Steigende Überlebenschancen: In deutschen Unikliniken sank die Sterblichkeit von COVID-19-Patienten im Jahresverlauf 2020.
Steigende Überlebenschancen: In deutschen Unikliniken sank die Sterblichkeit von COVID-19-Patienten im Jahresverlauf 2020.Foto: iStock

Studie: Sinkende COVID-19-Sterblichkeit in deutschen Unikliniken

Von 29. März 2021 Aktualisiert: 29. März 2021 17:10
Das Risiko trotz medizinischer Betreuung an Corona zu sterben, ist laut einer Studie der Uniklinik Erlangen gesunken. Lag die Sterblichkeit von COVID-19-Patienten in deutschen Unikliniken Anfang 2020 noch über 20 Prozent, sank dieser Wert auf unter 13 Prozent im September. Risikofaktoren seien Alter, Vorerkrankungen – und das Geschlecht.

Die Sterblichkeit bei COVID-19-infizierten Patienten in Deutschland ist rückläufig. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher unter der Leitung des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg.

Die Forscher um Prof. Dr. Jürgen Schüttler, Direktor der Anästhesiologischen Klinik der Uniklinik Erlangen, untersuchten Krankenhausaufenthalte von 1.318 COVID-19-Patienten aus 14 deutschen Universitätskliniken von Januar bis September 2020. Ihre vorab in „Anästhesiologie und Intensivmedizin“ veröffentlichte Studie zeigt einen Rückgang der durchschnittlichen Sterberate bei COVID-19-Patienten von anfangs 20,7 Prozent (Januar bis April) auf 12,7 Prozent (Mai bis September).

Sterblichkeit auf 12,7 Prozent gesunken, jeder Vierte über 70 gestorben

„In dieser Untersuchung wird zum ersten Mal für die stationäre Versorgung von COVID-19-Patienten in deutschen Unikliniken gezeigt, dass die anfänglich sehr hohe Sterberate relevant gesunken ist“, sagt Prof. Schüttler in einer Pressemitteilung.

Von Januar bis September starben demnach 18,8 Prozent aller Patienten (248 von 1.318), wobei die Sterblichkeit im Verlauf des Jahres um acht Prozentpunkte gesunken ist. Bei beatmeten Fällen lag die Sterberate im ersten Abschnitt von Januar bis April bei 39,8 Prozent. Im späteren Zeitraum von Mai bis September sank dieser Wert auf 33,7 Prozent.

Am stärksten zeigte sich der Rückgang der Sterblichkeit in den Altersklassen 70+. Dennoch bleibt anzumerken, dass auch im zweiten Abschnitt des Beobachtungszeitraums etwa 22 bis 26 Prozent der Patienten über 70 Jahren starben [vgl. Schüttler et. al., Abb. 2, S. 17]

Risikofaktoren: Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen

Die Sterberaten von stationären COVID-19-Patienten wurden abhängig von verschiedenen Faktoren wie Beatmungsstatus, Geschlecht, Lebensalter, Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und in Kombination mit verschiedenen Komorbiditäten, das heißt zusätzlichen Krankheitsbildern, untersucht.

Dabei identifizierten Prof. Schüttler et. al. insbesondere drei Risikofaktoren: Alter und Vorerkrankungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Geschlecht, wobei Männer – sowohl im ersten als auch im zweiten Zeitabschnitt – deutlich häufiger behandelt werden mussten.

Der Anteil männlicher COVID-19-Patienten lag insgesamt bei 63,4 Prozent, bei den beatmeten Patienten waren 74,9 Prozent männlich, bei den verstorbenen 72,6 Prozent.

Mit 58,3 Prozent war zudem der Großteil der COVID-19-Patienten 60 Jahre oder älter. Unter den beatmeten und verstorbenen Patienten stammen 64,9 beziehungsweise 82,6 Prozent aus diesen Altersgruppen.

Als häufige Vorerkrankungen der COVID-19-Patienten werden in der Pressemitteilung Niereninsuffizienz (35,2 Prozent), Blutarmut (26,0 Prozent) und Diabetes mellitus (21,1 Prozent) genannt. Aus den Studienergebnissen geht zudem hervor, dass „bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems“ (ICD: D80–D90) bei 10,8 Prozent der Patienten auftraten.

Rückgang der Sterblichkeit nicht den Ärzten zu verdanken?

Der Rückgang sei aus Sicht der Forscher ein Beleg für eine kontinuierliche Optimierung der Behandlung, bessere Therapieempfehlungen und zunehmende Erfahrung der Behandlungsteams mit der Erkrankung. Insgesamt entsprächen die gefundenen Risikofaktoren laut Prof. Schüttler den Ergebnissen früherer Publikationen.

Wie das „Ärzteblatt“ berichtet, scheinen Mediziner aus New York besonders erfolgreich bei der Behandlung von COVID-19-Patienten zu sein. So meldete Leora Horwitz von der New York University im „Journal of Hospital Medicine“ einen Rückgang der Sterblichkeit von 25,6 Prozent im März auf 7,6 Prozent im August.

Das „Ärzteblatt“ bemerkt jedoch: „Die außerordentlich guten Zahlen könnten (…) mit einem Rückgang des [Durchschnitts-]Alters von 63 auf 49 Jahre und des Anteils der Komorbiditäten von 80,7 Prozent auf 71,6 Prozent zusammenhängen.“

Unter-40-Jährige sicher: Wichtige Erkenntnis bleibt unerwähnt

Zwei Leser des „Ärzteblatts“ kommentieren zudem, dass die Ergebnisse wesentliche Punkte außen vor lassen. So werde die „herausragende, bisher leider auch in der Ärzteschaft nicht allgemein verankerte, Erkenntnis“ eines nicht tödlichen Verlaufs bei Patienten unter 40 Jahren nicht thematisiert.

Ein Blick in die Studienergebnisse bestätigt diese Einschätzung: Während unter 40-Jährige in den Ergebnissen nur kurz bei den Beatmungspatienten Erwähnung finden, zeigen die Tabellen, dass 12,9 Prozent der Patienten unter 40 Jahren waren. Von diesen insgesamt 170 Personen mussten lediglich 24 beatmete werden, das entspricht 4,9 Prozent aller Beatmungspatienten und ist der niedrigste Wert aller Altersklassen. [vgl. Schüttler et. al., Tab. 2, S. 22]

Zudem zeigen die Daten, dass nur eine Person unter 40 Jahren verstarb. Damit entfallen auf diese Altersgruppe lediglich 0,4 Prozent (1 von 248) der in der Studie erfassten Todesfälle. Das Risiko für Patienten unter 40 Jahren in deutschen Unikliniken an oder mit Corona zu sterben, liegt demnach über den Gesamtzeitraum der Studie bei unter 0,6 Prozent. Im zweiten Zeitabschnitt sogar bei null.

Damit sei, so der Leser, „COVID-19 weniger gefährlich als die Grippewelle 2017/18, während da keinerlei allgemeine Hygienemaßnahmen ergriffen wurden“. Aufgrund der geringen Fallzahl ist die errechnete Sterblichkeit statistisch nur bedingt aussagekräftig, weist aber auf einen deutlichen Unterschied zwischen den Altersgruppen hin.

„Vielleicht klopft man sich zu früh auf die Schultern“

Ein weiterer „Ärzteblatt“-Leser spricht den zeitlichen Aspekt der Studie an und bringt den Beobachtungszeitraum in Verbindung mit den Jahreszeiten und Vitamin D.

Unter Berufung auf eine Veröffentlichung im „European Journal of Clinical Nutrition“ erklärt Dr. med. Kai-Jürgen Lüthgens, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, dass gegen Ende des Winters 57 Prozent der Erwachsenen ein Vitamin-D-Gehalt von unter 20 Mikrogramm pro Liter (µg/l) aufweisen. Ab diesem Grenzwert spricht man von Vitamin-D-Mangel.

Weil nur wenige Nahrungsmittel, die wir in Deutschland regelmäßig zu uns nehmen, nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten, stellt direkte Sonneneinstrahlung in den Augen des Labormediziners „fast die einzige natürliche Quelle für dieses wichtige Vitamin (…) dar.“

Diesen Gedanken greift der Kommentator im „Ärzteblatt“ auf: „Vielleicht klopft man sich zu früh auf die Schultern, und hat den Einfluss des Vitamin-D Spiegels (…) nicht berücksichtigt. (…) Die Kurve der Fallsterblichkeit korreliert gut mit dem saisonalen Verlauf des Vitamin-D-Spiegels.“

Aufgrund ausgefallener Urlaubsreisen im Februar/März habe die Bevölkerung jedoch ein „etwa sechs µg/l niedrigeres Niveau als letztes Jahr.“ Es sei nicht auszuschließen, „dass aufgrund des niedrigeren Vitamin-D-Spiegels die Fallsterblichkeit größer wird als letztes [sic] Jahr.“ Und weiter: „Wie viel die Kunst der Ärzte also zur niedrigeren Sterblichkeit beigetragen hat, wird man im Juni wissen.“

(Mit Material der Medizininformatik-Initiative, MII)



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