Arbeiter in Südkorea bei der Herstellung von Mundschutz.Foto: Getty Images | Chung Sung-Jun

Feuerwehr Essen veröffentlicht Nähanleitung: „Jede Maske hat mehr Schutzwirkung als keine Maske“

Von 19. März 2020 Aktualisiert: 23. März 2020 12:44
"Jede Maske hat mehr Schutzwirkung als keine Maske", erklärt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. in Berlin. Auch wenn es derzeit Lieferengpässe für Atemschutzmasken gibt, könne sich jeder mit etwas Geschick und einer entsprechenden Nähanleitung selbst helfen.

„Jede Maske hat mehr Schutzwirkung für Träger und Gegenüber als keine Maske“, meldet die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) aus Berlin. Dabei bezieht sich der Verein in seiner Presseerklärung auf die Informationen des Robert-Koch-Institutes.

In der derzeitigen Situation komme es in vielen Bereichen des Gesundheitswesens zu Lieferengpässen für FFP-Masken und Mund-Nasen-Schutz. Falls es Engpässe gibt, müsse eine FFP3-Maske durch eine FFP2-Maske ersetzt werden, eine FFP-Maske durch einen Mund-Nasen-Schutz und Letztgenannter durch textile Masken.

In bestimmten Fällen könne die Atemschutzmasken auch personenbezogen länger getragen werden, beispielsweise während einer Schicht oder einen Tag lang. Dies gelte insbesondere für Kontakte mit geringem Übertragungsrisiko, bei denen keine spezifischen Gefährdungen zu erwarten sind.

Bei Wiederverwendung rät die Organisation dazu, die Masken personenbezogen zu kennzeichnen und frei zu lagern. Eine Aufbewahrung in Behältern oder Säckchen seien hingegen nicht empfehlenswert. Auf eine Desinfektion mit Chemikalien sollte verzichtet werden. Der Effekt einer UV-Desinfektion oder Behandlung in der Mikrowelle ist dem Verein nicht bekannt.

Hände desinfizieren und Mund-Nasen-Schutz tragen

Das „kontaminationsfreie An- und Abziehen“ des Atemschutzes sollte individuell geübt werden. Vor und nach der Anwendung empfiehlt der Verein, immer eine Händedesinfektion durchzuführen.

Während der Mund-Nasen-Schutz im Krankenhaus die Regel ist, sind FFP-Masken nur in definitiven Risiko-Situationen zu tragen. „FFP-Masken sind im privaten Bereich unsinnig und Ressourcenvergeudung“, meldet die DGKH.

In seiner Presseerklärung verweist die Gesellschaft auf eine besondere Webseite der Feuerwehr Essen. Auch in Deutschland gibt es Institutionen, die den Mund-Nasen-Schutz für die Bevölkerung empfehlen. Im vorliegenden Fall soll dieser jedoch „die Übertragungswege einer Influenza“ reduzieren. Der neuartige Coronavirus ist nicht ausdrücklich erwähnt.

Gleichwohl veröffentlicht die Feuerwehr eine Nähanleitung für einen Mehrweg-Mund-Nasen-Schutz, „um die Bevölkerung im Pandemiefall unabhängig von Lieferengpässen und von kostenintensiver Bevorratung mit ausreichend Mund-Nasen-Schutz zu versorgen“. Nach dem Nähen und vor Ersteinsatz ist dieser desinfizierend zu waschen. Weitere Hinweise stehen mit in der Nähanleitung.

In Tschechien gilt ab dem 19. März der Mund-Nasen-Schutz als Pflicht. Ohne Atemschutzmaske darf man dort nicht mehr in die Öffentlichkeit treten.

Weitere Hinweise zur Herstellung und zum Umgang mit der Maske hier: Mund-Nasen-Schutz-Nähanleitung_2020.

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