Niederlande gewinnen ESC 2019 – Deutschland nur Platz 24

Epoch Times19. Mai 2019 Aktualisiert: 19. Mai 2019 6:57
Auf der Straße, in der Kneipe oder zu Hause vor dem Fernseher: Die Niederländer haben begeistert auf den Sieg beim Eurovision Song Contest reagiert. Für Deutschland wurde es erneut nichts.

Der große Favorit Niederlande hat den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Mit seiner Popballade „Arcade“ setzte sich der 25-jährige Sänger Duncan Laurence im Finale in Tel Aviv am Samstagabend knapp vor Italien durch.

Das deutsche Duo S!sters belegte mit seinem Song „Sister“ den drittletzten Platz unter den 26 Startern. Die beiden Sängerinnen Laurita Spinelli und Carlotta Truman hatten schon vorab als Außenseiterinnen des Wettbewerbs gegolten.

Das Ergebnis in dem spannenden Finale fiel knapp aus – mit 492 Punkten hatte Laurence nur 27 Punkte mehr als Italiens Sänger Mahmood. Auf Platz drei kam Russland mit 369 Punkten.

Für die Niederlande war es ihr erster Sieg bei dem Musikwettbewerb seit 44 Jahren. „Wunderbar!“, freute sich der niederländische Regierungschef Mark Rutte in Online-Netzwerken. Auch das Königshaus gratulierte kurz nach seinem Sieg.

Laurence, der mit bürgerlichen Namen Duncan de Moor heißt, war bis vor kurzem auch in seiner Heimat kaum bekannt. Seine neu gewonnene Popularität nutzt er, um für Toleranz zu werben. 2016 hatte sich der Musiker öffentlich zu seiner Bisexualiät bekannt.

Null Punkte vom Publikum für Deutschland

Das deutsche Duo S!sters wurde nach Auswertung der Abstimmungsergebnisse von Jury und Publikum 24. und damit Drittletzter. Bei den Jurys lagen die beiden deutschen Sängerinnen mit 32 Punkten noch auf Platz 21. Deutschland bekam dann aber als einziges Land vom Publikum null Punkte und wurde so Drittletzter, nur Weißrussland und Großbritannien holten in der Summe noch weniger Punkte.

Die S!sters galten bereits im Vorfeld als Außenseiter, die Sängerinnen Laurita Spinelli und Carlotta Truman zeigten aber einen fehlerfreien Auftritt in der vierstündigen Finalshow. Spinelli nannte das ESC-Finale in der ARD „ein Feuerwerk der Gefühle“, die ganzen Tage in Tel Aviv seien eine „unglaublich prägende Zeit“ für sie beide gewesen. Die gute Laune ließen sich die beiden von dem schlechten Abschneiden nicht verderben.

Publikums- und Jurybewertung

Der seit Wochen in den Wettbüros favorisierte Laurence lag bei der Jurywertung noch auf Platz drei hinter Schweden und Nordmazedonien. Nach seinem Erfolg zeigte er sich zutiefst erleichtert. „Das kann man mit Worten nicht beschreiben. Ich bin so glücklich.“ Der Gewinn des gläsernen Mikrophons des Siegers sei das Ergebnis von harter Arbeit seines ganzen Teams.

Laurence konnte allerdings weder die Abstimmung der Jury noch die des Publikums gewinnen. Beide Abstimmungen unterschieden sich zum Teil deutlich. So bekam die nordmazedonische Sängerin Tamara Todevska nach den 237 Punkten von der Jury lediglich 58 Punkte vom Publikum – damit landete sie am Ende auf Platz acht. Der nach der Jury-Wertung mit 239 Punkten führende Schwede John Lundvik bekam vom Publikum nur 93 Punkte und rutschte auf Platz sechs.

Am stärksten fiel der Unterschied zwischen den zwei Abstimmungen bei den Norwegern aus. Diese lagen mit 47 Punkten der Juroren zunächst nur auf Platz 15. Beim Publikum holte Norwegen dagegen mit 291 Punkten die meisten Punkte aller Starter und wurde in der Summe Fünfter, knapp hinter der Schweiz.

„Alle haben besser gesungen als Madonna“

Das 64. ESC-Finale fand in Israel statt, weil im vergangenen Jahr die israelische Sängerin Netta mit ihrem Lied „Toy“ gewonnen hatte. Die israelischen Gastgeber wollten mit Weltstar Madonna als Stargast dem weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb eine besondere Note geben – der Plan ging allerdings zumindest teilweise nach hinten los.

Die US-Sängerin zeigte erstaunliche Schwierigkeiten, die Töne zu treffen. In den sozialen Netzwerken ergoss sich Spott und Häme, zahlreiche Nutzer fragten, ob das die echte Madonna sei. ARD-Moderatorin Barbara Schöneberger sagte, „alle haben besser gesungen als Madonna“. (afp/dpa)

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