Kinder nehmen beim Fernsehen das Gesehene meist unkritsch auf und lernen so Verhaltensweisen, die ihre Zukunft erschweren kann.Foto: Peter Macdiarmid/Getty Images

Zuneigung statt Kinder-DVDs

Epoch Times29. Januar 2009 Aktualisiert: 29. Januar 2009 12:48

Fernsehen ist, ebenso wie  spezielle Kinder-DVDs, bei Kindern unter zwei Jahren schädlich für die geistige Entwicklung, wie ein US-Experte nach der Auswertung von fast 80 Studien betonte. Wie wichtig diese Warnung ist, zeigt die Tatsache, dass allein in den USA neun von zehn Kleinkindern regelmäßig vor dem Fernseher sitzen.

Einer der Faktoren ist bei der DVD-Industrie zu suchen, die aggressive Werbung für ihre Produkte betreibt. So geben einige Eltern an, ihre Kinder bewusst fernsehen zu lassen, weil dies gut für die Entwicklung des Gehirns sei. Dem widerspricht Dimitri Christakis vom Kinderforschungszentrum in Seattle: „Keine Studie hat bisher gezeigt, dass das Fernsehen kleiner Kinder irgendeinen Nutzen bietet“, so Christakis. Ganz im Gegenteil: Etliche Studien aus verschiedenen Ländern wiesen darauf hin, dass der Blick in die Röhre die sprachlichen Fähigkeiten beeinträchtige, die Gehirnleistung minderte und die Konzentrationsfähigkeit schädige.

Zum anderen werden die schnellen, digitalen Medien zunehmend zur wichtigsten Informationsquelle. Bei Kindern werden Nebensächlichkeiten wie die Frage, wer denn den aktuellsten Klingelton, Podcast oder Blog hat, zum sozialen Druckfaktor. Durch das Überangebot in den digitalen Medien kommt zu einer Explosion an Neuinformationen, die Übersicht und die Sicherheit, Zusammenhänge zu begreifen, geht dabei schleichend verloren. Die Kinder können mit dieser Überflutung an Informationen jedoch nicht umgehen, in vielen Fällen kommt es zu Schreckhaftigkeit, Impulsivität und Konzentrationsstörungen – anfängliche Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In der Tat führt viel Fernsehkonsum vermehrt zur Erkrankung an ADHS, wie wissenschaftliche Studien zeigten, darunter jene von R. Hancox von der Universität Otago.

Christakis vermutet, dass die Reizüberflutung durch die aufflackernden Bilder, die ständigen Perspektivenwechsel und die schnellen Schnitte das sich entwickelnde Gehirn überfordern Zudem ersetze Fernsehen das Spielen des Kindes oder die Interaktion mit den Eltern. Diese verfolgen im Übrigen durchaus auch eigene Interessen, wenn sie ihren Nachwuchs vor den Fernseher setzen: Manche Paare wollen damit auch einfach das Kind ruhig stellen, um Zeit für sich selbst zu haben. (ap/ps)



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