Knigge verrät wie man Klimapolitik „emotional intelligent“ anspricht – Klimaskeptiker umweltbewusster als Alarmisten

Von 6. Dezember 2019 Aktualisiert: 6. Dezember 2019 16:11
Alarmistische Rhetorik, verbunden mit Schuldappellen oder Mahnungen zu Verzicht und Kinderlosigkeit, scheint Skepsis gegenüber dem „menschengemachten Klimawandel“ nur zu verfestigen. Eine US-Forscherin empfiehlt Ökobewegten deshalb nun eine andere Strategie.

Während Anhänger der These einer „menschengemachten Klimakatastrophe“ am Vorabend des Weltklimagipfels in Madrid mehr denn je davon überzeugt sind, dass ihre These wissenschaftlich fundiert sei, will die Zahl der Skeptiker dieses Narrativs nicht abnehmen.

Auf einen angeblichen 97-Prozent-Konsens der Wissenschaft zu verweisen, die weltweiten Aufmärsche Jugendlicher als Indiz für die Dringlichkeit des Themas zu präsentieren oder moralisierend bis herablassend auf Widerstände zu reagieren, hat sich bislang eher als kontraproduktiv erwiesen. Im Gegenteil: Je größer die Bedrohung dargestellt wird und je radikaler die Maßnahmen sind, die als unausweichlich ins Treffen geführt werden, um in letzter Minute noch das drohende Ende der Menschheit abzuwenden, umso mehr stoßen die Klimabewegten auf Reaktanz aufseiten derjenigen, die nicht mitziehen und von Grund auf ihre Lebensweise ändern wollen.

Klimapolitik „emotional intelligent“ ansprechen

Dieser Umstand hat die Assistenzprofessorin für Kommunikationswissenschaften an der Universität von Nevada in Las Vegas, Emma Frances Bloomfield, dazu veranlasst, eine Art Knigge zu entwerfen, der es ermöglichen soll, das Thema des Klimawandels in einer „emotional intelligenten“ Weise anzusprechen – etwa während der bevorstehenden Feiertage am Familientisch.

Was soll man also tun, wenn man über steigende Meeresspiegel und schrumpfende Eisschollen besorgt ist – und eine produktive Konversation darüber führen will, die ohne persönliche Angriffe auskommt? Experten sagen, es sind ein paar Regeln zu beachten.“

Aktuelle Ereignisse wie extremes Wetter oder Wahlen eignen sich als „sanfter Übergang zu einer Konversation über den Klimawandel“, meint Bloomfield, die sogar schon ein Buch zum Thema „Kommunikationsstrategien gegenüber Klimaskeptikern“ veröffentlicht hat.

Sollte dieser Versuch, das Gespräch auf den Klimawandel zu lenken, auf Desinteresse stoßen, solle man nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern vorerst den geordneten Rückzug antreten. Die betreffende Person zu überrumpeln, könne die Abwehrhaltung noch verstärken, und vielleicht komme der Gesprächspartner ja später noch einmal darauf zurück.

„Ausmaß des Widerstandes“ feststellen

Wichtig sei zudem, das Ausmaß des Widerstandes festzustellen. Dazu gehöre es auch, die Wurzeln der „Leugnung“ zu ergründen. Die Betreffenden könnten etwa Klimawissenschaftlern generell nicht trauen, die Wissenschaft für inakkurat halten, sie für gekauft oder als Grundlage einer bestimmten Agenda erachten. Einige würden die Klimawissenschaft zurückweisen, weil sie um ihr wirtschaftliches Wohlergehen fürchten, andere wiesen sie aus religiösen Gründen zurück.

Bei „sturen“ Skeptikern bringe Konversation wenig, meint Bloomfield, hier empfehle es sich nur on- oder offline weiter zu diskutieren, wenn Dritte anwesend seien, die davon profitieren könnten. Immerhin sei die Mehrheit nicht von vornherein verschlossen, sondern „vorsichtig und unsicher“, aber ohne geschlossenes Weltbild.

Eine Konversation solle auch nicht belehrend vonstattengehen, sondern als Dialog betrachtet werden. Immerhin sei es ja denkbar, in Teilbereichen Konsens zu erzielen.

„Einige Leute, die explizite Leugner oder Skeptiker sind, sorgen sich ja trotzdem um die Umwelt. Wenn man in die Konversation mit der Annahme hineingeht, Wissenschaft oder Umwelt wären ihnen egal, verschafft man sich selbst ein Handicap und der Konversation einen holprigen Beginn.“

Klimaskeptiker verhalten sich umweltbewusster als Alarmisten

Die Annahme, Klimaskeptiker würden sich individuell durchaus bewusst um ein umweltbewusstes Verhalten im eigenen Alltag bemühen, wird übrigens durch eine Langzeitstudie unter 600 Amerikanern erhärtet, die im Vorjahr im „Journal of Environmental Psychology“ veröffentlicht wurde. Demnach würden diejenigen, die am stärksten vom menschengemachten Klimawandel überzeugt seien, am ehesten nach politischen Maßnahmen in diesem Themenbereich verlangen, selbst aber individuell wenig Bereitschaft zeigen, radikalen Verzicht zu üben. Klimaskeptiker hingegen würden politische Maßnahmen rigoros ablehnen, aber persönlich kaum zu einem emissionsintensiven Lebensstil neigen.

Generell sei es, so Forscherin Bloomfield, sinnvoller, keine wildfremden Personen auf das Thema anzusprechen, sondern solche, die man von irgendwoher kenne und mit denen einen gemeinsame Erfahrungen verbänden. Auch solle man „mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, nicht mit dem, unbedingt zu überzeugen“ in die Konversation gehen.

Man solle mit den zweifelnden Menschen „an ihren Werten statt an ihrer Position“ zusammenfinden, meint auch Nardia Haigh von der Universität Boston. Daher müsse man diese bezogen auf den Klimawandel erfragen: „Nimm ein Blatt aus dem Buch des Sokrates und stell ihnen Fragen darüber, was der Klimawandel für sie persönlich oder beruflich bedeute, und dann stell Folgefragen.“

„Welche Werte stehen hinter der Skepsis?“

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Rhetorikprofessor Erec Smith vom York College in Pennsylvania, geht ebenfalls davon aus, dass die persönlichen Wertvorstellungen die Quelle des Widerstands wären. Deshalb empfiehlt er die Taktik des „Narrativ-Entrismus“, um gemeinsamen Boden zu finden – etwa gegenüber gläubigen Christen Genesis 2,15 anzuführen, der dem Menschen auftrage, Gottes Schöpfung zu bewahren.

Die auf diese Weise hergestellte Gemeinsamkeit „hilft, sein Argument anzubringen, ohne den Glauben des anderen von vornherein zurückzuweisen“. Was Smith bei dieser Gelegenheit nicht erwähnt, ist, dass sich die Stelle auf den Garten Eden bezieht: Was das Leben auf der Erde anbelangt, geht aus 1 Mose 8,22 hervor, dass nicht der Mensch, sondern Gott entscheide, wie lange es auf Erde menschliches Leben gebe – und dass in dessen Schöpfungsplan menschliche Unzulänglichkeiten bereits eingepreist seien.

Demgegenüber sollten gegenüber ökonomisch motivierten Klimaskeptikern Beispiele erfolgreicher Unternehmen angesprochen werden, die bereits „nachhaltig“ wirtschaften. Die Wertvorstellungen hinter der Klimaskepsis zu eruieren, so der Konsens unter den Kommunikationswissenschaftlern, helfe, eine Situation korrekt zu beurteilen und das Thema in passender Weise anzusprechen.

NLP für den Umgang mit „Ungläubigen“

Wirtschaftsberater oder Führungskräfte im Vertrieb dürften im Fall des einen oder anderen strategischen Ratschlags ein Déjà-vu erleben. So nutzen etwa Trainer des „Neurolingustischen Programmierens“ (NLP) Techniken wie den „Anker“, das „Pacing und Leading“ oder „Reframing“ und „Swish“ als Ansätze, um negative Assoziationen des Gegenübers zu verändern und diesem den Eindruck zu vermitteln, man spreche dieselbe Sprache und arbeite an einem gemeinsamen Ziel.

Zielgerichtetes Ansprechen des engeren oder weiteren Bekanntenkreises unter Nutzung gemeinsamer Ankerpunkte ist auch eine Technik, die in Strukturvertrieben gelehrt wird. Was Bloomfield im Kern darstellt, ist der Ansatz, den „Klimaschutz“ auf eine Art und Weise zu verkaufen, wie dies ansonsten bei Kapitallebensversicherungen oder Riesterverträgen geschieht.

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