Peinlicher Fehler im Wettbüro

Epoch Times24. November 2017 Aktualisiert: 24. November 2017 21:34
Bei dem irischen Wettanbieter Paddy Power kann man sein Geld aufgrund eines Fehlers auf den verstorbenen Ex-Fußballprofi Ugo Ehiogu setzen. Wie kam es dazu?

Im September leistete sich der irische Wettanbieter Paddy Power einen äußerst unangenehmen Fehltritt. Für kurze Zeit war es den Kunden möglich, Wetten auf einen Trainerkandidaten abzuschließen, der bereits verstorben war.

Schlussstrich nach schwachem Start

Nach einem äußerst enttäuschenden Saisonstart zog der englische Zweitligist Birmingham Mitte September die Reißleine und trennte sich von seinem Trainer Harry Redknapp. Die magere Ausbeute von vier Punkten nach den ersten acht Spieltagen bedeutete das Aus für den englischen Coach.

Sechs Niederlagen bei nur einem Sieg und einem Remis waren den Verantwortlichen letztendlich zu wenig und so musste Redknapp seinen Hut nehmen. Trainerentlassungen sind im Profifußball aber schon lange keine Seltenheit mehr. Auch die Freistellung von Harry Redknapp stellt da keine Ausnahme dar. Allerdings wurde es im Zuge der Spekulationen um seine Nachfolge äußerst skurril.

Wette auf einen Verstorbenen

Denn dem irischen Wettbüro Paddy Power unterlief ein ziemlich peinlicher Fehler bei einer ihrer angebotenen Wetten. In der Liste der potenziellen Nachfolger auf den Trainerposten in Birmingham tauchte nämlich der Name des ehemaligen Profifußballers und Jugendtrainers Ugo Ehiogu auf.

Dieser war allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht mehr am Leben. Im April dieses Jahres ist der Brite unerwartet mit gerade einmal 44 Jahren nach einem Herzinfarkt verstorben. Ehiogu, der bis dahin die U-23 des englischen Erstligisten Tottenham Hotspur betreute, brach am 20. April auf dem Trainingsgelände des Klubs zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort konnten ihm die Ärzte aber nicht mehr helfen, und er erlag am folgenden Tag den Folgen des Infarkts.

Anbieter reagiert schnell

Laut Angaben des Wettbüros waren es keine fünf Minuten, bis der Fauxpas entdeckt und die Wette aus dem Angebot entfernt wurde. Es habe sich glücklicherweise in dieser kurzen Zeit niemand für diese Wette entschieden, gab das Unternehmen bekannt.

Schnell folgte zudem eine offizielle Stellungnahme, in der man sich für den Irrtum bei den Angehörigen des viermaligen englischen Nationalspielers entschuldigte. Sie beteuerten, dass es sich lediglich um einen dummen Fehler gehandelt und keine bösartige Intention hinter dem Angebot gesteckt habe.

Grund für dieses Missgeschick sei eine veraltete Liste gewesen, die ungenügend geprüft wurde. So sei es dazu gekommen, dass Ehiogu als möglicher Nachfolger gehandelt wurde.

Ein fader Nachgeschmack bleibt

Zwar wurde der Fehler schnell erkannt und behoben, aber trotzdem wird man diese peinliche Aktion nicht so schnell vergessen. Bei einem seriösen Wettanbieter sollte ein solcher Lapsus selbstverständlich nicht vorkommen, aber trotzdem sollte man Paddy Power nicht sofort als unprofessionell arbeitendes Unternehmen abstempeln.

Dass das Vertrauen in den Wettanbieter aber keinen allzu großen Schaden erlitten hat, zeigte sich unterdessen erst kürzlich an der Börse. Der britische Bookie konnte seinen Aktienwert in kurzer Zeit um satte fünf Prozent steigern, was natürlich nicht ohne Zutrauen der Kunden und Anleger möglich gewesen wäre.

Zwar muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass Paddy Power der beste Wettanbieter im Vergleich mit anderen Anbietern ist, nichtsdestotrotz handelt sich beim britischen Buchmacher auf alle Fälle um ein lizenziertes und legal agierendes Unternehmen, wofür auch die folgenden Merkmale sprechen, die jeder professionelle Wettanbieter vorweisen sollte:

  • Keine unbegrenzten oder sehr hohen Limits
  • Personalisierte Einzahlungsmöglichkeiten
  • Eine EU-weit gültige Lizenz
  • Keine überhöhten Bonusaktionen
  • Angemessene Quoten
  • Professionelle Web-Präsenz
  • Guter Kundenservice
  • Hohe Reputation und langes Bestehen des Anbieters

Unvorteilhafte Publicity

Zwar kann man den 1988 gegründeten Wettanbieter Paddy Power als sicher und zuverlässig bezeichnen, die öffentliche Aufmerksamkeit im Zuge des Wettskandals für das Unternehmen haben sich die Betreiber aber sicherlich dennoch etwas anders vorgestellt. Nicht immer gilt also der Grundsatz, dass es keine schlechte Publicity gebe.

Die Reaktionen auf den peinlichen Fehltritt folgten rasch und fielen ziemlich negativ aus. Viele Menschen ließen ihrer Empörung freien Lauf und bezeichneten die Aktion mitunter als „krank“ oder „geschmacklos“.

Bereits kurz zuvor richteten sich die Augen vieler Wettfreunde auf den irischen Anbieter. Im Rahmen des Boxkampfes zwischen dem Amerikaner Floyd Mayweather und dem Iren Connor McGregor geriet kürzlich auch ein Tweet in die Schlagzeilen.

In diesem erklärte das Wettbüro, dass man immer auf schwarz setzen sollte und sie bereits die Gewinne für einen Sieg von Mayweather auszahlen, da sie festgestellt haben, dass nur einer der beiden Kämpfer Boxer sei.

Der irische Fighter Connor McGregor tritt nämlich für gewöhnlich nicht in einem Boxring in Aktion, da er seine Kämpfe normalerweise im Oktagon in der Kampfsportart Mixed Martial Arts austrägt.

Mit dieser Äußerung sorgte Paddy Power jedoch erneut bei vielen Menschen für Erregung, da sie ein rassistisches Motiv in dieser Aussage vermuteten, da Floyd Mayweather afroamerikanischer Herkunft ist.

Kuriose Wetten kein Einzelfall

Die Geschichte um den peinlichen Vorfall bei Paddy Power ist aber bei weitem kein Einzelfall in der Welt der Wetten, denn es gibt zahlreiche andere Beispiele von weiteren skurrilen Wettofferten. In der Regel sind diese zwar keine Missgeschicke, aber dennoch fragt man sich, ob die Anbieter nicht doch zu viel Langeweile haben.

Besonders bei den Briten kommt es häufig vor, dass man Geld auf die verrücktesten Dinge setzen kann. So kann man aktuell beispielsweise auf die Hutfarbe der Queen bei einem öffentlichen Auftritt wetten.

Die Begeisterung für die englische Königsfamilie spiegelt sich auch in zahlreichen anderen Wetten wider. So konnte man auch eine Wette auf die Namensgebung der Kinder von Prinz William und seiner Frau Kate platzieren. Ebenso war es möglich, mit dem richtig getippten Geschlecht des neugeborenen Kindes Geld zu gewinnen.

WM-Feier mit dem Papst

Doch auch in Deutschland kann man auf außergewöhnliche Angebote stoßen. So ist es beispielsweise bei einigen Wettanbietern möglich, darauf zu setzen, dass Deutschland wieder Fußballweltmeister wird, bevor der erste Mensch einen Fuß auf den Mars setzt.

Während der WM 2010 konnte man sogar eine Wette darauf abschließen, dass Deutschland den Weltmeistertitel gewinnt und deswegen der damalige deutsche Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz den Hit „We are the Champions“ von Queen zum Besten gibt.

Die Liste von diesen ungewöhnlichen Wetten könnte man noch ewig fortführen, da es eine Vielzahl von ihnen gibt. Und es kommen immer wieder neue dazu, die einen gelegentlich dazu verleiten, ungläubig den Kopf zu schütteln.

Lektion gelernt?

Es bleibt zu hoffen, dass der Wettanbieter Paddy Power aus dem peinlichen Auftritt gelernt hat und das Unternehmen in Zukunft nicht mehr durch unangenehme Fehltritte in den öffentlichen Fokus gerät, sondern vielleicht lieber durch ausgefallene Wetten, die eher zur Belustigung anstatt zu Empörung anregen.

 

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