Restless, ein Drama unter der Regie von Gus Van Sant (Good will Hunting, Milk), läuft ab 13. Oktober 2011 im Kino.Foto: Scott Green/Sony Pictures Classics

Die Furcht vor dem Unbekannten

Von 28. September 2011 Aktualisiert: 28. September 2011 12:35

Restless ist eine wundervoll verspielte und traurige Geschichte über junge Liebe, den Tod, Geister und Veränderung. Über allem schwebt die Frage über das Leben nach dem Tod. Die Aussage des Films ist: Wenn man den Mut hat, sich der Gegenwart hinzugeben und zu sagen was man denkt, wird die Frage danach was nach dem Tod kommt, unwichtig.

Henry Hopper, der in Restless sein Leinwanddebut gibt und der seinem Vater Dennis Hopper erstaunlich ähnlich sieht, spielt den exzentrischen Jugendlichen Enoch Brae. Der hat eine morbide Vorliebe für das Hereinplatzen in Beerdigungen fremder Leute. Enochs Eltern starben bei einem furchtbaren Autounfall. Dies ließ ihn ein wenig die Fassung verlieren und so sucht er nun Antworten in den Gesichtern fremder Toter.

Enoch war nach dem Autounfall für eine Weile klinisch tot. Später behauptet er in einem verzweifelten Moment, dass da nichts war und nach dem Tod auch nichts ist.

Jedoch verwehrt er sich der Erkenntnis durch die eindeutige Tatsache, dass erst seitdem er für ein paar Minuten tot war, seinen besten Freund sehen und mit ihm kommunizieren konnte. Dabei handelt es sich um den Geist eines japanischen Kamikazefliegers namens „Hiroshi“ (Ryo Kase). Enoch sieht hier im Hinblick auf das Leben nach dem Tod den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Enochs heimliche Begräbnis-Obsession wird jedoch plötzlich von einer aufmerksamen, gleichgesinnten jungen Frau gestört, die seine Zurückweisungen ignoriert und sein Vertrauen gewinnt. Es stellt sich heraus dass die neugierige Annabel, gespielt von der Australierin Mia Wasikowska, sterben wird.

In dem Bewusstsein, dass ihr nicht mehr geholfen werden kann, begleitet Enoch Annabel auf ihrer letzten Reise und auf dieser Reise verlieben sie sich. Sie sind ein besonderes Paar. Zwei sonderbare Gleichgesinnte.

Die Kleidung der beiden ist von der Mode der 1920er und 1930er Jahre inspiriert. Sie spiegelt ein gemeinsames Wissen über den schmerzhaften Verlust in früheren Jahren wider.

Bei Restless gibt es Anmerkungen auf Filme wie „Das Beste kommt zum Schluss“ und „Harold und Maude“, sowie Ferris Buellers endloses Kuriosum über das Leben und die Notwendigkeit alle Seiten des Lebens mit Humor zu betrachten. Sie nehmen sich die Zeit sich die Namen von Wasservögeln und Käfern einzuprägen, schreiben und spielen Todesszenen und so weiter.

Bei diesem Film Restless bemerkt man sofort den Einfluss einer jungen Frau, a la Sofia Coppola. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich hier, angeleitet von ihrem Vater Ron, um das Produzentendebut der Schauspielerin Bryce Dallas Howard handelt.

Eine Filmkamera kann in einen hineinsehen. Eines der magischen Dinge des Kinos ist, dass es einen Zeuge werden lässt, wie Schauspieler wirklich denken. Um diese Magie zu unterstützen, hat Regisseur Gus Van Sant mit seinen Schauspielern praktisch einen zweiten Film mit Szenen ohne Sprache gedreht. Ohne gesprochene Worte sagt der Körper und das Gesicht mehr. Das ist die versteckte Tiefe hinter Restless. Gelegentlich sieht man den gesamten inneren Dialog, der sich auf dem Gesicht eines Schauspielers abzeichnet.

So heißt es auch in der ergreifendsten Szene „Wir haben so wenig Zeit die Dinge zu sagen, die wir meinen. Wir haben für all das so wenig Zeit.“

Obwohl das Tempo des Films manchmal ein bisschen langsam ist, zeigt uns Restless ein verlorenes junges Liebespärchen, das die gegenseitige Gegenwart genießt und sich die Zeit nimmt die Dinge auszudrücken, über die es nachdenkt. Van Sants stille Aufnahmen sind ein weiteres perfektes Beispiel dafür.

 

Empfehlung: 3,5 von 5 Sternen

 



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