage. Diese Beurteilung veröffentlichen deutsche Forscher in einem Review im Journal of Hospital Infection.

Coronaviren, zu denen MERS, SARS oder der neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zählen, haften gut auf verschiedenen Oberflächen und überleben dort mehrere Tage. Dadurch wird die Infektionsgefahr durch mangelhaft desinfizierte Geräte in Krankenhäusern oder viel berührte Gegenstände, wie Türklinken, stark erhöht.

Wenn man mit der Hand eine mit Viren behaftete Oberfläche für 5 Sekunden berührt, können sich bis zu 31.6 % der ansteckenden Virusmenge auf die Hand übertragen. Wie Coronaviren mit verschiedenen Materialien und Temperaturen interagieren, schlüsselten deutsche Forscher in einem Review-Artikel unter Berücksichtigung von Daten aus 22 Artikeln im Journal of Hospital Infection auf.

Coronaviren überleben auf nahezu allen Materialien

Materialien, auf denen Coronaviren bei Raumtemperatur (21 °C) im Durchschnitt fünf Tage überleben, inkludieren Stahl, Aluminium, Glas, Holz, sowie verschiedene Polymere wie Silikon, Teflon oder PVC. Auf Plastik überleben Coronaviren bis zu 9 Tage.

Weiters zeigten die Forscher, dass die Überlebensdauer der Viren vor allem bei niedrigen Temperaturen (4 °C) auf bis zu 28 Tage erhöht werden kann. Höhere Temperaturen, ab 30 °C senken hingegen die Überlebensdauer auf nahezu allen Materialien auf wenige Stunden bis drei Tage.

Inaktivierung von Coronaviren

Da die Viren vor allem bei kühlen Temperaturen für einige Zeit auf Oberflächen überleben und ansteckend sind, bewerteten die Forscher auch Mittel zur Inaktivierung von Coronaviren.

Dabei zeigten sich Ethanol ab 62 Prozent und Isopropanol ab 70 Prozent besonders effektiv. Sie verkürzten die Lebensdauer der Viren auf Oberflächen auf 30 Sekunden.

Ebenfalls wirksam zeigten sich andere häufige Bestandteile von Desinfektionsmitteln wie, Chlorhexidin, Wasserstoffperoxid, Formaldehyd, Natriumhypochlorit oder Glutaraldehyd. Sie senkten die Lebensdauer in den verwendeten Standardkonzentrationen, je nach Substanz zwischen 0.001 bis 2.5 Prozent, der Viren durchschnittlich auf 10 Minuten.

„Die Desinfektion von Oberflächen mit 0.1 % Natriumhypochlorit oder 62 bis 71 prozentigen Ethanol senken das Infektionspotential von Coronaviren innerhalb von einer Minute. Wir erwarten uns ein ähnliches Verhalten von SARS-CoV-2“, schlussfolgerte das Forschungsteam.

Sie wiesen darauf hin, dass die Bevölkerung mit einer guten Händehygiene mithelfen kann, die Virusinfektion einzudämmen. Dabei verweisen sie auf die Einrichtung von Händewasch-Stationen in Taiwan zur Zeit von SARS, die gute Wirkung zeigten. Vor allem im Gesundheitsbereich müsse laut den Autoren besonders Wert auf eine angemessene Desinfektion gelegt werden. Vor allem in Epidemie-Situationen könnte die Viruskonzentration auf Oberflächen noch wesentlich höher sein als bei den Tests im Review.

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