Zucker – die Süße des Lebens?

Von 18. Dezember 2015 Aktualisiert: 18. Dezember 2015 12:21
Harvard Krebsforscher Lewis Cantley meint, dass durch die Mengen Zucker, die wir konsumieren, aus dem guten Energielieferanten ein potentielles Gift wird. Denn eigentlich braucht der Körper gar keinen Zucker!

Lange Zeit galt Zucker als ein Heilmittel. Besonders bei Brandwunden konnte eine schnelle Genesung erfolgen, wenn die betroffene Stelle mit Zucker eingerieben wurde. Und dort, wo heute so manches Mal Antibiotika und andere chemische Medikamente versagen, kann Zucker als hervorragender Wundheiler und sogar als Unterdrücker von Infektionen immer noch zum Einsatz kommen.

Zucker war lange rar und kostbar, sodass er als Gewürz oder Medizin eingestuft wurde. Was die Landfrauen schon immer wussten, ist heute vielleicht nicht mehr bekannt: Zucker wird genau aus diesem Grunde in hoher Dosierung (halbe-halbe, d.h. halbe Obst, halbe Zucker) zur Herstellung von Eingemachtem wie Marmelade verwendet. Zucker konserviert, und unerwünschte Mikroorganismen, wie Bakterien oder Schimmelsporen, haben dann nicht mehr die geringste Chance sich zu vermehren.

Und natürlich versüßt Zucker unser Leben ungemein, man spürt es auch am und im eigenen Leib: Ein Gefühl von Leichtigkeit und Wohlbehagen nimmt von einem Besitz, die Konzentrationsfähigkeit steigt und die etwaige Nervosität schwindet. Man fühlt sich vorübergehend stark, leistungsfähig und besonders Frauen glauben, ein gewisses Glücksgefühl zu empfinden. Denn Zucker löst den Stoff Dopamin im Gehirn aus, das einem dann das berühmte Glücksgefühl vermittelt. Auch wenn Zucker nicht wirklich als Droge eingestuft wird, es kann trotzdem ein gewisses Suchtpotenzial auslösen, wenn man jeden Tag wirklich auf seiner Zuckerzufuhr besteht.

Lange Zeit galt Zucker auch als eher unproblematisch. Besonders Traubenzucker wurde gerne verwendet, weil dieser schnell aufgenommen wird und als Blutzucker die Energie zu den Zellen bringt. Mittlerweile ist bekannt, dass dieses schnelle Hochjagen des Insulinspiegels mehr als schädlich für die Bauchspeicheldrüse ist.

Heute empfiehlt die WHO, weniger als 5 Prozent der täglichen Energieaufnahme durch Zucker zu decken. Das würde konkret bedeuten: 6 Teelöffel Zucker pro Tag. Aber da Zucker häufig versteckt in Lebensmitteln vorkommt, ist er wirklich mehr als schwierig, den tagtäglichen Konsum zu kontrollieren. Mittlerweile verspeist jeder von uns ca. 40 kg Zucker pro Jahr, das wären täglich über 100 Gramm! Und wir Deutschen belegen knapp hinter den Amerikanern den 2. Platz in der Welt Rangliste des Zuckerkonsums.

Fruchtzucker – die bessere Alternative?

Die meisten kennen das, in jeder Diät wird Obst angepriesen, nicht nur wegen seiner Ballaststoffe, aber auch wegen der Süße, um der Gefahr zu entgehen, nach dem Schokoriegel zu greifen. Die so genannte „Fruktose“. Zucker, der im Obst enthalten ist, galt lange als „gesunder Fruchtzucker“. Doch das positive Bild hat sich gewandelt. Heute weiß man, auch Fruchtzucker kann krank machen, und ist zudem mitverantwortlich für das metabolische Syndrom, die Entwicklung einer Fettleber und ebenso für diverse Stoffwechselkrankheiten und Diabetes. Denn auch der Fruchtzucker ist eben, wie sein Name schon sagt, Zucker. Wirklich süßes Obst war bis vor wenigen Generationen auch noch die Ausnahme. Durch die globalisierte Marktwirtschaft sind wir jedoch permanent mit mehr als genügend Obst versorgt, zu jeder Jahreszeit, Tag und Nacht.

In jedem Fertigprodukt, in jedem Saft oder Colagetränk stecken Unmengen von raffiniertem Zucker. Genau da sieht zum Beispiel auch der Harvard Krebsforscher Lewis Cantley das Problem. Er meint, dass durch die Mengen, die wir konsumieren, aus dem guten Energielieferanten ein potentielles Gift wird. Denn eigentlich braucht der Körper gar keinen Zucker! Brot, Kartoffeln und Nudeln würden vollkommen ausreichen, um den Körper all die Energie zu liefern die er braucht, da diese Stoffe sich in Zuckerbausteine verwandeln.

Zucker und seine krebsfördernden Wirkungen

Tumorzellen lieben Zucker. Wir Menschen sind gentechnisch nicht auf den Massenverzehr von Zucker vorbereitet. Unsere Vorfahren ernährten sich von Tieren, Pflanzen, die viel Fett, Proteine und komplexe Kohlenhydrate enthielten. Und wenn man wirklich mal ein bisschen süßes Obst bekam, wurde längst nicht die Menge an Zucker aufgenommen, wie wir heute zu uns nehmen. All die Süßigkeiten, Kuchen und Kekse sind erst mit der industriellen Revolution auf den Markt gekommen. Und, es gibt heute eben kaum ein Fertigprodukt, dem nicht Zucker zugesetzt ist.

Krebspatienten wird dringend geraten, Zucker für ihren normalen Tagesbedarf so gut wie möglich zu vermeiden, denn ihre Körperfunktionen können diese Moleküle schlechter verwerten. Nur erweist sich das als schwierig, denn nur die Ernährung allein aus Bio- und regionalen Lebensmitteln bedeutet eine absolute Kontrolle und Überwachung der Produkte, die man zu sich nimmt.

Gerne wird brauner Zucker als „gesunder Zucker“ verkauft. Aber im Prinzip ist das nur der Wolf im Schafspelz. Denn der braune Zucker ist nicht gesünder als der weiße Zucker und wer überhaupt nicht auf den süßen Geschmack verzichten kann, sollte auf „Stevia“ wechseln. Diese brasilianische Pflanze hat sich als natürlicher Zuckerersatz bewährt. Es ist 300-mal süßer als Zucker und ist wirklich ein natürliches Süßungsmittel ohne giftige Stoffe. Stevia kann sowohl für Getränke als auch zum Backen und Kochen verwendet werden.

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