Norbert Hofer: Wie tickt eigentlich der Nachfolger von HC Strache an der Spitze der FPÖ?

Epoch Times20. Mai 2019 Aktualisiert: 20. Mai 2019 12:31
Für ein "Recht auf Heimat" und das Recht, Waffen zu tragen, steht der an der ungarischen Grenze geborene Norbert Hofer. Als Infrastrukturminister fiel er unangenehm durch seine Unterstützung des Propaganda-Projekts der Kommunistischen Partei Chinas, der "Neuen Seidenstraße", auf.

Nachdem sich FPÖ-Frontmann Heinz-Christian Strache in Österreich mit seinem „Ibiza-Skandal“ selbst ins Aus geschossen hat, muss nun sein Stellvertreter Norbert Hofer das Chaos bei den Rechtspopulisten ordnen. Der 48-Jährige soll nach dem Willen des FPÖ-Präsidiums Straches Nachfolger als Parteichef werden. Ob der Verkehrsminister auch den Posten des Vizekanzlers bis zu den Neuwahlen im September übernimmt, ist noch offen.

Anders als Strache gilt Hofer als der sanfte, freundliche Rechte bei der FPÖ. Dem stets lächelnden Politiker bescheinigen sogar Widersacher Höflichkeit und die Fähigkeit, gut zuzuhören. „Hart in der Sache, verbindlich im Ton“ – das sei seine Lebensphilosophie, hatte er einst erklärt.

Hofer wurde in eine bürgerliche Familie hineingeboren und wuchs im Burgenland unweit der ungarischen Grenze auf. Schon ab Mitte der 1990er Jahre engagierte er sich in der burgenländischen FPÖ, 2006 wurde er Abgeordneter des Nationalrats.

Nach eigenem Bekunden ließ sich der vierfache Familienvater eine Weile bitten, bevor er sich endgültig ins politische Rampenlicht stürzte. Diese Diskretion erlaubte es ihm aber dann, sich 2016 im Wahlkampf für das Präsidentenamt als ehrlicher, netter und obendrein kompetenter Politiker zu inszenieren, der über 20 Jahre Erfahrung in der Politik mitbringt.

In Präsidentschaftswahl Grünen-Professor Van der Bellen unterlegen

Überraschend gut schnitt Hofer dabei ab, musste sich letztlich aber dem Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen geschlagen geben. 2017 übernahm der gelernte Flugingenieur in der Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ dann das Amt des Verkehrsministers.

Hofer war einer der wichtigsten Berater von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, in dessen Schatten er lange stand. Ihm gelang es in den vergangenen Jahren, das Image der rechtspopulistischen FPÖ aufzupolieren – die Partei fand zu einem gemäßigteren Ton. Offen fremdenfeindliche und antisemitische Äußerungen wurden seltener, dafür fanden Themen wie sozialer Schutz und Österreichs Kaufkraft Einzug in die FPÖ-Politik.

Seine tieferen politischen Überzeugungen hat der Burschenschafter Hofer aber nie verborgen. Er steht ein für das Recht, eine Waffe zu tragen, und will Österreich, seine Kultur sowie seine Werte verteidigen. Der Vater von vier Kindern steht für ein „Recht auf Heimat“ und sieht im Schutz der österreichischen Grenzen eines der wichtigsten politischen Projekte.

Durch Sportunfall beim Paragleiten gehbehindert

Das Desaster, das die FPÖ nun eine Woche vor der Europawahl durch den Skandal um Strache erlebt, ist auch für Hofer ein Tiefschlag: „Unentschuldbar“ nannte er am Wochenende die Worte, die auf Ibiza gefallen waren. Doch dass er so schnell nicht aufgibt, hat der 48-Jährige schon mehrfach bewiesen.

Hofer ist durch einen Sportunfall, den er 2003 beim Paragliding erlitt, behindert und geht meistens am Stock. Direkt nach dem Unfall hatte er zunächst gelähmt im Rollstuhl gesessen. Er ist stolz darauf, dass er den Rollstuhl schließlich aus eigener Kraft wieder verlassen konnte.

Nach dem Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition in Wien zeigte sich Hofer in einem Facebook-Video ähnlich kämpferisch. „Ich werde alles tun, damit diese FPÖ eine starke Partei bleibt, egal ob in der Regierung oder in der Opposition.“

Rechter Infrastrukturminister als Wegbereiter für linkes Seidenstraßen-Projekt

Wo der bisherige Infrastrukturminister Österreichs außenpolitisch steht, dürfte sich durch sein berühmtes Bild mit den Parteikollegen HC Strache, Johann Gudenus und Harald Vilimsky in Moskau – das durch alle Gazetten ging – zumindest anzudeuten. Dass der eigentlich Rechte auch für die höchst umstrittene „Neue Seidenstraße“ wirbt und er sie unbedingt durch Österreich laufen lassen will, passt zu diesem Bild. In einer Podiumsdiskussion im „Haus der EU“ im Mai 2018 gefragt, wie er als eigentlicher Anti-Kommunist dieses Projekt unterstützen könne, redete sich Hofer eloquent heraus. Man müsse doch auch mit China zusammenarbeiten, meinte er.

Seine Hausaufgaben hat er in diesem Bereich offensichtlich ebenso wenig gemacht wie Kanzler Sebastian Kurz, der sich in Peking um einen dritten Pandabären für den Schönbrunner Zoo (Leihgebühr 1 Million Dollar pro Jahr) bemüht hat und Wien zum Finanz-Hub für die chinesische ICBC-Bank gemacht hat. Wer diese Zeitung öfter liest und die engen Verknüpfungen großer chinesischer Konzerne mit dem Unterdrückungsapparat der Kommunistischen Partei Chinas kennt, sollte ob der Kombination Kurz-Hofer besorgt sein,

(afp/fg)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
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