Regiomed empfiehlt: Gurgeln gegen COVID-19

Von 17. April 2020 Aktualisiert: 17. April 2020 15:40
"Zwar werden wir im Mund niemals absolute Keimfreiheit erlangen können. Mit einer Mundspülung, die auch gegen Viren wirkt, inaktivieren wir aber bei jeder Anwendung eine große Menge." Das sagte Hygiene-Experte Professor Klaus-Dieter Zastrow, Leiter des zu Regiomed gehörenden Hygiene-Instituts für Mitteldeutschland.

Wer Infektionen mit dem neuartigen Virus SARS-CoV-2 zu Leibe rücken will, sollte sich die Mittel Polyvidon-Jod oder Octenidin besorgen – zum Gurgeln. So lautet der Rat von Medizinern des Regiomed-Klinikverbundes an Patienten, die sich mit COVID-19 angesteckt, aber noch keine schweren Symptome haben. Darüber informierte Professor Klaus-Dieter Zastrow, Leiter des zu Regiomed gehörenden Hygiene-Instituts für Mitteldeutschland, während der wöchentlichen Telefonrunde zur aktuellen Lage der Corona-Erkrankungen im Coburger Land.

„Wir haben den Patienten mit einem positiven Test auf das Coronavirus empfohlen, auch zuhause für rund acht Tage diese Mundspülungen anzuwenden“, berichtet Zastrow. „Nach zirka sieben bis zehn Tagen beginnt der Körper dann auch, Antikörper gegen das Coronavirus zu bilden, und hält es dadurch selbst in Schach.“

Seit Ende Februar wurde bei Regiomed erstmalig die Empfehlung für die regelmäßigen Mundspülungen weitergegeben. Diesem Rat sind nach Zastrows Schätzungen „50 bis 60 Personen, die mit Erkrankungen aus Skireisen nach Italien heimgekommen sind“, gefolgt. Die Patienten wurden im Nachhinein telefonisch befragt. Schwere Krankheitsverläufe gab es bei ihnen kaum.

„Das Coronavirus siedelt sich erst einmal in der Mundhöhle und im Rachenraum an und beginnt sich dort zu vermehren. Ist dann eine bestimmte, kritische Konzentration erreicht, rast es schlagartig in die Lunge. Das ist wie ein Kanonenschlag. Das Coronavirus befällt massiv die Lunge“, erklärt der Hygiene-Experte und fährt fort: „Zwar werden wir im Mund niemals absolute Keimfreiheit erlangen können. Mit einer Mundspülung, die auch gegen Viren wirkt, inaktivieren wir aber bei jeder Anwendung eine große Menge. So erreichen die Erreger bestenfalls nie diese kritische Konzentration, die den massiven Befall der Lunge hervorrufen kann.“

Gurgeln im Anfangsstadium – Gesichtsmaske als Vorsorge

Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, wird noch vor Ort geraten, mit einer viruziden Mundspülung zu gurgeln. „So verringern wir die Ansteckungsgefahr für Mitarbeiter oder andere Patienten“, sagt Zastrow.

Regiomed-Chef Alexander Schmidtke setzt dabei, ausdrücklich nicht nur auf Zastrows Empfehlung der Wirkstoffe Polyvidon-Jod oder Octenidin, sondern auf „Klosterfrau Melissengeist“ – und zwar aus Überzeugung. Schmidtke betont: „Danach ist im Mund zwar alles taub, aber vermutlich auch alles tot.“

All denen, die prophylaktisch gurgeln wollen, gibt Zastrow zu bedenken, dass uns das Virus noch Monate oder gar Jahre begleiten werde. Es sei nicht empfehlenswert, dauerhaft mit den viruziden Mundspülungen zu gurgeln. Eine gesunde Mundflora sei generell ein wichtiger Aspekt für die Gesundheit. Durch das Gurgeln werde diese aber beeinträchtigt. Um eine Infektion generell zu vermeiden, rät der Hygiene-Experte zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

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