Tiananmen und Hongkong: Warum Peking nicht die gleiche Taktik einsetzen kann

Von 10. Dezember 2019 Aktualisiert: 11. Dezember 2019 12:46
Freiheit und Demokratie – das forderten die Menschen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, bevor sie am 4. Juni 1989 von Panzern überrollt wurden. Die gleichen Forderungen stellen auch die Demonstranten in Hongkong, doch es gibt Gründe, warum Peking nicht die gleiche Taktik wie vor 30 Jahren einsetzen kann. Eine Analyse.

In den letzten sechs Monaten mussten die Hongkonger viele Opfer bringen, wobei es einige der Schlimmsten während der Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Studenten auf dem Gelände der Chinesischen Universität in Hongkong am 12. November gab.

Diese Situation ist vergleichbar mit der Brutalität vom 4. Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Sie hat die Welt die Tyrannei der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und der Regierung Hongkongs sehen lassen, sowie den Mut der Hongkonger zur Verteidigung ihrer Freiheit und Menschenrechte.

Auf den ersten Blick gibt es einige Ähnlichkeiten zwischen dem Widerstand in Hongkong und dem in Peking, doch sind die Ergebnisse anders. Es gibt auch vier Unterschiede, die betrachtet werden sollten.

1. Demonstranten erkennen die KPCh als das an, was sie ist

Die Menschen in Hongkong haben Peking durchschaut und werden dem Druck der Kommunistischen Partei nicht nachgeben. 

In der Vergangenheit betrachteten die Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens die KPCh als ihre Regierung, und sie lebten nicht in einer freien Gesellschaft. Sie forderten Freiheit und Demokratie, rechneten aber nicht damit, dass ihre Regierung einen Schießbefehl erlassen würde. 

Selbst nachdem das chinesische Regime das Kriegsrecht verhängt hatte, gab es immer noch Menschen, die auf eine Veränderung hofften.

In der gegenwärtigen Situation wissen die Studenten und Menschen in Hongkong bereits, was Freiheit und Demokratie sind. Sie würden lieber ihr Leben opfern, als ihre Rechte zu verlieren.

Als sich die Studenten während der Belagerung durch die Polizei von Hongkong am 12. November auf dem Universitätscampus versteckt hatten, schickten Hongkonger Anwohner sogar über Nacht Vorräte an die Studenten. 

Die Hongkonger sind nicht wütend auf die Demonstranten, sondern auf die Regierung und die Art und Weise, wie sie mit der Situation umgegangen ist – und dass sie versucht hat, die Demokratie in Hongkong zu zerstören.

2. Die Verbreitung von Informationen ist hoch entwickelt

Aufgrund des heutigen, sehr fortschrittlichen Kommunikationsnetzes ist es für die KPCh nicht mehr einfach, das, was sie tut, zu vertuschen. 

Zum Zeitpunkt des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens war die Kommunikation in China nicht gut entwickelt – diese Informationen waren nicht leicht zu erhalten oder weiterzugeben. Infolgedessen war die Möglichkeit, Proteste zu organisieren und Informationen zu verbreiten, eingeschränkt. 

Peking übte auch Kontrolle über die Informationen aus, die sowohl an das chinesische Volk als auch die Außenwelt weitergereicht wurden. Hätten diese Proteste heute stattgefunden, würde das Ergebnis vielleicht anders sein.

Hongkong ist eine Gesellschaft mit einem hochentwickelten Informationssystem und einer freien Presse. Im heutigen Medienzeitalter wurden alle Arten von Nachrichten und Videos in Echtzeit verbreitet, und viele dieser Geschichten haben detailliert gezeigt, was geschieht. 

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So wurden beispielsweise alle drei Angriffe am 14. November von den Menschen in Hongkong auf Fotos und Videos festgehalten.

3. Peking kann es nicht riskieren, Truppen zu entsenden

Während des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens mobilisierte Peking schnell viele bewaffnete Truppen und befahl ihnen, Studenten und Zivilisten brutal zu töten. Dies wurde vom chinesischen Regime als „Zwischenfall“ bezeichnet – ein Euphemismus, um die von Peking gezeigte völlige Kontrolle und Brutalität herunterzuspielen.

Heute ist Peking vorsichtiger, wenn es darum geht, die Dinge in Hongkong zu regeln. Die KPCh wagt es nicht, Truppen nach Hongkong zu entsenden; nicht, dass Peking es nicht tun will. Das chinesische Regime weiß jedoch, dass die Welt die Geschehnisse in Hongkong aufmerksam beobachtet. 

Stattdessen setzt Peking dieses Mal eine subversivere Taktik ein und versucht, die Situation in Hongkong zu manipulieren, um eine Niederschlagung der Proteste zu rechtfertigen. China geht mehreren Quellen zufolge sogar so weit, eigene Truppen nach Hongkong zu entsenden, die sich dort als aufsässige oder gewalttätige Demonstranten ausgeben.

Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass Peking eine große Zahl von Mitarbeitern der öffentlichen Sicherheit nach Hongkong schickte. Zum einen sind die Terminologie und Ausdrucksweise, die die Polizei in letzter Zeit verwendet, die gleichen wie im kommunistischen China und nicht die der Polizei in Hongkong. 

Darüber hinaus ähnelt die Art und Weise, wie die Proteste jetzt zerschlagen werden, dem Vorgehen eines totalitären Regimes und nicht der Art und Weise, wie eine freie und demokratische Polizei die Dinge regeln würde. Diese zunehmende Demonstration von Gewalt und Brutalität ist sehr aufschlussreich.

In Hongkong stieg zudem in jüngster Zeit die Selbstmordrate. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Todesfälle inszeniert werden, um wie Selbstmorde auszusehen, während sie in Wirklichkeit Morde sind, die durch verdeckte Sicherheitskräfte vom Festland verübt wurden.

4. Internationale Sanktionen bereiten Peking Sorgen

Nach dem Massaker vom 4. Juni 1989 an Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens verhängte die internationale Gemeinschaft Sanktionen gegen China. Auch heute wird das damalige Vorgehen des chinesischen Regimes weiterhin verurteilt. 

Internationale Sanktionen wurden eine nach der anderen verhängt. Als Folge ist Peking vorsichtiger geworden und zögert nun, in Hongkong die gleiche Brutalität anzuwenden.

Der Originalartikel erschien in Vision Times USA (deutsche Bearbeitung von as)
Originalartikel: 4 Characteristics of Hong Kong’s Resistance

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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