IS-Rückkehrer: Ebrahim und Ayoub für Jahre hinter Gittern – Video: Ein Sommer im Dschihad

Epoch Times7. Dezember 2015 Aktualisiert: 7. Dezember 2015 20:13
Für zwei junge Wolfsburger Deutsch-Tunesier endete ihr dreimonatiger ISIS-Trip nun hinter Gittern. Ayoub B. (27) und Ebrahim B. (26) wurden vom Oberlandesgericht Celle wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie waren einem radikalen Prediger in Wolfsburg auf den Leim gegangen. Doch die Realität vor Ort entsprach nicht ihren Vorstellungen. Sie wagten die Flucht.

Die beiden Wolfsburger Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat müssen hinter Gitter. Das Oberlandesgericht Celle stellte für die Deutsch-Tunesier die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung fest und verurteilte  Ayoub zu vier Jahren und Ebrahim zu drei Jahren Haft.

Ebrahim und Ayoub sind zwei von mindestens 20 jungen Wolfsburgern, die nach Syrien oder den Irak ausgereist waren, mindestens sieben von ihnen sind bereits tot.

Dabei wollten sie nicht einmal kämpfen, sondern nur den Islam studieren, behaupten die beiden jungen Männer. Einmal angekommen, wurden sie zwangsrekrutiert. 

Vom Salafisten-Prediger zum IS überredet

Die jungen Männer waren 2014 nach Syrien aufgebrochen und nach rund drei Monaten desillusioniert zurück nach Niedersachsen geflohen. Die Männer gehörten zur Wolfsburger Zelle, in der Dutzende radikalisierte junge Männer von einem fanatischen Prediger zur Ausreise nach Syrien überredet wurden. Das Gericht war überzeugt davon, dass die jungen Männer mit dem IS inzwischen gebrochen haben.

In ihren Geständnissen gaben sie viele Einblicke in die Terrororganisation. Deshalb soll Ayoub als Abtrünniger auf der Todesliste des IS stehen. Der 27-jährige Ayoub B. war als Krankenwagenfahrer bei Kämpfen im Irak dabei. Für ihn hatte die Bundesanwaltschaft siebeneinhalb Jahre Haft gefordert, u.a. wegen Unterstüzung von Kämpfen und Beihilfe zum Mord.

Sein 26-jähriger Freund Ebrahim B. sollte als Selbstmordattentäter nach Bagdad reisen. Zu seinem Einsatz kam es nicht mehr. Für ihn forderte die Anklage vier Jahre und drei Monate. Er war der erste der etwa 260 deutschen IS-Rückkehrer, der offen vor der Kamera sprach. Seine Message an die Welt: "Wenn du dahin gehst, bist du entweder tot oder tot." Er wurde nach Aussagen seines Verteidigers in der Haftanstalt von Islamisten bedroht. (dpa/sm)

Doku: Ein Sommer im Dschihad, Ebrahim B.

https://youtube.com/watch?v=SRisvkv0J_Y