Von Dubai auf die Malediven: Der Reiz der Gegensätze

Von 18. März 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 17:02
Die Betonkulisse des Emirats Dubai und die Wasserwelt des Haa Alif Atolls der Malediven bilden eine attraktive Alternative.

Reif für die Insel? Selbst ein kurzer Aufenthalt in Dubai hinterlässt im Kräftehaushalt Anzeichen der Ermüdung. Angesichts eines zur Gigantomanie neigenden Baubooms, mit dem sich die Megacity am Persischen Golf in den letzten Jahrzehnten mit stets neuen Konturen immer weiter in die oberen Sphären hoch hangelte. Und dabei eine Aufbruchsstimmung freisetzte, die selbst noch dem Wüstensand die originellsten urbanen Kreationen entlockte. Mit eher bewundernswertem oder abschreckendem Ergebnis?

Denn an kaum einer anderen Stadt scheiden sich die Geister so wie an Dubai. Das bleibt auch Otto Kurzendorfer aus Deutschland nicht verborgen. Als General Manager des angesehenen Jebel Ali Golf Resorts registriert er die jeweiligen Argumente stets mit seismografischer Genauigkeit. Um Vorurteile zu vermeiden, ist ihm daher mitten im Großstadtdschungel stets daran gelegen, einen neuen Zugang zu dem von Stahlbeton und Glasfassaden geprägten Phänomen Dubai zu erschließen.

Architektonische Originalität

Für ihn nichts leichter als das. Denn wie kaum ein anderes Verkehrsmittel ist das in seinem Hotel-Bootshafen geparkte Seawings-Wasserflugzeug dazu geeignet, selbst notorische Zweifler aus der Vogelperspektive heraus mit der angeblich aus den Fugen geratenen Stadt zu versöhnen. Denn aus dieser den Blick öffnenden Distanz wird augenblicklich deutlich, welche architektonischen Wunderwerke innerhalb einer kurzen Zeitepoche aus dem kargen Boden hervor wuchsen. Rund um den legendären Dubai Creek, zu dessen gewundenem Ufer hin sich die traditionellen  Souks der Altstadt öffnen.

Demgegenüber ein hoch in den Himmel wachsender Burj Khalifa, der – einer riesigen Nadel gleich – in seiner Respekt einflößenden und doch zugleich eleganten Erscheinungsform alle anderen Wolkenkratzer dieser Welt an Höhe bei weitem in den Schatten stellt. Oder aber das einem gigantisch aufgeblähten Segel gleichende Burj Al Arab, das in seiner architektonischen  Genialität nach wie vor die meisten neugierigen Blicke auf sich zieht.

Aufbruchsstimmung Tropenparadies

Und dann wieder ist es die Palm Jumeirah, die die volle Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Ebenfalls ein Wunderwerk der Technik, das längst nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken ist. In der Tat ein versöhnlicher Höhepunkt des Dubai-Abenteuers und bestens dazu geeignet, die sich anbahnende Aufbruchsstimmung in Richtung einsame Insel positiv zu beflügeln.  

Und die liegt, dem indischen Festland vorgelagert, im Tropenparadies des Indischen Ozeans. Als eines jener Malediven-Idylle, das von der Maledivenhauptstadt Male aus mit einem der wendigen Wasserflugzeuge in etwas mehr als einer Stunde erreicht wird. Wie die Schalenhälften einer Muschel umschließen die Eilande des Haa Alif Atolls die im Sinkflug gut überschaubare Lagune.

Inspirierende Blicke

Und offenbaren in deren Zentrum inmitten tropischer Einsamkeit das JA Manafaru Inselresort, das sich bereits bei ersten Kontakt als die Perle der nördlichen Malediven entpuppt. So sieht es auch Jessica aus Aschaffenburg, die als Villa Host die anlandenden Gäste zu ihrer jeweiligen Unterkunft geleitet. Zu jenen unauffällig in eine dichte Tropenvegetation eingepassten Beach Bungalows. Oder gar zu den auf Stelzen ruhenden Sunrise und Sunset Water Villas, die allesamt keinen Komfort während des bevorstehenden Robinson-Crusoe-Aufenthalts vermissen lassen.

Das JA Manafaru demnach der Prototyp jener Tropeninseln, für die jeder einmal reif ist? Dieser Eindruck bestätigt sich in der Tat bei der Umrundung des kleinen Eilandes mit seinem schneeweißen Sandstrand. Flach auslaufend im azurblauen Wasser der Lagune, dessen einladende Wärme nicht lange verborgen bleibt. Als äußerst attraktiv erweisen sich zudem die ausgefallenen Restaurants wie das White Orchid Restaurant am Landungssteg mit seiner asiatischen Küche, das in der Abendstimmung im Wechselspiel von Licht und Schatten inspirierende Blicke auf die Lagune bereithält.

Tanz der Delfine

Mit ausgestrecktem Arm zeigt Direktor William Harley-Fleming, einer schottischen Familientradition entstammend, hinüber zum nördlichsten Rand des Atolls. Dorthin, wo es regelmäßig den Tanz der Delfine zu bewundern gilt. Dieser folgt, wie sich bereits am folgenden Tag zeigt, seinen eigenen Regeln. Wenn sich an die hundert Tiere um das Boot herum tummeln, als gelte es, in stilvoller Eleganz vor einer fachkundigen Jury einen Ballettwettbewerb auszutragen.  

Teils solo, wenn sie nacheinander mit hohen Luftsprüngen die Wasseroberfläche weit unter sich lassen und damit die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben scheinen. Oder aber als Gruppe, die mit ihren im gleißenden Sonnenlicht schillernden  Leibern die maritime Polonäse vor dem Boot anführt, dabei stets in enger Formation und mit tänzerischer Leichtigkeit. Keine leichte Aufgabe für die Jury an Bord, die sich in begeisterter Neugier mit den Tieren verbunden weiß.

Illusion in Azurblau

Strandlinie von JA Manafaru / MaledivenStrandlinie von JA Manafaru / MaledivenFoto: Bernd Kregel

Was liegt da näher, als selbst ins Wasser hinab zu steigen. Mit Schnorchel oder Tauchausrüstung, um sich selbst von dem tropischen Fischreichtum der nördlichen Malediven zu überzeugen. Und sich anschließend am spiegelglatten Infinity Pool des Resorts der Illusion hinzugeben, sein Wasser verschmelze in der Weite des Horizonts unmittelbar mit dem azurblauen Himmel.

Und irgendwann kommt er dann doch, der befürchtete Abschied von diesem Tropenparadies im Indischen Ozean. Schon steht die Sea Otter der Trans Maldivian Airways bereit, die nun die lieb gewonnene Tropenidylle zügig hinter sich lässt. Dafür aber auf dem Rückflug nach Male noch einmal den Blick freigibt auf eine die Fantasie anregende Atoll-Wasserlandschaft, wie es sie in dieser Form nirgendwo auf der Welt ein zweites Mal gibt.

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