Vogelgrippe: Was Eltern tun können

Von 23. Februar 2006 Aktualisiert: 23. Februar 2006 16:27
Ratschläge von Infektionsexperten

„Die Vogelgrippe Influenza A, Subtyp H5N1, ist eine Tierseuche, gegen sie wirkt die „normale“ Grippe-Impfung nicht“, erläuterte Professor Dr. Reinhard Berner (Universitätskinderklinik Freiburg), Vorsitzender der DGPI (Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.). „Auch wenn staatliche Vorbereitungen auf eine Pandemie wichtig sind, sollten wir die Kirche im Dorf lassen“, so Berner. „Es gibt keinen rationalen Grund, das gegen Influenza-Viren wirksame Medikament Tamiflu® gesunden Menschen ohne Risiko als private Reserve zu verschreiben“.

Die DGPI-Experten raten Eltern, ihre Kinder und sich selbst gegen die „normale“ Wintergrippe impfen zu lassen, wenn sie infolge eines Grundleidens durch das Virus besonders gefährdet sind, z.B. durch chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose, einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt. Geimpft werden sollen außerdem Personen mit erhöhter Gefährdung wie z.B. medizinisches Personal oder Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Das Vogelgrippe-Virus befällt bislang nur sehr selten Menschen, weltweit hat es seit Dezember 2003 knapp über 100 Fälle gegeben. Alle diese Patienten hatten sehr engen Kontakt zu infizierten Vögeln. Die „normale“ Wintergrippe (Influenza A, H3N2 sowie H1N1 und Influenza B) sei hingegen eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die jedes Jahr in Deutschland zu mehreren Tausend Todesfällen unter gefährdeten, insbesondere älteren Menschen führe, erläuterte der Kinderheilkundler.

In der DGPI haben sich seit 1991 Universitätsprofessoren, Wissenschaftler und Kinderärzte zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Entstehung von Infektionskrankheiten im Kindesalter zu erforschen und deren Vorbeugung und Behandlung zu verbessern.

http://www.pid-ari.net

PID-ARI.net wurde bis 2005 durch das Bundesforschungsministerium finanziert. Die Stiftung Präventive Pädiatrie unterstützt PID-ARI.net weiterhin. Es kann seine Arbeit aber nur dann in vollem Umfang fortsetzen, wenn es weitere Kooperationspartner oder Sponsoren findet.


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