Hände sprechen Bände – aber sie müssen ja nicht alles verraten

Von 17. Juni 2011 Aktualisiert: 17. Juni 2011 17:47
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Ich war Anfang oder Mitte Dreißig als sich mir in einer Hamburger S-Bahn zwei junge Männer gegenüber setzten. Sie werden um die zwanzig Jahre jung gewesen sein. Der Eine mit blonden der Andere mit dunklem kurzem Haar. Der schmale Dunkelhaarige hatte weibliche Züge und seine Augenbrauen waren gezupft. Ich nickte höflich und las weiter in meinem Buch, als ich hörte, wie der Blonde seinem fragil wirkendem Freund zuraunte: „Selbst wenn jemand im Gesicht sehr jung aussieht, an den Händen kann man das wahre Alter erkennen.“

Folgende Tipps sollen den Händen zu ein wenig mehr „Verschwiegenheit“ verhelfen:

Ich spürte die entlarvenden Blicke auf meinem Gesicht und auf meinen Händen. Automatisch schaute ich hoch und sah wie die Beiden nun ihre eigenen jungen Hände betrachteten: „Bei mir sieht man nur, dass ich mir dringend wieder die Nägel feilen muss,“ sagte der Blonde mit einem Seufzen. Darüber musste ich kichern. Die beiden schauten sich erschrocken an, während ich mich erhob, um an der nächsten Haltestation auszusteigen: „Oh je, hat die das etwa gehört?“

Oh je, dachte nun auch ich, so alt, dass man annehmen könnte, dass ich vielleicht schon alterbedingt schlecht höre, sehen meine Hände ja wohl nicht aus. Oder?

Nicht ohne Grund trugen die schönen Film-Diven vergangener Zeiten zu öffentlichen Anlässen zarte Handschuhe aus Spitze, Satin und anderen feinen Stoffen: Hände sprechen Bände.

Aber müssen sie immer gleich alles verraten – die Gartenarbeit, oder dass wir den geerbten Jahrhundertwende-Sekretär selbst aufgearbeitet haben? Wenn die Hände älter aussehen als das Gesicht, liegt es wohl auch daran, dass wir den Händen mehr zumuten und sie obendrein nicht entsprechend mehr pflegen.

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