Super 8 von J.J. Abrams – Unser Film des Jahres 2011.Foto: Paramount

Die besten Filme des Jahres 2011

Von und 1. Januar 2012 Aktualisiert: 1. Januar 2012 12:17

1. Super 8 (J.J. Abrams)

Es ist unwahrscheinlich, dass man nach diesem hervorragenden Film-Jahr „Super 8″ an der Spitze von Best-of-Listen finden wird. Aber J.J. Abrams „Ode an Steven Spielberg“ war für eine bestimmte Generation von Film-Enthusiasten einer der freudigsten Leinwanderfahrungen des letzten Jahrzehnts. „Super 8″ ist ein Echo aus einer Zeit, als die Geschichte des Films wichtig war und das Spektakel eher Beilage denn Hauptgericht. Eine bemerkenswerte Besetzung an jungen Schauspielern, geschickt unterstützt von tollen Aufnahmen einer Gruppe von unbekannten Schauspielern, rufen Erinnerungen an „Die Goonies“ wach, hervorgelockt durch Ellen Fannings erstaunlich erwachsener Darbietung in Super 8. Nicht nur die chaotische Orchestrierung des Zugunfalls, die wundervollen Abspanne eines Films in einem Film, oder die Mechaniken des Alien-Showdowns eines Horror B-Movies – nur wenige Szenen aus dem Jahr 2011 waren so bewegend wie die mit Fanning im Bahnhof. „Super 8″ funktioniert, weil zwischen den überwältigenden aber wenigen Effekten ein Herz mit viel Gefühl schlägt, das seine Liebe für den Film offenbart.

Zugegeben, es gibt ein wenig zu viele Linsenreflexionen und die Hinweise auf Spielberg sind subtil. Aber sie sind einfach Referenzen für diejenigen mit einer Vorliebe für eine Zeit, in der Filme „Spaß machten“. Und damit wir es nicht vergessen: die Inspiration für diesen Film kam nicht von einem Comic und ist auch kein Remake. Es ist ein originäres Werk eines Regisseurs, der die anerkennt, die ihn auf seinen Weg geschickt haben.

Von allen Filmen auf dieser Liste wird es dieser sein, den Sie sich auch noch in Jahren ansehen werden. Er hat die Auszeichnung als Film des Jahres verdient.

2. The Artist (Michel Hazanavicius)

Die bemerkenswerte Leistung des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius in „The Artist“ begeisterte die Besucher von Film-Festivals in diesem Jahr. Am Ende des Jahres veröffentlicht, vertieft sich der Film in das Jahr 2011 – man muss ihn einfach gesehen haben. Es könnte kein unwahrscheinlicheres Unterfangen geben: ein stummer Film über Stummfilme in Schwarz-Weiß. Die bezaubernden, erstaunlichen Darbietungen und perfekten erzählerischen Bögen sind einfach hinreißend. Dieses liebenswert detailreiche Komödien-Drama ist so überschwänglich in seiner Zelebrierung des alten Hollywood, so intelligent in seiner Regie, dass es sich hier um einen Hauptanwärter auf den Oscar in diesem Jahr handelt. Die Erwartungen an diesen Film werden übertroffen.

3. Der Baum des Lebens (Terrence Malick)

„Nach Jahren fertiggestellt“ und „ungeduldig erwartet“ gehen jeder Veröffentlichung des unglaublichen Terrence Malick voraus. Und beides trifft hier zu. Dieser Film war tatsächlich lange Jahre in Bearbeitung und entwirft die Geburt des Universums und geht bis zu einem reflektierten modernen Sean Penn (wahrscheinlich der schwächste Teil des Films) von heute mit dem Kern der Handlung von Brad Pitts Familienvater in den 1950er-Jahren. Nicht linear, überaus meditativ und manchmal ein bisschen gutmütig, ist „Der Baum des Lebens“ ein anspruchsvolles, visuell wie thematisches Vergnügen, das einen tiefen Eindruck bei jedem hinterlassen wird, der das Glück hat, diesen Film zu sehen. Ein mitreißendes Stück Kunst und anders als alles, was Sie zuvor gesehen haben.

4. Black Swan (Darren Aronofsky)

Darren Aronofskys kitschiger, graziöser, höchst melodramatischer, psychosomatischer Horror polarisierte das Publikum über dessen schizophrenen Stil. Aber man kann nicht leugnen, dass er aus kreativer Sicht konkurrenzlos bleibt. Die manipulative Kameraarbeit zwingt uns in den alptraumhaften Abstieg in den Wahnsinn, den Natalie Portman als „Schwan“ ertragen muss. Und die Trickkiste verdreht Gesichter und beschwört faustische Bilderwelten. Es ist eine Reise, die ultimativ befriedigt, wenn einem die ehrgeizige Prahlerei des Regisseurs gefällt. Das Ganze wird durch die oscarprämierte Rolle von Natalie Portman noch eindrucksvoller.

5. Die Haut, in der ich wohne (Pedro Almadovar)

Pedro Almodovars verrücktes Frankenstein-Drama ist wirklich einzigartig. Das Schauspiel von Antonio Banderas ist übertriebener als seine Arbeit bei „Der gestiefelte Kater“, aber das ist nicht das Verrückteste an dieser perfekten Verworrenheit. Das sind nämlich der Mann im Tigeranzug oder die endlos wirren Verdrehungen, die in den Händen eines anderen Regisseurs sich vielleicht ins Unendliche verdreht hätten. Aber dem wird so früh ein Riegel vorgeschoben, dass alles, was sich falsch anfühlt, vom Erzählerischen her richtig erscheint. Außerdem sehen wir hier mit Elena Anaya die schauspielerische Leistung des Jahres. Ihr verletzliches Leiden ist eine Sache untertriebener Schönheit in einem Film des wahnsinnigen Horrors.

6. Senna (Asif Kapadia)

Noch ein Meilenstein, den Wert der Academy Awards weiter in Verruf zu bringen: Diese kinetische Dokumentation über eine großartige Sport-Ikone, den verstorbenen Ayrton Senna, hat es nicht mal in die engere Auswahl der Nominierungen für das Jahr 2012 geschafft. Es ist eine Blamage angesichts Asif Kapadias Film, der aufrüttelnder, emotionaler und virtuoser zusammengestellt ist, als die meisten Streifen aus Hollywood. Dieser Film verdient mehr Aufmerksamkeit als nur eine Nummer sechs auf dieser Liste. Die Grenzen des Motorsports überschreitend, berichtet der Film über das Leben eines Menschen mit einem so hervorragenden Ergebnis, dass keine Kenntnisse darüber notwendig sind, wer Senna ist. Der Film ist weit anregender, als das Sonntagsnachmittagsprogramm.

7. We need to talk about Kevin (Lynne Ramsey)

Trostlos und unnachgiebig gräbt sich Lynne Ramsays Adaption von Lionel Shrivers umjubeltem Roman ins Bewusstsein ein und weigert sich, seinen Platz wieder zu räumen. Die Abwesenheit der Bindung zwischen Mutter und Sohn wird detailliert geschildert und damit auch eine Diskussion über Natur oder Erziehung recht früh beiseitegeschoben. Kevin (gespielt von Ezra Miller) ist böse und ein beunruhigendes Wesen, das sich auf brillante Art und Weise in Millers scharfsichtigem Schauspiel offenbart. Die durchgehend lobenswerte Tilda Swinton als Mutter Eva war nie besser als bei ihrer Darstellung der gefolterten Seele, die jedes Quäntchen Sympathie des Publikums verdient. Der Film ist so eindrucksvoll, dass man sich diesen Film wohl kaum noch einmal ansehen möchte.

8. Thor (Kenneth Branagh)

Normalerweise eher bekannt mit Themen aus dem Repertoire Shakespeares, hat sich Kenneth Branagh dieses Mal einem der weniger bekannten Marvel-Charaktere aus dem Marvel-Universum des Comic-Verlages angenommen. Das war eine erfrischende originelle Story in einer Zeit, in der die am Fließband produzierten Filme mit Superhelden Gefahr liefen, langweilig zu werden. Der Film funktioniert nach dem Prinzip der „Fisch auf dem Trockenen“-Story mit einem Schlag Scharfsinn, Humor und gut gezeichneten Charakteren. So schafft es der Film auf großartige Weise, eine Balance zwischen Story und Spektakel zu finden. Das Risiko, den unbekannten australischen Schauspieler Chris Hemsworth für einen „Studio Franchise Starter“ auszuwählen, hat sich ebenfalls ausgezahlt. Die Chemie mit Natalie Portman und sein allgemein charmantes Auftreten verankert Thor und bietet die Aussicht auf kommende Abenteuer als MARVELous (Wortspiel aus dem Namen Marvel und dem englischen Wort marvellous, zu Deutsch fabelhaft).

9. Arrietty – Die wundersame Welt der Borger (Hiromasa Yonebayashi, Gary Rydstrom)

Vielleicht nicht so irrsinnig einfallsreich wie einige ältere Filme aus dem Studio Ghibli, funktioniert Arrietty weitestgehend aufgrund dessen kindlicher Einfachheit. Mit vielfarbigen Hintergründen, in denen das Auge versinken kann und einiger schöner handgemalter Kunst ist es die perfekte Leinwand für die Entfaltung der von „Die Borger“ beeinflussten Geschichte. Es ist eine intime Aufnahme einer uralten Geschichte und liefert eine direkte Antithese zu groben, im Studio erzeugten 3D-Animationen, die mit erschreckender Regelmäßigkeit am laufenden Band produziert und ohne den mühevollen Einsatz gemacht werden, der dazu führen würde, etwas ähnlich Zartes und Bezauberndes zu produzieren wie dieses hier. Mit Abstand vor dem Film „Cars 2″ handelt es sich hier zweifelsfrei um den besten animierten Film des Jahres.

10. Midnight in Paris (Woody Allen)

Mit jedem neuen Woody-Allen-Film erhofft man sich ein „Zurück zur alten Form“, was im Nachhinein nie gerechtfertigt ist. Aber dieser mit Fantasie besprenkelte Liebesbrief an Paris und die Künste ist ein köstliches Stück perfekter magischer Schrulligkeit, das ohne Frage neben Annie Hall und Manhatten Murder Mystery auf dem Regal stehen wird. Eine ansteckend liebenswürdige Besetzung, angeführt von Owen Wilson in bester Lässigkeit und den herausragenden Leistungen von Tom Hiddlestone als F. Scott Fitzgerald und Corey Stoll als Ernest Hemingway. Alle zusammen weben eine altmodische Geschichte und tragen dabei ihr Herz auf der Zunge. Es ist eine gänzlich charmante Komödie für den Existenzialisten in jedem von uns.

 



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