Kein Klimastreik in autoritären Staaten: „Energiewende“ wäre in Russland Programm zur Selbstdemontage

Von 3. Januar 2020 Aktualisiert: 4. Januar 2020 15:55
Auf dem Weltklimagipfel in Madrid durfte der russische Student Arshak Makichyan sogar neben seinem Idol Greta Thunberg sitzen. Zu Hause in Moskau hingegen musste er mit Kakerlaken eine Gefängnismatratze teilen. Der "Klimaschutz" hat in Russland einen schweren Stand.

Ein vor allem in libertären und konservativen Kreisen beliebtes Meme in sozialen Medien wirft die Frage auf, warum es keine „Fridays for Future“-Proteste in China gäbe – und beantwortet sie mit der Feststellung: „Weil China schon kommunistisch ist.“

Ein aktueller Fall aus der Russischen Föderation

Befürworter des „Klimaschutz“-Gedankens werten den Umstand, dass entsprechende Bewegungen, die ein Ende des Wirtschaftswachstums, umfassenden Verzicht und strenge staatliche Eindämmungsmaßnahmen der menschlichen CO2-Produktion fordern, fast ausschließlich in westlichen Ländern vertreten sind, als Zeichen der wachen „Zivilgesellschaft“, die die liberale Demokratie des Westens gegenüber autoritären Modellen auszeichne.

Skeptiker hingegen sehen darin ein verräterisches Element – nämlich entweder dahingehend, dass autoritäre und totalitäre Staaten die „Klimaschutz“-Agenda im Westen selbst steuern, um diesen zu schwächen, oder ob die Bewegungen zwar tatsächlich „hausgemacht“ seien, aber das Ziel verfolgen, eine autoritäre oder totalitäre Gesellschaft hier zu errichten.

China kennt keine Greta

Fakt ist jedenfalls, dass das totalitäre China oder das autoritäre Russland alle erdenklichen internationalen Klimaschutzvereinbarungen auf UN-Ebene oder in sonstigem Rahmen unterschrieben hat – jedoch niemand dort daran denkt, Deutschlands „Vorreiterrolle“ beim ökologischen Umbau seiner Energieversorgung zum Vorbild zu nehmen.

Im Wissen darum, dass das chinesische Modell bei vielen westlichen Klimaschützern Bewunderung erfährt – die Diktatur sorgt für schnellere Entscheidungen, verhindert Widerstände, beschränkt das Fortpflanzungsverhalten und reguliert die Wirtschaft – lässt sich das kommunistische China dafür feiern, dass es 2017 etwa 200 Milliarden US-Dollar in neue Solarzellen, Windparks, Wasserkraftwerke oder Biomasseanlagen gesteckt hat.

Da bleibt es gerne mal unerwähnt, dass Peking Jahr für Jahr nicht nur im eigenen Land hunderte Kohlekraftwerke aus dem Boden stampft, sondern auch weltweit solche mit einer Kapazität von 399 Gigawatt baut oder plant – die meisten davon in Bangladesch, Vietnam, Südafrika, Pakistan und Indonesien.

Eine „Fridays for Future“-Bewegung gibt es in China jedenfalls nicht, und wo man von Einzelaktivisten gehört hatte, blieb es bei der einmaligen Erwähnung. Greta Thunberg selbst spricht die Situation im kommunistisch regierten Land so gut wie nie an – und in chinesischen Regime-Medien, die sich an ein internationales Publikum wenden, findet sie ihrerseits sehr selten Resonanz. Stattdessen wird über schlechte Luft in Teilen Australiens, Hochwasser in Großbritannien und böse Populisten berichtet, die sich von der regelbasierten internationalen Ordnung ausklinken.

„Energiewende“ wäre in Russland Programm zur Selbstdemontage

Russland wiederum ist einer der wichtigsten weltweiten Exporteure von Erdöl und Erdgas – und glaubt man Wirtschaftsanalysten, ist trotz einiger Ankündigungen immer noch nicht viel Entscheidendes geschehen, um eine nachhaltige Diversifizierung der Einnahmequellen für den Staatshaushalt zu erreichen. Entsprechend würde Russland stark davon profitieren, müssten westliche Länder infolge zu teurer oder unzureichender eigener Energieversorgung fossile Energieträger von dort beziehen – hingegen würde eine „Energiewende“ nach deutschem Vorbild im bestmöglichen Fall eine vollständige Abhängigkeit von China, im schlechteren Hungersnöte und Zustände wie in den 1990ern schaffen.

Wohl auch deshalb wächst die Beliebtheit des 25-jährigen Moskauer Violinstudenten Arshak Makichyan in der Föderation nicht in den Himmel. Zwar durfte er im Dezember auf der „Weltklimakonferenz“ in Madrid neben Greta Thunberg sitzen und sogar eine kleine Rede halten. In Moskau steht er jedoch meist allein auf dem Puschkinplatz und hält dick eingepackt in Winterklamotten ein Schild in die Höhe mit der Aufschrift „Globale Erwärmung ist gleichbedeutend mit Hunger, Krieg und Tod“.

Wie das Nachrichtenportal von web.de berichtet, hat Makichyan jüngst sogar sechs Tage lang mit einer russischen Gefängniszelle Bekanntschaft schließen dürfen. Er war über die Tücken des russischen Versammlungsrechts gestolpert, dem zufolge Kundgebungen mit mehr als einer Person stets im Vorfeld beantragt werden müssen – was in vielen Fällen dazu führt, dass Stadtverwaltungen politisch nicht genehme Versammlungen nicht oder nur an ungünstigen Standorten genehmigen. Nachdem zwei Gleichgesinnte sich im Oktober ihm angeschlossen hätten, seien alle drei einkassiert und er im Dezember sogar verurteilt worden.

„Klimaschutz“ in russischen Inlandsmedien kein Thema

Nach seiner Entlassung berichtete er von „30 Jahre alten Matratzen“, Kakerlake und „schrecklichen Toiletten“, die ihn jedoch nicht davon abgehalten hätten, am Freitag nach seiner Entlassung wieder zu protestieren. Auch in anderen Städten hätten sich, wie „Vice“ berichtet, einzelne Aktivisten gefunden, die der Bevölkerung den „Klimaschutz“-Gedanken nahebringen wollen – allerdings meist mit durchwachsenem Erfolg. So hätten Behörden mit „Einschüchterungen“ reagiert, aber auch in der Bevölkerung kommen Verzichtsappelle in einem Land, das lange Armut unter einer kommunistischen Diktatur erlebte, nicht flächendeckend gut an.

Die gängigen Medien im Inland würden den „Klimaschutz“ als Thema kaum ernst nehmen, klagt Makichyan, stattdessen müsste man sich Informationen darüber von englischsprachigen Seiten aus dem Internet holen. Er hoffe nun, dass Waldbrände und Überschwemmungen, wie es sie im Vorjahr in Teilen der Russischen Föderation gegeben habe, zu einem größeren Interesse an dem Thema führen.

Russische Auslandsmedien, die sich an ein internationales Publikum wenden, zeichnen sich durch einen hohen Grad an Ambivalenz im Umgang mit dem Thema aus. So berichtet beispielsweise „Sputniknews“ sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch häufig verhältnismäßig kritisch über Greta Thunberg und die „Klimaschutz“-Bewegung – allerdings jeweils mit einem eigenen Akzent, der mit der antiamerikanischen und antikapitalistischen Ausrichtung des Mediums konformgeht. So wird beispielsweise die Klimabewegung in ihrer Tendenz als Bestrebung US-amerikanischer Konzerne dargestellt, die auf diese Weise andere Länder schwächen wollten.

RT Deutsch: Klimaskeptiker als „Agenten der Ölmultis“

Im Fall von RT positioniert sich die internationale, englischsprachige Plattform dem Thema gegenüber ebenfalls ambivalent. Von ausgewiesenen Skeptikern des Anliegens bis hin zu Linksextremen, denen selbst die US-Demokraten nicht radikal genug für die „Klimaschutz“-Agenda auftreten, finden sich mehrere Positionen.

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Die deutschsprachige Ausgabe des Senders, die am äußersten linken Rand des politischen Spektrums angesiedelt ist, ist dem Klima-Narrativ gegenüber erwartungsgemäß aufgeschlossen. Die „Rettung des Planeten“ gilt dort als Verkaufsargument, um „die Eliten zu stürzen“. Diese sind aber nach dieser Lesart mitnichten solche, deren Bestrebung es wäre, traditionelle Lebensweisen oder die Souveränität von Nationen zugunsten globaler linker Gesellschaftsexperimente zu opfern, sondern „kapitalistische“, die sich einer „neoliberalen“ und proamerikanischen Agenda verschrieben hätten. In deren Diensten stehen demnach auch Skeptiker, die unter „Lobby“-Verdacht gestellt werden – der „Klimaschutz“-Befürwortern natürlich völlig fern liegt – oder als Vorhut dienen, um den „Ölmultis“ und dem „militärisch-industriellen Komplex“ die „Profite zu sichern“. Entsprechend wenig kritisch wird die Position von „Wissenschaftlern“ – zu denen unter anderem „Prof. Mickey Mouse“ gehörte – wiedergegeben, deren Forderungen sowohl an die Politik „als auch an die Menschen und deren Ernährungs- und Fortpflanzungsverhalten gerichtet“ seien.

Kritik an Greta Thunberg und „Fridays for Future” gibt es allenfalls insofern, als die Bewegung sich selbst und dem Anliegen wie jüngst durch Tweets über ältere Mitbürger oder andere extreme Aussagen ins Knie zu schießen droht oder der PR-Zweck zu stark erkennbar wird.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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Die Anhänger der Theorie des „menschengemachten Klimawandels“ behaupten, dass diese Schlussfolgerung durch wissenschaftlichen Konsens erreicht wurde oder bereits wissenschaftlich abgesichert ist – doch dem ist nicht so. Für einige Umweltschützer gelten Menschen, die diese Schlussfolgerung ablehnen, nicht nur als wissenschaftsfeindlich, sondern auch als Anti-Humanisten. Der Physiker Michael Griffin, ein ehemaliger NASA-Administrator, sagte in einem Interview mit National Public Radio (NPR) im Jahr 2007:

Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Globalisierung – dass ein Trend zur globalen Erwärmung besteht. Ich bin mir nicht sicher, ob es berechtigt ist zu sagen, dass es ein Problem ist, mit dem wir ringen müssen. Wenn man davon ausgeht, dass es ein Problem ist, geht man davon aus, dass der Zustand des Erdklimas heute das optimale Klima ist, das beste Klima, das wir haben oder jemals hatten, und dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, um sicherzustellen, dass es sich nicht ändert.

Vor allem glaube ich nicht, dass es in der Macht der Menschen liegt, dafür zu sorgen, dass sich das Klima nicht ändert, wie die Millionen Jahre Geschichte gezeigt haben, und zweitens möchte ich wohl fragen, welchen Menschen – wo und wann – das Privileg gewährt werden soll, zu entscheiden, dass dieses besondere Klima, das wir heute hier haben, im Moment das beste Klima für alle übrigen Menschen ist. Ich denke, das ist eine ziemlich arrogante Position, die die Leute einnehmen wollen.

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