Time-Magazin adelt Greta Thunberg zur „Führerin der nächsten Generation“

Von 17. Mai 2019 Aktualisiert: 17. Mai 2019 17:34
Neben einem Teenager, der für Impfzwang streitet, und einem Koch, der weiße Kunden „Reparationen“ bezahlen lässt, gehört auch Klima-Aktivistin Greta Thunberg zu den „Führern der nächsten Generation“. Zu diesem Ergebnis kommt das „Time“-Magazin und widmet ihr ein ausführliches Porträt.

Zwar hat es Greta Thunberg, anders als 1938 der deutsche Diktator Adolf Hitler oder 1939 und 1942 der Sowjetführer Josef Stalin, noch nicht zur „Person des Jahres“ im „Time“-Magazin gebracht. Allerdings zählt das Magazin sie jetzt schon zu den „Führern der nächsten Generation“ – und wirft man einen Blick darauf, wer sich in dieser Galerie findet, kann auch diese sich jetzt schon auf ein in hohem Maße von Ideologie und staatlichem Social Engineering gekennzeichnetes Leben freuen.

Neben dem Teenager aus Ohio, der gegen den Willen seiner Mutter geimpft wurde und nun anderen zur gleichen Erfahrung verhelfen möchte, und dem afroamerikanischen Koch, in dessen Restaurant Weiße den dreifachen Preis bezahlen, um „Ungerechtigkeit“ zu beseitigen, setzt das Magazin unter anderem auch in die 16-jährige Schwedin, die fähig sein soll, CO2-Moleküle zu sehen, hohe Erwartungen.

Dass Greta ursprünglich als Werbetestimonial zur Sammlung von Gründungskapital für ein Unternehmen fungieren sollte, das die radikal-ökologische NGO „Extinction Rebellion“ ins Auge gefasst hatte, kratzt aus Sicht von „Time“ ebenso wenig am Mythos der kindlichen Mahnerin wie verdichtete Hinweise auf den langen Arm des „Club of Rome“ hinter „Fridays for Future“, der eine gefühligere und jugendlichere Verpackung seiner nicht immer gut gealterten Untergangsbotschaften dringend gebrauchen konnte.

Junge Menschen mit alten Parolen

Jetzt sind es junge Menschen, die die mittlerweile 50 Jahre alten Ideen weißer alter Herren wie Paul Ehrlich auf ihren Lippen führen. Dieser hatte 1968 prophezeit, der „Kampf um das Füttern aller menschlichen Münder“ sei vorbei. In den 1970er- und 1980er-Jahren würden hunderte Millionen Menschen verhungern.

„Nichts kann unsere Kinder stärker in die Irre führen als unsere gegenwärtige Überflussgesellschaft“, erklärte der Autor des Buches „The Population Bomb“ 1968. „Sie werden eine völlig andere Welt erben, in der die Standards, die Politik und die Wirtschaft des letzten Jahrzehnts tot sein werden.“ Angesichts dieser Realität sei „Freiheit ein Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können“.

Tatsächlich sind heute nach wie vor alle Rohstoffe, deren Versiegen bis spätestens 2019 der „Club of Rome“ wenige Jahre später vorausgesagt hatte, in Hülle und Fülle vorhanden. Statt eines massenhaften Sterbens hat die Welt trotz deutlicher Bevölkerungszunahme einen erheblichen Zugewinn an Wohlstand, einen dramatischen Rückgang von Kindersterblichkeit, Seuchen oder Analphabetismus, eine bessere medizinische Versorgung und unterm Strich auch eine deutliche Verbesserung der Umweltbilanz zu verzeichnen – trotz regional noch vorhandener Probleme mit Meeresverschmutzung oder schadstoffbelasteten Großstädten in Teilen Afrikas oder Asiens.

Die damalige Generation an Öko-Alarmisten, Antikapitalisten und Gesellschaftsveränderer scheint sich damit jedoch nicht abfinden zu wollen. Längst ist die „Schulstreik“-Bewegung zum Schauplatz eines neuen Generationenkonflikts geworden.

Der Generationenkonflikt zum Ende aller Generationenkonflikte?

Hatte der frühere deutsche Republikaner-Chef und Weltkriegsveteran Franz Schönhuber Ende der 1980er den hohen Zuspruch für seine rechtsgerichtete Partei unter Jung- und Erstwählern damit erklärt, dass sich „die Enkel mit den Großvätern gegen die Söhne verbünden“, scheinen die 68er nun mithilfe der Generation Greta den Spieß umzudrehen. Wie sie selbst einst die Kriegsgeneration an den Pranger gestellt hatten für deren Verhalten in der Nazi-Ära, tritt nun eine Bewegung auf den Plan, die den Kindern der 68er die Rechnung dafür präsentiert, dass diese deren kulturrevolutionäre Leistung nicht ausreichend gewürdigt oder sogar lächerlich gemacht hätten.

„Ihr habt nicht rechtzeitig gehandelt“, verkündet Greta mit drohendem Unterton und vorwurfsvollem Blick. Diesmal, so lautet die Botschaft, steht die Katastrophe aber wirklich unmittelbar bevor. Elf Jahre hat die Welt noch, andere geben ihr zwölf, um die „menschengemachte Erderhitzung“ zu stoppen. Andernfalls wäre der nunmehrige Generationenkonflikt unweigerlich der letzte, den sie erlebe – und das nicht nur, weil Verena Brunschweiger dazu aufruft, „kinderfrei“ zu leben.

Die 16-Jährige mit den kindlichen Zügen ist exakt das passende Aushängeschild, um diese Message auszusenden, möglicherweise weil sie zu jenen gehört, die tatsächlich an das glauben, was sie sagen – und nicht jenen, die es aus ideologisch-strategischen Gründen glauben wollen oder um der Fördergelder willen glauben müssen.

Seit Dezember 2018, als Greta erstmals vor einem nicht voll besetzten Saal auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz sprach, ist sie durch mehrere europäische nationale Parlamente und das Europaparlament gereicht worden, wurde gar im Vatikan begrüßt und wurde mit diversen Fernsehpreisen überschüttet.

Mehr Twitter-Follower als Sahra Wagenknecht und Mario Barth zusammen

In der gleichen Zeit ist ihr Twitter-Account, wie „Time“ begeistert berichtet, um 4000 Prozent auf nunmehr 612 000 angewachsen. Das ist zwar immer noch deutlich hinter der konservativen NGO „Judicial Watch“ mit 1,1 Millionen, Nico Rosberg mit 2,31 Mio., Schauspielerin Cinta Laura Kiehl mit 3,6 Mio. oder Mesut Özil mit gar 24,02 Millionen, aber immerhin deutlich mehr als Sahra Wagenknecht mit 401 000 oder Mario Barth mit 140 000.

Für „Time“ auf jeden Fall der Stoff, aus dem die Führungspersönlichkeiten von morgen sind. Und es sind auch tatsächlich deutlich mehr als noch im Sommer des Vorjahres, als Greta noch einsam und verlassen mit ihrem „Schulstreik“-Schild vor dem Parlament in Stockholm saß, ehe die PR-Abteilung von „Extinction Rebellion“ sie unter ihre Fittiche nahm.

Die herzzerreißende Geschichte von dem kleinen Mädchen, das in Depressionen versank, weil der Schulbesuch angesichts des herannahenden Weltuntergangs keinen Sinn zu ergeben schien, war deutlich eher geeignet, die Herzen der Menschen anzurühren als Politikermahnungen zum „radikalen Wandel unserer Lebensweise“ oder Wissenschaftler, die im teuren Maßanzug mit breitem Grinsen im Gesicht fordern, kürzer zu treten und die Weltbevölkerung drastisch zu reduzieren.

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Und die unter Asperger-Autismus leidende Greta hatte endlich das Erfolgserlebnis, das Kinder wie sie von Zeit zu Zeit brauchen. „Zuvor habe ich nie wirklich gesprochen, als ich im Unterricht oder bei meinen Klassenkameraden saß“, schildert Greta Thunberg gegenüber „Time“. „Aber jetzt spreche ich zur ganzen Welt.“

Wann will sie mit ihrer Botschaft China erreichen?

Am 24. Mai, zwei Tage vor den Europawahlen, will Greta ihren nächsten großen Streik ausrufen. Anschließend, so „Time“, will sie wieder auf Tour gehen. In die USA wird es sie so schnell aber nicht verschlagen, da diese Strecke ohne Flugzeug schwer zu bewältigen wäre – und durch eine Transatlantik-Kreuzfahrt mit dem Luxusliner könnte die junge Verzichtspredigerin den vielen „Rechtspopulisten“ und „Klimaleugnern“, die sie so schnöde bedrängen, zusätzliche Angriffsflächen liefern.

Stattdessen schreibt „Time“ über Gedankenspiele, wonach Greta eines Tages mit der Transsibirischen Eisenbahn nach China fahren könnte, um dort ihre Botschaft zu verbreiten. Warum sie dieses Land, das seit einigen Jahren in großem Stil Kohlekraftwerke aus dem Boden stampft, noch nicht besucht hat, haben bislang nur notorische Spielverderber gefragt.

Allerdings gibt es bis dato wenig Erfahrung mit Schulstreiks in China, die Rückschlüsse darüber erlauben würden, wie viel Resonanz „Fridays for Future“ im Reich der Mitte hätte – oder überhaupt haben dürfte.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.