Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch: Immer mehr Krankentage

Epoch Times23. Mai 2019 Aktualisiert: 23. Mai 2019 18:15

Psychische Erkrankungen sorgen in Deutschland weiterhin für die längsten Fehlzeiten von Arbeitnehmern. Das geht aus einer Untersuchung der Bundespsychotherapeutenkammer hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Mit rund 35 Tagen sind psychisch erkrankte Arbeitnehmer deutlich länger krankgeschrieben als Erwerbstätige mit körperlichen Erkrankungen. Dieser Unterschied nahm demnach in den vergangenen Jahren erheblich zu: Fielen Arbeitnehmer, die zum Beispiel an einer Depression oder Angststörung litten, im Jahr 2000 bereits mindestens eine Woche länger aus als körperlich Kranke, verdreifachte sich dieser Unterschied bis zum Jahr 2017 nahezu.

Therapeuten: Kassen sollten mehr Geld für Behandlungen investieren

Auch die Zahl der Versicherten, die innerhalb eines Jahres aufgrund einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig waren, verdoppelte sich demnach in den vergangenen zwei Jahrzehnten annähernd. Im Jahr 2000 waren 3,3 Prozent der Versicherten mindestens einmal wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig – 2017 waren es bereits 5,5 Prozent.

Das von den Krankenkassen dafür aufgewendete Geld „wäre viel besser investiert, wenn damit die monatelangen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung abgebaut würden“, erklärte Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. So könnte verhindert werden, dass sich psychische Erkrankungen verschlimmern oder chronisch werden. Für die Studie wurden Daten der großen gesetzlichen Krankenkassen zu den betrieblichen Fehlzeiten ausgewertet. (afp)

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