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Monsanto von PCB-Geschädigten angeklagtFoto: NICHOLAS KAMM/AFP/Getty Images

Ökozid: Monsanto muss 41 Millionen Euro an PCB-Geschädigte zahlen und kommt vors Tribunal in Den Haag

Von 31. Mai 2016
PCB ist ein weiteres chemisches Produkt aus Monsantos Giftschrank. Ein Erfolg: Der US-Konzern und seine Firmen müssen nun 41 Millionen Euro an PCB-Geschädigte bezahlen.

Bayer wirbt derzeit bei seinen wichtigsten Aktionären um Zustimmung für die geplante milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns Monsanto. Doch wird Bayer angesichts der gehäuften Klagen noch Geschäfte mit Monsanto machen? Dies fragen sich die "Netzfrauen"

Umweltschäden durch PCB: US-Städte verklagen Monsanto

Schon in den späten 1930er Jahren wusste die Firma Monsanto von den Gesundheitsrisiken durch PCB. Arbeiter in einer New Yorker Fabrik, die mit PCB in Berührung gekommen waren, litten an Chlorakne und Leberschäden, zum Teil mit tödlichem Ausgang. Der Umweltmediziner Cecil Drinker von der Harvard Universität wurde mit der Untersuchung beauftragt. Auf einer Konferenz, an der auch Vertreter des Konzerns teilnahmen, wies Drinker 1937 erstmals auf die Gefahren hin. Der Vermarktung von PCB tat dies jedoch keinen Abbruch.

Wir berichteten bereits 2015, dass die Stadt Spokane (WA) Monsanto verklagt. In der Klage ging es um die Verschmutzung des Flusses Spokane. Monsanto machte mit polychlorierten Biphenylen (PCB) über Jahrzehnte hinweg Milliardengewinne. Der Konzern vertuschte die Gefahren der Substanzen jahrzehntelang. Weltweit wurden bis 1989 rund 1,3 Millionen Tonnen PCB hergestellt. Davon stammte etwa die Hälfte aus den Fabriken des US-Konzerns Monsanto. PCB sind chemisch mit Dioxinen verwandt und zählen zu den als „dreckiges Dutzend“ bekannten Gefahrstoffen.

Klagewelle gegen Monsanto

Jetzt schlossen sich der Klage im März 2016 weitere Städte an. Portland, Seattle, Spokane, Berkley, Oakland, San Diego und San José. Allein Portland musste mehr als $ 1 Milliarde den Willamette River, einen Nebenfluss des Columbia River, reinigen, sagte der Bürgermeister.

Doch bei dem aktuellen Prozess geht es nicht um Spokane, sondern um drei Kläger, denen man nun $ 17 500 000 zusprach auf Grund Schäden durch Monsanto und seine drei weiteren Unternehmen, Pfizer, Solutia, und Pharmacia. Zusätzlich noch mal $ 29 000 000 für den trotz Verbot fortgesetzten Verkauf. Diese Schäden entstanden durch die fahrlässige Herstellung von Leiterplatten.

PCB oder polychlorierte Biphenyle sind eine Kategorie von Industriechemikalien, die kommerziell in Nordamerika im Jahre 1929 eingeführt wurden. Bis ihre Produktion 1979 verboten wurde, waren sie weit verbreitet in Kunststoff, Lack, Gummi, Elektro, Bau, Heizung und hydraulisch Industrien. Das Verbot von PCB wurde auf Grund von gesundheitlichen Gefahren verknüpft mit der Exposition sowie der schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt ausgesprochen.

41 Millionen Euro Schadenersatz

Die Verhandlung fand am 28. April 2016 statt. Die drei Kläger sind Teil von fast 100 Rechtsstreitigkeiten, in die Monsanto verwickelt ist. Unter den Klägern sind auch die Familienangehörigen der Verstorbenen, die durch PCB Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) bekommen hatten. Nach nur eineinhalb Monaten steht fest, dass Monsanto und seine drei Firmen zahlen müssen, und zwar 41 Millionen €.

„Der einzige Grund, warum dieser Sieg selten ist, liegt daran, dass niemand das Geld hat, um gegen Monsanto zu kämpfen, “ erklärten die Anwaltskanzlei Williams Kherkher und andere Kanzleien, die sich gegen Monsanto zusammengetan hatten. „Es wird in Zukunft nicht mehr so selten sein“, sagte er. Seine Kanzlei hat rund 1000 Kläger, die wegen PCB klagen.

Schäden durch Monsanto-Produkte werden systematisch verschleiert

Nach 2002 entwickelte sich Monsanto zum Spezialisten für Agrarchemie und gentechnisch verändertes Saatgut. Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts vermarktet Monsanto zahlreiche hochgiftige Produkte, die tausende von Menschen erkranken oder sterben ließen und die Umwelt dauerhaft schädigten. Dazu gehören:

– PCB (polychloriertes Biphenyl), einer der zwölf im Stockholmer Übereinkommen aufgelisteten „persistente organische Schadstoffe“ (POP) der die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier beeinträchtigt.

– 2,4,5 T-Säure (2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure) ist ein dioxinhaltiger Bestandteil des Entlaubungsmittels Agent Orange, das von der amerikanischen Armee während des Vietnamkriegs eingesetzt wurde und heute noch Geburtsschäden und Krebs verursacht.

– Lasso (Alachlor), ein mittlerweile in Europa verbotenes Herbizid.

– RoundUp, das weltweit am meisten eingesetzte Unkrautvertilgungsmittel und Mittelpunkt des größten Gesundheits- und Umweltskandals der modernen Geschichte. Dieses hochgiftige Herbizid wird großflächig in Kombination mit genmanipuliertem Saatgut – sogenanntem „RoundUp Ready“-Saatgut – verwendet, in erster Linie um Soja, Mais und Raps für Tierfutter und Agrotreibstoffe anzubauen.

Kritiker werfen Monsanto vor, durch eine systematische Verschleierungsstrategie die durch ihre Produkte verursachten Schäden an Mensch und Umwelt zu leugnen und seine verheerenden Aktivitäten aufrecht zu erhalten.

Zu diesen gehören: Lobbying bei den gesetzgebenden Agenturen und Regierungen, Lügen und Korruption, Finanzierung betrügerischer wissenschaftlicher Studien, Unter-Druck-Setzen unabhängiger Wissenschaftler, Manipulation von Presseorganen, etc.

Monsanto Tribunal im Herbst 2016 in Den Haag

Vom 14. bis zum 16. Oktober 2016 wird in Den Haag das Monsanto Tribunal stattfinden, in dessen Verlauf die gegen Monsanto erhobenen Vorwürfe zusammengetragen und die verursachten Schäden evaluiert werden. Das Tribunal wird sich auf die im Jahre 2011 verabschiedeten „UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ stützen.

Das Tribunal befasst sich auch mit Monsantos Verbrechen gegen die Umwelt in Form des Ökozids, dessen Aufnahme ins internationale Strafrecht bereits vorgeschlagen wurde. Das Tribunal wird untersuchen, ob sich das Römer-Statut, auf dem der Internationale Strafgerichtshof seit 2002 beruht, reformieren lässt und Ökozid als Verbrechen darin aufgenommen werden kann. Dies würde ermöglichen, natürliche und juristische Personen, welche unter Verdacht stehen, ein solches Verbrechen begangen zu haben, zur Verantwortung zu ziehen. Angesichts dieser globalen Herausforderung rufen die Initiatoren des Monsanto-Tribunals die Zivilgesellschaft und alle Bürgerinnen und Bürger der Welt dazu auf, diese einzigartige Initiative durch eine große Crowdfunding-Aktion zu unterstützen.

(Netzfrauen/mh)



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