Auswärtiges Amt zum Skripal-Fall: „Verantwortung Russlands sehr wahrscheinlich“

Epoch Times12. April 2018 Aktualisiert: 12. April 2018 17:44
"Großbritannien hat uns, basierend auch auf der chemischen Analyse der verwendeten Substanz, detailliert dargelegt, weshalb die Verantwortung Russlands sehr wahrscheinlich ist und es keine plausible alternative Erklärung gibt", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Nachdem die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) die britische Laboranalyse im Fall Skripal bestätigt hat, sieht die Bundesregierung weiterhin Russland in der Pflicht.

„Großbritannien hat uns, basierend auch auf der chemischen Analyse der verwendeten Substanz, detailliert dargelegt, weshalb die Verantwortung Russlands sehr wahrscheinlich ist und es keine plausible alternative Erklärung gibt“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin.

Russland sei nun aufgerufen, „endlich eine konstruktive Rolle einzunehmen und die offenen Fragen zu beantworten“. Russland streitet jede Beteiligung an dem Anschlag von Anfang März ab.

Laut OPCW-Bericht weisen die von den britischen Behörden nach dem Anschlag zur Verfügung gestellten Proben ein Nervengift in „hoher Reinheit“ nach. Blutproben von Skripal, seiner Tochter und einem weiteren Verletzten seien von der OPCW selbst genommen worden.

Großbritannien will Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Bei einer Untersuchung von Blutproben von Skripal und seiner Tochter seien die „Untersuchungsergebnisse Großbritanniens in Bezug auf die Identität der toxischen Chemikalie bestätigt“ worden, erklärte die OPCW am Donnerstag in einem in London vorgelegten Kurzbericht.

Großbritannien hat aus diesem Grund nun eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Das bestätigte das britische Außenministerium in London. Die Sitzung werde für nächste Woche erwartet. Großbritannien will dann über die Ergebnisse der Untersuchung von Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen beraten.

Russland weist OPCW-Bericht zurück

Russland hat die Ergebnisse der Chemiewaffenexperten zurückgewiesen. Russland akzeptiere keinerlei Ermittlungsergebnisse, so lange Moskau keinen Zugang zu den Untersuchungen Großbritanniens und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen erhalte, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Agenturen zufolge. (dts/afp/dpa)

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