Grüne beschließen „Bauwende“ und erklären das Einfamilienhaus für unerwünscht

Von 20. November 2019 Aktualisiert: 20. November 2019 20:12
Befürworter einer schwarz-grünen Regierungsoption werden nicht müde, die Grünen als zutiefst bürgerliche Partei darzustellen. Auf ihrem Parteitag haben diese jedoch nun einem weiteren Symbol bürgerlichen Lebens den Kampf angesagt: dem Einfamilienhaus.

So weit wie einst Rumäniens Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu, der im Rumänien der 1970er Jahre sein „Programm zur Systematisierung der Dörfer“ vorlegte, das die Schleifung von Dörfern unter 1000 Einwohnern zugunsten „agro-industrieller Zentren“ mit angegliederten Plattenbausiedlungen vorsah, wollen Deutschlands Grüne nicht gehen.

Mit dem von den 68ern so viel gescholtenen „Spießeridyll“ des westdeutschen Bürgertums der Nachkriegszeit, das sich um Auto, Einfamilienhaus und Kleinfamilie rankte, hat die heute führende Partei des urbanen Bildungsbürgertums allerdings immer noch keinen Frieden geschlossen.

Nach der „Verkehrswende“, die Parteisprecher Robert Habeck zufolge beinhaltet, dass „wir […] der Industrie vorschreiben, welche Motoren zu welchem Zeitpunkt nicht mehr produziert werden“, fand am Samstag (16.11.) auch ein Antrag zur „Bauwende“ auf dem Parteitag der Ökosozialisten in Bielefeld eine Mehrheit.

Autobahn geht gar nicht – und 150 Einfamilienhäuser sind ein Kilometer davon

Darin wird erklärt, dass für den Bau eines Einfamilienwohnhauses im Schnitt etwa 200 Tonnen Kies und Sand erforderlich wären – was bedeute, dass 150 davon bereits so viel benötigten wie ein Autobahnkilometer.

„Das können wir uns nicht mehr leisten“, heißt es dazu, „Einfamilienhäuser verbrauchen besonders viele Ressourcen, da im Vergleich zum Mehrfamilienhaus der Außenhautanteil sehr groß ist, zudem verschleißen sie extrem viel Bauland und Infrastruktur.“

Immer neue Einfamilienhausgebiete auf der grünen Wiese trieben den Flächenverbrauch weiter an und führten vielerorts gleichzeitig zu leerfallenden und öden Ortskernen. Um dem einen Riegel vorzuschieben, sollen „Privilegien für Flächenverbrauch, wie das erleichterte Baurecht im Außenbereich“ fallen und Baustoffe durch ihre CO2-Bepreisung verteuert werden.

In den Bauordnungen der Länder soll, so schreibt die „Welt“, unter dem Banner von „Ressourcenschutz und -effizienz“ ein Schutzstatus für unversiegelten Boden „mit Festlegung eines bis 2035 auf Netto-Null sinkenden Flächenverbrauchs“ durchgesetzt werden. Zudem wird ein „Programm für flächensparendes Wohnen“ gefordert.

Probelauf in Hamburg-Nord

Eine diesbezügliche Kostprobe hatte die rot-grüne Mehrheit im Bezirk Hamburg-Nord bereits Ende Oktober geliefert. So vereinbarten SPD und Grüne dort, dass bei der Schaffung von Wohnraum nur noch „Lückenbebauung und Aufstockung“ vorgesehen werden sollen.

Um die „wertvolle Ressource Boden effizient zu nutzen“, sollen laut Koalitionsvertrag in neuen Bebauungsplänen jedoch keine Einfamilienhäuser mehr ausgewiesen werden, berichtet die „Morgenpost“. An geeigneten Orten könnten auch „prägende Landmarken mit deutlich mehr Stockwerken“ entstehen.

Da es sich bei dem betroffenen Gebiet um eine urban geprägte Lage handelt, die deutlich dichter bebaut ist als das angrenzende Umland außerhalb der Stadt, blieben die Proteste verhalten und dem Schritt wurde keine größere Bedeutung zugemessen. Der nunmehrige Parteitagsbeschluss macht jedoch deutlich, dass die Grünen künftig auch flächendeckend dem Neubau von Einfamilienhäusern den Kampf ansagen wollen.

Nächster Stopp: „Familienwende“?

Offen bleibt bislang, ob nach der gegen den Individualverkehr gerichteten „Verkehrswende“ und der „Bauwende“ nicht bald auch die „Familienwende“ beschlossen werde – die nach dem Auto und dem Einfamilienhaus auch das Kind zum Luxus erklären würde, das man sich in Zeiten der „Klimakatastrophe“ nicht mehr leisten könne.

SPD-Genossin Verena Brunschweiger hatte ja aus diesem Grund bereits vor Monaten die Zahlung einer Prämie für Kinderlose gefordert. Der Kampf gegen die Statussymbole des „spießigen Kleinbürgers“ unter dem Banner des „Klimaschutzes“ würde auf diese Weise auch offiziell diese Ebene erreichen.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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