„Millionen stehen hinter uns“: Die Spur des Geldes hinter dem „Klimastreik“

Von 24. September 2019 Aktualisiert: 24. September 2019 19:29
„Fridays for Future“-Initiatorin Greta Thunberg äußerte sich zufrieden, aber auch überrascht über die Beteiligung am weltweiten „Klimastreik“ vom vergangenen Freitag. Kritiker sind dies weniger. Sie machen darauf aufmerksam, dass die Billigung der Teilnahme von Schülern durch Schulbehörden und die Größe und Finanzstärke der Netzwerke hinter den Aufmärschen gegen eine „spontane“ Manifestation spreche.

Noch vor ihrem bizarren Auftritt am Montag (23.9.) vor dem „UN-Klimagipfel“ hatte „Fridays for Future“-Initiatorin Greta Thunberg sich mit der Beteiligung an den in vielen Ländern der Welt abgehaltenen Aufmärschen zum „Klimastreik“ zufrieden gezeigt. „Ich hätte niemals vorausgesagt oder gedacht, dass das eines Tages passieren würde und auch noch so schnell“, zitiert sie die britische Zeitung „Metro“.

Andere sind weniger überrascht. So etwa Karol Markowicz in der „New York Post“, die nicht von einem „Streik“ sprechen will und auch nicht von einer authentischen Jugendbewegung ausgeht, sondern eher von einem „koordinierten Versuch des Schulsystems, Kindern politisches Handeln aufzuzwingen“.

In diesem Zusammenhang weist sie darauf hin, dass etwa im Staat New York das Bildungsministerium explizit angeordnet hat, dass eine Teilnahme am „Klimastreik“ explizit nicht als Fehlzeit gerechnet würde. Ähnlich lief es in Deutschland ab, wo sogar Fälle bekannt wurden, wonach auf Schüler, die sich nicht an den Aufmärschen beteiligen wollten, Druck ausgeübt wurde.

„Es war kein Streik, es war eine Propagandaübung“

Der Freibrief zur Teilnahme am Protest gelte zudem nur für das konkrete politische Anliegen, das der „Klimastreik“ verfolgt und das auf diese Weise gleichsam eine Billigung von oben erfahre, gibt Markowicz weiter zu bedenken. Tatsächlich gingen Kinder mit Schildern auf die Straße, die „Slogans und Themen reflektieren, die ihnen zuvor eingetrichtert wurden… von Erwachsenen“.

Auch Thomas Lifson bestreitet auf „American Thinker“, dass es sich um einen wirklich authentischen Protest handelte. Auch er fühlte sich offenbar eher an die staatlich organisierten Aufmärsche in den sozialistischen Ländern des Ostblocks erinnert:

So gut wie keiner, der an dem ‚Streik‘ teilnahm, hatte irgendwelche Konsequenzen zu befürchten. Die Kinder waren meist entschuldigt, die Arbeiter bekamen ihre Löhne weiterbezahlt. Es war kein Streik, es war eine Propagandaübung.“

Patrick Sower und Lizzie Roberts weisen im „Telegraph“ auf den prägenden Einfluss linksradikaler Gruppen hinter der Bewegung „Global Climate Strike“ hin, unter deren Banner die Aufmärsche in Großbritannien stattfanden.

Auf deren Webseite finden sich nicht nur die auch aus Deutschland bekannten Forderungen nach höheren Belastungen, mehr staatlichen Regulierungen und Deindustrialisierung, sondern auch jene nach „Reparationen“, die westliche Industrieländer an die Dritte Welt bezahlen sollten, um ihren Industrialisierungsvorteil zu kompensieren. Neben dem Verbot aller fossilen Energieträger bis 2030 und Milliarden an Entschädigung für die Entwicklungsländer solle auch die Nutzung von Nuklearenergie verboten werden.

Es geht um ein Ende der Marktwirtschaft

In dem Manifest fordert der Dachverband auch eine fundamentale Änderung bei der Erzeugung, Verteilung und dem Konsum von Nahrung, die Ökonomen mit einer faktischen Rückkehr zu vorindustrieller Landwirtschaft assoziieren. Explizit fordert die Gruppe „nicht-marktwirtschaftliche Zugänge zum Handeln in der Klimafrage“ und das Respektieren und Ermöglichen von „nicht-unternehmerischen, gemeinschaftsgeführten Klimalösungen, die auch traditionelles Wissen, Praktiken, Weisheit und Resilienz der indigenen Gemeinschaften und lokalen Gemeinschaften anerkennt“.

Auch in Deutschland ist wenig von einer spontanen Erhebung zu spüren, allenfalls aus der Menge heraus stattfindende Belästigungen oder Nötigungen von SUV-Fahrern oder andere Übergriffe erscheinen als ungeplant.

Neben einem breiten politischen Konsens, der zur Folge hatte, dass nicht nur Schulen, sondern in manchen Kommunen sogar Stadtverwaltungen ihre Beamten für die Teilnahme am „Klimastreik“ freistellten, läuft auch hier nichts ohne ein erfahrenes und mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattetes Netz an NGOs und Einzelpersonen, die den ideologischen Zielen des „Klimastreiks“ zugetan sind.

Ob Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Carla Reemtsma oder Jakob Blasel: Kein Wortführer der „Schulstreik“-Bewegung hat je eine seiner öffentlichen Aktionen ohne Rückhalt und Inszenierung reicher Eltern, mächtigen NGOs, finanzstarken Öko-Lobbyverbänden oder Einflussgruppen wie dem „Club of Rome“ organisieren müssen.

Reiche Erwachsene mit politischer Agenda

Ob die extremistische Vereinigung „Extinction Rebellion“, von der die Idee zum „Schulstreik“ ursprünglich stammt, über PR-Unternehmer Ingmar Rentzhog, der mit Greta Thunberg Geldmittel für seine Klimaplattform „We don’t have Time“ einwarb und mit dem „Climate Reality“-Projekt von Al Gore verbunden ist – bereits hinter dem 16-Jährigen Aushängeschild der „Klima-Rebellion“ stehen kampagnenerfahrene, reiche Erwachsene mit politischer Agenda.

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Die erst 2018 gegründete Organisation Extinction Rebellion hat es in Ländern wie Großbritannien und den USA geschafft, vor allem unter Millionären und Milliardären großzügige Spender für sich zu gewinnen – von anonymen Hedgefonds-Managern über den renommierten Penguin-Verlag bis hin zum politisch radikalisierten früheren Kinderstar Charlotte Church. In Deutschland betrieb jüngst „Sea Watch“-Kapitänin Carola Rackete Guerilla Marketing für die Organisation, indem sie bei Dunja Hayali ein T-Shirt mit aufgedrucktem Logo der Vereinigung trug.

Zu den Spendern an „Extinction Rebellion“ oder der ähnlich gelagerten Vereinigung „Climate Mobilization“ gehört im Umfang von 500 000 bzw. 600 000 Pfund der erst vor wenigen Monaten offiziell ins Leben gerufene „Climate Emergency Fund“, zu dem unter anderem „Philanthropen“ aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft beitragen.

Die deutsche Sektion von „Fridays for Future“ unterhält ihr Konto als Unterkonto der Organisation „Plant for the Planet“. Diese leitet der Vizepräsident des deutschen „Club of Rome“, Fritjof Finkbeiner, der es zudem als Öko-Unternehmer (Desertec Foundation) nicht zuletzt mithilfe öffentlicher Subventionen für „Energiewende“-Projekte zu stattlichem Reichtum gebracht hat, den er jetzt in die „gute Sache“ investiert. Sein Sohn, Felix Finkbeiner, ist ebenfalls schon von Kindesbeinen an für ökologistische Vereinigungen und Projekte unterwegs und hat bereits vor der UN-Vollversammlung gesprochen.

Der eigene Vater als Sprachrohr in der Lokalzeitung

Der Kieler Lokalmatador von „Fridays for Future“, Jakob Blasel, kann wiederum auf die tatkräftige Unterstützung durch seinen Vater, den leitenden „Kieler Nachrichten“-Redakteur Kristian Blasel, zählen, der unter anderem – in nicht ganz sauberer Trennung zwischen Journalismus und Privatleben – die von seinem Sohn mitorganisierte Hafenblockade gegen Kreuzfahrtsschiffe vor einigen Wochen in recht euphorischer Weise würdigte. Auch in die „Spiegel“-Redaktion scheint Blasel gute Beziehungen zu haben: Im immer noch durch die Nachwirkungen des Relotius-Skandals angeschlagenen Hamburger Wochenmagazin brachte er es zu einem ausführlichen Interview, das weitgehend ohne kritische Fragen auskam.

„Fridays for Future“-Pressesprecherin Carla Reemtsma wiederum bemüht sich zwar, zu betonen, dass sie keine direkte Verwandtschaft mit dem bekannten Multimillionär und Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Jan-Philipp Reemtsma, verbinde. Inwieweit der mit dem Namen verbundene Promibonus bei der Betrauung ihrer Person mit der von ihr wahrgenommenen Aufgabe eine Rolle gespielt hat, bleibt jedoch Gegenstand von Spekulationen. Ebenso, inwieweit sein Mäzenatentum auch der „Klimastreik“-Bewegung gilt. Ideologisch ist auf den ersten Blick nur wenig Trennendes zu erkennen.

Über ganz besonders hochkarätige Kontakte verfügt wiederum das deutsche Aushängeschild der „Klimastreik“-Bewegung, Luisa Neubauer, die in ihrem Kampf gegen das „System gewinnorientierten Wirtschaften“ unter anderem die Blockade von Brücken oder Flughäfen für legitim erachtet – zumindest solange sie nicht selbst eine Flugreise antritt.

Armut bekämpfen durch Minuswachstum

Als „Jugendbotschafterin“ von „ONE“ kann dies des Öfteren mal vorkommen, denn die Organisation wirkt weltweit und koordiniert ihre Aktionen entsprechend auch auf internationaler Ebene. Bei „ONE“ handelt es sich nach eigenen Angaben um eine „überparteiliche und international agierende Lobby- und Kampagnenorganisation“, die sich „für die Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten einsetzt“. Schwerpunkt der Arbeit sei dabei Afrika südlich der Sahara.

Zu den zahlreichen prominenten Unterstützern der Organisation gehören unter anderem „U2“-Sänger „Bono“, Bob Geldof, das Ehepaar Gates oder in Deutschland Carolin Kebekus und Maria Furtwängler. Das Geld für die Kampagnenorganisation kommt von einer Reihe bekannter Organisationen und Einzelpersonen. Zu diesen gehören eigenen Angaben von „ONE“ zufolge unter anderem auch die „Open Society Foundations“ des US-Milliardärs George Soros.

Inwieweit die Tätigkeit als Aushängeschild einer Bewegung, die ein Ende wirtschaftlichen Wachstums und der Nutzung fossiler Rohstoffe ins Zentrum ihrer Agitation stellt, mit der Bekämpfung von Armut und Krankheiten in Afrika vereinbar ist, bleibt bis auf Weiteres Neubauers Geheimnis. Immerhin hemmen globale Klimaabkommen auch in afrikanischen Staaten die Nutzung eigener Rohstoffe und den Zugang zum Weltmarkt.

Allfällige Ausgleichszahlungen an afrikanische Länder, wie sie bestehende Klimaabkommen vorsehen und wie „Fridays for Future“ sie ausgebaut sehen will, fließen jedoch nur in seltenen Fällen in den Ausbau lokaler Wirtschafts- und Entwicklungskreisläufe – sondern häufig in die Taschen korrupter Potentaten und ihnen loyaler Beamter.

„Friedensbewegung“ reloaded?

Die Radikalität der Forderungen und des Auftretens von Aushängeschildern wie Greta Thunberg, die aufwändige Organisation, die tragende Rolle weit linker Persönlichkeiten und Netzwerke und die Instrumentalisierung von Kindern und naiven bürgerlichen Unterstützern erinnert viele kritische Beobachter an die Friedensbewegung der 1970er und 1980er Jahre. Auch hier brachten die Organisatoren zum Teil hunderttausende Menschen auf die Straße – von denen sich viele nicht die Frage stellten, warum die Demonstrationen sich ausschließlich gegen die atomare Aufrüstung im Westen richteten.

Immer noch wird geforscht, welche Rolle die Sowjetunion innerhalb der „Friedensbewegung“ gespielt hatte. Auffällig ist heute unter anderem, warum keine „Klimastreiks“ in Peking oder Shanghai stattfanden – obwohl diese Städte erhebliche Probleme mit schadstoffbelasteter Luft kennen und zu tausenden neue Kohlekraftwerke in Betrieb genommen werden.

Der ukrainisch-amerikanische Ex-Sowjet-Propagandazeichner Oleg Atbashian lässt auf seinem Satireblog „The People’s Cube“ Mitarbeiterin „Laika The Space Dog“ in der Rubrik „Nachrichten, über die zu schreiben wir nicht die Zeit haben“ zu Wort kommen. Ihre Schlagzeile zu den Ereignissen des Tages lautet:

„Klimaforschung: In China sind Klimaproteste nicht erforderlich – denn China ist schon kommunistisch.“

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.