Weißdorn: Wichtige Heilpflanze für die Herzgesundheit

Seine weiße Blütenpracht erfreut von Mai bis Juni das Herz, im Herbst besticht er mit seinen leuchtend roten Beeren: der Weißdorn. Er ist nicht nur eine mythische Schutzpflanze, sondern zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen für das Herz in der modernen pflanzlichen Medizin.
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Im Frühling werden Blätter und Blüten des Weißdorns für Tee- und Tinkturzubereitungen gesammelt. Bild: iStock
Von 7. Juni 2023

Der Weißdorn wächst als drei bis acht Meter hoher Dornenstrauch und bildet dicht verwachsene Hecken. In Deutschland ist er mit zwei von den 200 verschiedenen bekannten Arten vertreten und kann bis zu 500 Jahre alt werden. Weißdorn zählt zur Familie der Rosengewächse. Im Frühling entfaltet er seine weiße Blütenpracht, die unzählige Insekten anzieht. Die verzweigten und dornigen Äste bieten vielen Singvögeln geschützte Nistplätze.

Von vielen Sagen und Mythen umwoben, ist der Weißdorn unter anderem aus Grimms Märchen als undurchdringbare Dornröschenhecke bekannt. Die Kelten huldigten ihn als heilige Pflanze, in der Elfen und Feen wohnten, und den Germanen diente Weißdorn als wichtige Schutzpflanze. Er wurde als dichte Hecke um Haus und Felder gepflanzt, um die Menschen und Tiere, die darin lebten, vor bösen Einflüssen zu schützen.

Schutzwirkung auf das Herz

Die Schutzwirkung auf das menschliche Herz stellte allerdings erst der irische Arzt Thomas Green um 1850 fest, als am Höhepunkt der industriellen Revolution vermehrt Herzerkrankungen, wie sie heute bekannt sind, auftraten. Viele Menschen pilgerten in seine Praxis, wo er laut Aufzeichnungen ihre Herzbeschwerden mit Weißdorn behandelte.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in der heutigen westlichen industrialisierten Welt. Neuere Studien bestätigen die positive Wirkung des Weißdorns auf das Herz. Die Blätter und Blüten enthalten wichtige Polyphenole wie Flavonoide, Procyanidine (OPC) und Gerbstoffe. Die Beeren enthalten vermehrt Vitamin C und Procaynidine. Vor allem die Inhaltsstoffe der Blätter und Blüten, die als Tee Anwendung finden, fördern die Durchblutung des Herzens und der Herzkranzgefäße, wirken kreislaufstärkend und nervenstärkend.

So hilft Weißdorn dem Herzen

Weißdorn stärkt das Herz und unterstützt es in all seinen Aufgabenbereichen nachhaltig.

  1. Bei Herzschwäche:
    Die pflanzlichen Wirkstoffe im Weißdorn steigern die Schlagkraft und das Schlagvolumen des Herzens, was die Durchblutung der Herzkranzgefäße und des Herzmuskels fördert. Vor allem ältere Menschen mit beginnender Herzschwäche profitieren vom Weißdorn. Zudem liefert er bei und nach Infektionen wie Grippe gute Dienste, um einer Herzmuskelschwäche vorzubeugen.
  2. Bei Herzrhythmusstörungen:
    Die Ursache von Herzrhythmusstörungen ist oftmals ein geschwächtes Herz. Weißdorn unterstützt die Entspannung des Herzmuskels und reguliert somit den Herzrhythmus.
  3. Arteriosklerose, hoher Blutdruck:
    Durch die durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Wirkung eignet sich Weißdorn zur Prävention von Arteriosklerose, was wiederum Herzinfarkt und Angina pectoris vorbeugen kann. Zudem reguliert dies den Blutdruck.
  4. Stressabbau und Entspannung:
    Weißdorn stärkt die Nerven und findet daher bei nervöser Unruhe, Ängsten, Stress, Schlafstörungen und Depressionen Anwendung. Die Wirkung beruht auf den Inhaltsstoff Acetylcholin, ein Neurotransmitter, der die Übertragung wichtiger Nervensignale steuert. Kräuter wie Zitronenmelisse und Lavendel unterstützen diese Wirkung.
  5. Schützt Sportlerherz:
    Sportler und Bergsteiger profitieren vom Weißdorn, da er die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verbessert und gleichzeitig den Herzmuskel vor Schädigung durch freie Sauerstoffradikale schützt.

Da Weißdorn sehr sanft, jedoch nachhaltig wirkt, ist eine Anwendung über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen beziehungsweise auch eine dauerhafte Anwendung sinnvoll, zumal er in der Regel gut vertragen wird. Da Weißdorn bei manchen Menschen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwindel oder Schwitzen auslöst, wird vor der Einnahme immer eine Beratung durch Arzt oder Apotheker empfohlen. Bei Menschen mit einer Allergie gegen Rosengewächse ist Weißdorn ebenfalls kontraindiziert.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen suchen Sie bitte einen Arzt auf. Für Informationen zur Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze wird eine Beratung in der Apotheke empfohlen.



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