Ein Mittel zur Corona-Prophylaxe: Munddesinfektion. (Symbolbild)Foto: iStock

Gurgeln statt Impf-Stress – Ehemaliger STIKO-Leiter empfiehlt Corona-Prophylaxe

Von 24. November 2020 Aktualisiert: 24. November 2020 18:30
„Wer gurgelt, ist praktisch nicht mehr ansteckungsfähig.“ Da ist sich der Berliner Facharzt für Hygiene, Klaus-Dieter Zastrow, sicher. Dann bräuchte es weder einen Lockdown noch verschärfte Kontaktbeschränkungen. Das Weihnachtsfest in der Familie könnte ohne Bedenken gefeiert werden und auch der Stress mit den Impfzentren geriete in den Hintergrund.

Mit Hochdruck wird an Impfzentren gearbeitet, um den in Kürze erwarteten COVID-19-Impfstoff an die Bevölkerung zu verteilen. Bis es so weit ist, setzt die Regierung auf weitere Kontaktbeschränkungen. Nach Ansicht des Hygiene-Professors Klaus-Dieter Zastrow sind diese Maßnahmen jedoch völlig unnötig, wenn man mit geeigneten Mitteln Corona-Infektionen vorbeugt.

Da die Erreger der COVID-19-Erkrankungen über die Schleimhaut im Mund-Rachen-Raum aufgenommen werden, könne man sie genau dort bekämpfen. Mit Munddesinfektionsmitteln lässt sich die Viruslast reduzieren, erklärt Zastrow gegenüber Epoch Times. Dazu empfiehlt der Mediziner, mit speziellen Munddesinfektionslösungen zu gurgeln und den Mund zu spülen.

Auch Virologen der Uni Bochum haben sich dem Thema gewidmet. Sie untersuchten hierfür acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltstoffen wie Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin bis Dequaliniumchlorid und anderen – jedoch nicht am Menschen, sondern in Zellkulturen. Dabei wurde das Gurgeln simuliert, indem eine Art Kunstspeichel mit der Mundspülung und dem Virus gemischt und 30 Sekunden geschüttelt wurde. Die Viruslast wurde in allen Fällen reduziert, bei drei Mundspülungen wurde das Virus nach 30 Sekunden Einwirkzeit nicht mehr nachgewiesen.

Zastrow empfiehlt jedoch keine Mundwasser oder Mundspülungen, sondern die seit Jahren in diesem Bereich als Arzneimittel zugelassenen Mund-Desinfektionsmittel auf PVP-Jod-Basis, die sich als „hocheffektiv“ erwiesen haben. Dazu reichen ein bis zwei Milliliter pro Anwendung, erklärt er.

Wenn jemand positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde oder Kontakt zu einem eventuell Infizierten hatte, rät der Hygiene-Arzt, für die Dauer von fünf Tagen hintereinander abends nach dem Zähneputzen zu gurgeln. So könne vermieden werden, dass das Virus an andere übertragen werde und man selbst schwer erkrankt. Alle, die mit einer Prophylaxe einer Infektion vorbeugen wollen, sollten alle drei Tage abends nach dem Zähneputzen gurgeln.

Geeignet sind laut Zastrow Universelle PVP-Iod-Lösungen zur Haut-, Schleimhaut- und Wundantiseptik wie beispielsweise Braunol® oder Betaisodona®. Der Wirkstoff Povidon-Iod wirke bakterizid, fungizid, tuberkulozid, protozid und virusinaktivierend und kann verdünnt oder unverdünnt als Munddesinfektion verwendet werden.

Auch eine Behandlung der gesamten Mundhöhle mit Octenisept sei möglich. In diesem Fall sollte die Mundhöhle mit 20 Millilitern der Lösung über 20 Sekunden gespült werden. Eine gesonderte Nasenspülung sei nicht erforderlich, sagt Zastrow. Es reiche aus, die Rachenschleimhaut regelmäßig zu desinfizieren.

Gurgeln statt Corona-Panik

Povidon-Iod ist bereits seit 40 Jahren als Schleimhautdesinfektionsmittel zugelassen, Octenidin seit 30 Jahren. Warum in der Corona-Krise diese Empfehlung kaum publiziert wird, kann Zastrow nicht nachvollziehen.

Seit Beginn der Corona-Krise lässt Zastrow COVID-19-Patienten und auch das Personal in den von ihm betreuten Kliniken regelmäßig Gurgeln. Aus diesem Grund traten dort kaum schwere Krankheitsverläufe auf.

„Wenn jeder seine Schleimhäute gesund hält, dann brauchen wir uns auch keinem Impfstress aussetzen“, betont Zastrow, der von 1987 bis 1995 beim Bundesgesundheitsamt beziehungsweise dem Robert Koch-Institut tätig und auch Geschäftsführer der ständigen Impfkommission war.

Mit dem Gurgeln sei man auf der „sicheren Seite“, erklärte der Hygiene-Experte. Aus diesem Gesichtspunkt brauche man auch nicht mit Hochdruck die Leute impfen, so wie dies von der Regierung beabsichtigt sei. „Überall werden mühsam und krampfhaft Impfzentren aufgebaut. Außerdem wissen wir noch gar nicht, welcher Impfstoff als erster kommt –  der, der bei minus 70 Grad gekühlt werden muss, oder der, der nur im Kühlschrank gelagert werden muss.“

Für alle, die auf einen Impfstoff hoffen und nicht sofort geimpft werden können, ist das Gurgeln auf jeden Fall eine gute Sache, findet Zastrow. „Selbst wenn man vor den Kopf gestoßen wird und es heißt: ‚Du kommst erst in drei Wochen dran‘ kann man sich selbst durch Gurgeln mit Munddesinfektion vor dem Virus wirksam schützen.“

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