Die Bundesregierung setzt auf gesündere Fertigprodukte - durch eine freiwillige Branchenzusage. Klappt das?Foto: iStock

Weniger Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten?

Epoch Times21. April 2021 Aktualisiert: 21. April 2021 8:55
Tiefkühlpizza oder gesüßte Getränke: Im Kampf gegen "Dickmacher" stehen auch viele beliebte Produkte im Blick, die mit nicht so viel Zucker oder Fett auskommen könnten. Bewegt sich da inzwischen mehr?

Für eine gesündere Ernährung kommt es auch auf weniger Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten an – doch wie geht es da mit dem Umstellen von Rezepturen voran?

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) stellt heute neue Daten vor. Hintergrund ist eine vom Kabinett 2018 beschlossene „Reduktionsstrategie“. Sie sieht vor, dass sich Hersteller zu schrittweisen Zutaten-Änderungen verpflichten.

Um die freiwilligen Branchenzusagen zu überprüfen, hat das bundeseigene Max-Rubner-Institut (MRI) weitere Produkte untersucht. Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte schärfere Vorgaben und eine „Limo-Steuer“ für den Zuckergehalt von Getränken.

Eine vor einem Jahr vorgelegte erste Zwischenbilanz des MRI hatte Verbesserungen ergeben – aber auch noch Handlungsbedarf. So sank der Zuckergehalt bei speziell für Kinder beworbenen Joghurtzubereitungen seit 2016 um 7,4 Prozent. Er war aber weiter höher als in Produkten, die nicht für Kinder angepriesen werden.

Bei Erfrischungsgetränken ermittelte das Institut eine Zuckerreduktion von 35 Prozent bei Produkten ausdrücklich für Kinder im Vergleich zu 2018. Bei regulären Limos und Colas fiel das Minus mit 0,2 Gramm pro 100 Milliliter demnach aber nur „sehr gering“ aus.

Foodwatch kritisierte, der Weg über freiwillige Selbstverpflichtungen verhindere dringend nötige gesundheitspolitische Maßnahmen. „Julia Klöckner muss die Branche mit verbindlichen Maßnahmen in die Pflicht nehmen, anstatt nur höflich um ein paar Gramm weniger Zucker in Fertigprodukten zu bitten“, sagte Experte Oliver Huizinga.

In Großbritannien zeige eine Limo-Steuer Wirkung mit deutlich geringeren Zuckergehalten, betonte Foodwatch. Nötig sei zudem eine gesetzliche Beschränkung des Kindermarketings nur auf ausgewogene Lebensmittel.

In Deutschland gelten 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. (dpa)


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