Unfälle in Deutschland: Die meisten passieren in der Freizeit

Epoch Times17. März 2018 Aktualisiert: 17. März 2018 19:59
Alle vier Sekunden passiert in Deutschland ein Unfall – doch nur die wenigsten finden davon im Straßenverkehr statt. Die meisten Unfälle geschehen in der Freizeit und im Haushalt. Wann greift welche Unfallversicherung? Ist eine private Unfallversicherung empfehlenswert?

Eine genaue Unfallstatistik zu erstellen ist komplex, da zum Beispiel ein Autounfall auf dem Weg zur Arbeit zunächst sowohl als Arbeits- als auch als Verkehrsunfall gezählt wird. Letztendlich werden die gesammelten Daten durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und das Robert-Koch-Institut (Quelle: Hier) abgeglichen, was seine Zeit dauert. Die derzeit verfügbaren Statistiken stammen aus dem Jahr 2015.

Im Jahr 2015 gab es insgesamt rund 9,73 Millionen Unfälle mit 24.578 Todesopfern. Anders gesagt: Jeder 12. der in Deutschland lebenden Menschen erlitt im Jahr 2015 eine Unfallverletzung.

Erstaunlicherweise liegt nicht der Verkehr als Verursacher an erster Stelle der Unfallstatistik, sondern die Freizeit:

  • Freizeitunfälle: 3.890.000 verletzte Menschen, 10.628 Tote (Todeszahl vom Statistischen Bundesamt, Todesursachenstatistik), 1.000 Tote mehr als im Vorjahr
  • Häusliche Unfälle: 3.150.000 Verletzte, 9.816 Tote, 800 Tote mehr als im Vorjahr
  • Unfälle im Straßenverkehr: 390.000 Verletzte, 3.633 Tote, 100 Tote mehr als im Vorjahr
  • Arbeitsunfälle: 990.000 Verletzte, 480 Tote, knapp 30 Tote weniger als im Vorjahr
  • Unfälle in Schulen: 1.300.000 Verletzte, 21 Tote, im Vorjahr gab es lediglich 9 Tote im Umfeld von Schulen

Das Robert-Koch-Institut weist mehr Unfälle im Straßenverkehr aus, als polizeilich erfasst wurden. Dabei handelt es sich vermutlich um sogenannte „Alleinunfälle“ wie ein Sturz mit dem Fahrrad. Diese wurden in der Statistik zu Freizeitunfällen gezählt.

 

Wer zahlt? Es gibt die Gesetzliche und die Private Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt lediglich im Falle eines Unfalles auf Arbeit oder dem Arbeitsweg. Alle anderen Unfälle – vom Rodelunfall eines Kindes in seiner Freizeit bis hin zum Stolpern beim Einkauf über eine schräge Gehwegplatte, was zum Bandscheibenvorfall führte – sind nicht versichert. In diesen Fällen kann nur eine private Unfallversicherung helfen.

Eine private Unfallversicherung zahlt bei Unglücksfällen in der Freizeit, bei häuslichen Unfällen und auch bei denen im Sport.

Statistisch gesehen passiert in Deutschland alle vier Sekunden ein Unfall, im Ausland sind die Zahlen ähnlich. Ein Unfall kann sein, auf einem spontanen Kurztrip auf der Nordsee ins Meer zu fallen. Ein Anderer erleidet eine Nahrungsmittelvergiftung oder einen Zeckenbiss, ein Weiterer ein Knalltrauma durch die Explosion einer Gasleitung in der Nachbarschaft. All dies sind Unfälle, die die gesetzliche Unfallversicherung nicht absichert.

Die Unfallarten, die abgesichert werden, sind je nach Versicherung verschieden. Bei einer soliden Unfallversicherung, z.B. der Basler Unfallversicherung, sind auch Gesundheitsschädigungen versichert, die entstanden, weil man andere Menschen verteidigt hat oder Tiere und Sachen rettete. Die „Baseler“ versichert auch übermäßige Reaktionen auf Impfungen, Unfälle und Gesundheitsschäden bei Terroranschlägen, inneren Unruhen und gewalttätigen Auseinandersetzungen – und auch bei Schlägereien, sofern man nicht der Urheber ist. In der vollständigen Liste (hier) sind auch gesundheitliche Schäden durch Strahleneinwirkungen gelistet.

Die „Gliedertaxe“ und die „Progression“

Vor dem Abschluss einer Unfallversicherung sollte die sogenannte „Gliedertaxe“ verglichen werden, die die Versicherer veröffentlichen. Mit Hilfe der Gliedertaxe wird jedem Körperteil ein gewisser Prozentsatz zugeordnet, der zur Invalidität herangezogen wird. So gilt der Verlust eines Auges als ein Invaliditätsgrad von 50 bis 70 Prozent. Muss beispielsweise ein Arm amputiert werden, werden je nach Versicherung 70 bis 100 Prozent Invalidität berechnet.

Eine Unfallversicherung kann leider nach einem Unfall die Gesundheit nicht immer völlig wieder herstellen, doch beziehen gute Versicherer neben Zahnbehandlungen, kosmetischen Operationen, Unfall-Tagegeld auch Reha-Leistungen und psychologische Betreuung mit ein.

Beim Vergleich der Tarife wird man auf den Begriff „Progression“ stoßen. Damit ist gemeint, dass bei einer schweren Invalidität die ausgezahlte Versicherungssumme überproportional steigt. Nochmal ein Beispiel der Basler Unfallversicherung: Der Mensch, dem ein Arm amputiert werden musste, hatte sich mit 100.000 Euro versichert, es wurden 80 Prozent Invalidität in der Gliedertaxe zugrunde gelegt. Ohne Progression zahlt die Versicherung 80.000 Euro, mit einer vereinbarten Progression von 500 % Plus 500.000 Euro.

Die Zahlungen der Versicherungen sind einkommens- und lohnsteuerfrei, wie „unfallversicherung.net“ schreibt. Mit dem ausgezahlten Betrag kann man sich auch Spezialbehandlungen im Ausland finanzieren, eine Umschulung oder einen Berufswechsel bezahlen. Auch möglicherweise notwendige Umbauten in der Wohnung können bezahlt werden. Und ganz wichtig: Nach einem Unfall werden die Bergungs- und Transportkosten übernommen.

Selbstständige können ab dem achten Tag ein Tagegeld über eine private Unfallversicherung erhalten. Dieses kann auch für Menschen gezahlt werden, die keine beruflichen Tätigkeit haben.

Eine private Unfallversicherung hat viele Vorteile und ist daher eine der am meisten abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland.

Ein Vergleich im Internet sollte mindestens Antworten liefern auf die Art und Weise der versicherten Unfälle, Invalidiätszahlungen und Unfallrente, Tagegeld, Risikogruppen, Progression, Übergangsleistungen und Vertragslaufzeiten. Da die meisten Unfälle in der Freizeit geschehen, sollten vor allem Sportler darauf achten, ob ihre Sportart in der Versicherung erfasst ist oder nicht – beispielsweise Kitesurfen, Tauchen oder die Fahrt auf einer Kartbahn. Gerade das Tauchen (auch im Urlaub) wird oft von einer Versicherung ausgeschlossen.

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