„Im Glauben an Putin – Russland und sein Präsident“ im Live-Stream, heute, Di., 08.09., Doku

Epoch Times8. September 2015 Aktualisiert: 8. September 2015 14:12
Sascha ist 32 Jahre alt und emigrierte als Kind mit seinen Eltern aus Russland in die USA. Vor fünf Jahren kehrte er in das Land seiner Geburt zurück. In den fünf Jahren seit seiner Rückkehr hat sich Russland dramatisch verändert. Warum kann Wladimir Putin auf derart überwältigende Unterstützung der russischen Bevölkerung zählen? Warum glauben die Menschen der Propaganda?

Der 32-jährige Finanzanalyst und Schriftsteller Sascha gehört zu jenen geschätzten 15 Prozent der Bevölkerung, die finden, Russland müsse sich dringend von innen reformieren. Wer solche Meinungen vertritt, will laut Darstellung der staatlich kontrollierten russischen Medien Russland im Interesse des Westens ruinieren. Sascha will Russland nicht verlassen. Er will herausfinden, warum so viele seiner Landsleute glauben, was die Medien unablässig verbreiten: Nur Putin könne Russland davor schützen, vom Westen erdrückt zu werden. Die Dokumentation begleitet ihn auf der Suche nach Antworten in ganz unterschiedlichen sozialen Milieus.

Dienstag, 08.09.2015, 20.15 Uhr, ARTE
Kostenloser Live-Stream ARTE:

Dabei trifft er seinen Altersgenossen Maxim, dessen Bruder Dmitri und ihre Eltern, eine gut situierte Mittelschichtsfamilie in St. Petersburg. Mutter Elvira ist Marketing-Managerin, Vater Valerij Bauunternehmer; die Söhne haben studiert und arbeiten ebenfalls in der Privatwirtschaft. Bei Tee und Piroggen diskutieren sie mit Sascha über die Ukraine, die Wirtschaftskrise und die allgegenwärtige Korruption. Die Familie beklagt die täglichen Bestechungen im russischen Alltag und weiß sehr wohl, dass die Medien einseitig berichten. Trotzdem glaubt sie fest an die Kernbotschaft der russischen Propaganda: dass Putin das Richtige tut.

So ist es auch bei der Familie der 57-jährigen Schaffnerin Nadeshda, die in bescheidenen Verhältnissen lebt. Etliche Alltagsgegenstände in ihrem Haushalt sind mit einem Putin-Porträt verziert. Sie ist sich mit ihren Kindern und Schwiegerkindern einig, dass Putin am besten weiß, was Russland braucht. Nadeshda ist vehement gegen jede Art von Krieg – glaubt aber ebenso fest, dass Russland sich verteidigen muss. Dazu gehört auch, den russischen Landsleuten in der Ukraine zu Hilfe zu eilen, die ihrer Überzeugung nach vom Faschismus bedroht sind. Außerdem ist es für sie eine ganz natürliche Tatsache, dass die Krim zu Russland gehört.

Sascha erlebt bei beiden Familien tiefsitzende Angst vor dem Chaos der Zeit unmittelbar nach dem Zerfall der Sowjetunion und ihre Sorge um die mühsam erarbeitete wirtschaftliche Stabilität. Dass genau diese Ängste von den Propagandisten des Kreml geschürt und ausgebeutet werden – dessen sind sie sich nicht bewusst. Sascha erlebt ein verblüffendes Paradox: Selbst kritisch denkende Menschen glauben nur zu gerne, jegliche Opposition im Land werde von den Feinden Russlands im Westen gesteuert, und im Ukraine-Krieg müsse die Souveränität Russlands verteidigt werden.

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