Vierfach-Impfstoff für nächste Grippesaison verbindlich

Künftig sollen Krankenkassen den Vierfach-Impfstoff gegen Grippe bezahlen.

Gesetzliche Krankenkassen sollen künftig den Vierfach-Impfstoff gegen Grippe bezahlen. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aus Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken am Donnerstag in Berlin. Bisher gab es für die gesetzlichen Krankenkassen keine verbindliche Regelung, ob für diese Impfung ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist.

In der Ärzteschaft stieß die Entscheidung auf große Zustimmung. „Damit wäre die Forderung der Ärzteschaft nach der bestmöglichen Grippeprävention für alle Teile der Bevölkerung erfüllt“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Uwe Köster, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Notwendigkeit eines umfassenden Impfschutzes für alle, auch gesetzlich Versicherte, sei durch die ungewöhnlich starke Grippeepidemie in diesem Winter noch einmal besonders deutlich geworden. Auch Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, begrüßte die Entscheidung.

Der Vierfachimpfstoff sei der breiteste verfügbare Grippeimpfstoff, der beide bekannten Influenza-B-Varianten einschließe, sagte er der Zeitung. Der aktuell dominierende Grippevirus Typ B der Yamagata-Linie ist mit einem Anteil von 70 Prozent in dieser Grippesaison der dominierende Erreger.

In dem Dreifach-Impfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen bisher regulär zahlen, ist er aber nicht enthalten. Da üblicherweise nur etwa alle zehn Jahre ein Influenza-B-Jahr auftritt, geht Welte davon aus, dass 2019 „mit hoher, jedoch nicht mit 100-prozentiger Sicherheit wohl kein Influenza-B-Jahr werde“.

Er befürchtet: „Dann werden wir wieder Stimmen hören, die sagen, dass der Dreifach-Impfstoff es auch getan hätte.“ Wahrscheinlich stimme das sogar, sei aber eben nicht vorauszusagen.

„In diesem Jahr hat die Fehlentscheidung jedenfalls Hunderte Menschenleben gekostet“, kritisierte der Mediziner. Nach den neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts ist die Zahl der Grippetoten in der 13. Kalenderwoche auf 1.095 gestiegen. Das dürfte die höchste Opferzahl seit dem Jahr 2010 sein. Bei 813 Todesfällen war ein Virus-Typ B im Spiel. (dts)

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