Von „Extinction Rebellion“ zum „Climate Energy Fund“: Hinter dem Ökofaschismus steht das Kapital

Von 22. August 2019 Aktualisiert: 22. August 2019 17:46
Die Ökologiebewegung und ihre heutigen Erscheinungsformen von "Fridays for Future" über "Extinction Rebellion" bis hin zum "Climate Energy Fund" sind Ausdruck eines Klassenkampfs von oben. Dass der Klima-Kult darüber hinaus für seine Unterstützer auch noch eine lukrative Geldmaschine darstellt, ist ein willkommener Nebeneffekt.

Die bekannte These des bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff vom Komintern-Kongress 1935, wonach „hinter dem Faschismus das Kapital“ stünde, sollte unter anderem einen für die Kommunisten sehr peinlichen Umstand kaschieren: nämlich, dass sich Europas Arbeiter entgegen der sorgsam gepflegten Theorie nicht von ihnen „befreien“ lassen wollten – sondern im Zweifel sogar die radikale Rechte bevorzugten.

Auch nach dem Krieg ließ deren Begeisterung für linke Kopfgeburten zu wünschen übrig. In Osteuropa brauchten die Kommunisten die Rote Armee, um die Macht behaupten zu können. In Westeuropa interessierten sich die Arbeiter schon bald mehr für Kühlschränke, Automobile oder Fernreisen als für marxistische Theorien – sehr zum Leidwesen der Intellektuellen.

Einwanderer taugten ebenfalls nicht als „Ersatzproletariat“. Auch sie fanden Gefallen am Wohlstand, den die Marktwirtschaft schaffte – und das Hemd des Islam oder des eigenen Nationalstolzes war ihnen meist näher als der sozialistische Rock.

Die Ökologiebewegung, wie sie heute in Westeuropa der dominante Faktor ist, wird deshalb nun von vielen Beobachtern als eine Art Rachefeldzug des linken, urbanen Bildungsbürgertums, das zum Träger sozialistischer Theorien und ihrer Anpassung an gewandelte Zeitumstände geworden war, gegen die „undankbaren“ Werktätigen betrachtet, die die Fürsorglichkeit der linken Politkader nicht ausreichend zu schätzen wussten.

Das „Weltklima“ als Projektion der „Arbeiterklasse“ von heute

Da der Arbeiter störrisch blieb, musste das „Weltklima“ als Projektionsfläche linker Klassenkampfdoktrin herhalten – nun ist es eben dieses, das „ausgebeutet“ wird und „befreit“ bzw. „gerettet“ werden muss. Und der „Ausbeuter“ ist nun der Mensch. Das Weltklima kann den linken Gesellschaftsarchitekten auch nicht in ähnlicher Form in den Rücken fallen wie irgendwelche gesellschaftlichen Klassen. Immerhin kann es sich nicht selbst artikulieren, sondern „spricht“ durch die Computersimulationen von „Wissenschaftlern“, die entweder sowieso schon weltanschaulich von der These der „menschengemachten Erderhitzung“ überzeugt sind oder sich spätestens von der Höhe öffentlicher Fördergelder bereitwillig überzeugen lassen.

Die Klimadoktrin verspricht der intellektuellen Linken Genuss ohne zu befürchtende Reue. Während die traditionelle zwar in vielen Ländern Westeuropas auch durch Wahlen an die Macht kam, aber nie in der Lage war, ihre Vorstellung einer umfassenden staatlichen Kontrolle des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens durchzusetzen – nicht zuletzt infolge des fehlenden Rückhalts dafür in der Arbeiterschaft –, fällt dieses Hemmnis jetzt weg.

Die „Klimakrise“ lasse eben nicht mit sich verhandeln – und deshalb könne die Politik eben nicht anders, als mit autoritären Mitteln und mithilfe massiver Belastungen und Umverteilung zu versuchen, den Planeten zu retten. Dass mit der Abschaffung des „Kapitalismus“ auch den Arbeitern nun all die Annehmlichkeiten des Wohlstands wie Autos, Fernreisen und sogar das traditionelle Familienleben mit Kindern weggenommen oder zumindest rationiert werden sollen, die sie weiland von ihrer politischen Bewusstseinsbildung abgehalten hatten, ist aus Sicht der Intellektuellen aus der Oberschicht zudem eine gerechte Strafe.

Aus den gemeinsamen Vorwürfen der „Fridays for Future“-Kinder, gemeinsam mit den „Omas gegen Rechts“ aus der 68er Generation, die Angehörigen der „Generation X“ hätten ihnen durch ihre „Untätigkeit“ in Sachen Klima die Zukunft gestohlen, spricht exakt die Anklage der vermeintlichen Undankbarkeit, die im Streben nach eigenem Wohlstand und privatem Glück statt nach „sozialer Gerechtigkeit“ oder nunmehr „Klimagerechtigkeit“ zum Ausdruck gekommen wäre.

„Gemeinnützigkeit“ weitläufig interpretiert

Eine Bewegung wie jene um „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“, die Klassenkampf von oben betreibt, kann sich jedoch nicht allein dadurch an der Macht halten, dass sie den Intellektuellen Macht verspricht. Sie muss auch ökonomische Vorteile versprechen, denn schon die Staaten des Sowjetblocks brauchten Devisen, um den Alltag in ihrem sozialistischen Paradies am Laufen halten zu können – und mussten dabei nicht selten im Rahmen der ihnen so verhassten „kapitalistischen Produktionsverhältnisse“ agieren, wie etwa DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski.

Auf „Tichys Einblick“ hat nun Ansgar Neuhof einen Blick auf die Millionen hinter dem Klima-Kult geworfen, der als neues säkulares Heilsversprechen auf den Plan getreten ist und auf eine Unterstützung durch politische und gesellschaftliche Eliten zählen kann, die selbst der traditionelle Marxismus nie gekannt hatte – der immerhin mit Sozialistengesetzen und Radikalenerlassen zu kämpfen hatte.

Eines der Geheimnisse hinter dieser Rückendeckung dürfte in der in westlichen Staaten gegebenen Möglichkeit stecken, die eigene Steuerlast durch Spenden an eine gemeinnützige Körperschaft zu mindern oder selbst eine solche ins Leben zu rufen, beispielsweise eine Stiftung. Der Begriff der „Gemeinnützigkeit“ wird dabei nicht selten sehr weitläufig interpretiert. Offenbar weitläufig genug, um auch Zwecke zu umfassen, die auf die Umwandlung eines auf persönliche und wirtschaftliche Freiheit gegründeten Gemeinwesens in eine autoritäre Ordnung abzielen, in der die Politik dem Einzelnen engmaschige Vorgaben über seine Lebensführung zu machen bestimmt ist – von der Mobilität bis hin zur Kinderzahl.

„Umfassende Störung des Alltags“

Erst vor wenigen Wochen wurde beispielsweise in den USA der „Climate Emergency Fund“ (Klima-Notstand-Fonds) ins Leben gerufen, der den CO2 produzierenden Menschen gleichsam zum Nazi der Jetztzeit stempelt und die angebliche „Klimakrise“ mit dem Zweiten Weltkrieg vergleicht – die entsprechend auch nur mit einer ähnlichen globalen Mobilisierung zu bewältigen sei.

Zwar ist dort bislang noch nicht die Rede davon, dass der Klima-Kreuzzug ähnlich viele Tote einkalkulieren solle oder dass CO2-trächtige Vulkane, Lagerstätten fossiler Energieträger oder Industriegebiete bombardiert werden sollten. Die Mobilisierung solle „friedlich“ sein. Allerdings solle mit ihr auch eine „umfassende Störung des Alltags“ verbunden sein. Deshalb hat der Fonds, zu dem unter anderem „Philanthropen“ aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft beitragen, Medienberichten zufolge bereits 500 000 Pfund bzw. 600 000 US-Dollar an die Vereinigungen „Extinction Rebellion“ und „Climate Mobilization“ gespendet.

Die erst 2018 gegründete Organisation Extinction Rebellion hat es in Ländern wie Großbritannien und den USA geschafft, vor allem unter Millionären und Milliardären großzügige Spender für sich zu gewinnen – von anonymen Hedgefonds-Managern über den renommierten Penguin-Verlag bis hin zum politisch radikalisierten früheren Kinderstar Charlotte Church. In Deutschland betrieb jüngst „Sea Watch“-Kapitänin Carola Rackete Guerilla Marketing für die Organisation, indem sie bei Dunja Hayali ein T-Shirt mit aufgedrucktem Logo der Vereinigung trug.

Rebellion für oder gegen die Auslöschung des Menschen?

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Die durchaus mehrdeutige Selbstbezeichnung Extinction Rebellion zielt dabei mitnichten darauf, die Menschheit vor einer angeblich drohenden „Auslöschung“ zu bewahren – wie es möglicherweise der eine oder andere auf den ersten Blick empfinden könnte. Es geht vielmehr um das „massive Artensterben“, das angeblich mit dem „drohenden Klimakollaps“ einhergehe.

Das Aussterben der Menschheit scheint demgegenüber ein zu vernachlässigender Faktor zu sein – Ideologen wie Verena Brunschweiger oder „Forscher“ der Lund-Universität in Stockholm propagieren ja geradezu den Verzicht auf Kinder. In rechten Kreisen findet der Gedanke einer erzwungenen Depopulation unter dem Vorwand der „Rettung des Planeten“ ebenfalls Rückhalt – wenn auch dort vor allem mit dem Blick auf den afrikanischen Kontinent.

Eine „Rebellion“ praktiziert Extinction Rebellion auch nicht – im Gegenteil, es ist gerade der Konsens in elitären Kreisen der Oberschicht, weitreichende politische Maßnahmen in die Wege zu leiten, um der angeblichen „Klimakrise“ entgegenzutreten.

Extinction Rebellion will diese Forderung jedoch durch Aktionen untermauern, die nicht zwingend immer im Einklang mit dem Gesetz stehen müssen, etwa durch Blockaden oder gar Sabotageaktionen. In Deutschland, wo im Hinterkopf vieler Ökologiebewegter offenbar noch das Lenin-Diktum über die Revolution und die Bahnsteigkarte umherzuspuken scheint, steht Extinction Rebellion trotz mittlerweile 75 Ortsgruppen noch weitgehend im Schatten von „Fridays for Future“ – die adretten Schulkinder mit ihren selbstgemalten Transparenten scheinen PR-technisch immer noch eine vorteilhaftere Breitenwirkung zu erzeugen als fanatische Aktivisten, die Gesetze brechen.

Trevor Neilson – Hansdampf in allen Establishment-Gassen

Die Grenzen verschwimmen jedoch auch hier zunehmend. Dies zeigten nicht nur die Ereignisse von Garzweiler, die Unstimmigkeiten rund um die Frage der Radikalität des Protestes auf dem „Smile for Future“-Kongress in Lausanne oder die Greta-Bilder mit linksextremen Aktivisten im Hambacher Forst. Auch personell und organisatorisch bestehen Verflechtungen. Zu den weltweiten Generalstreiks, die in der Zeit zwischen 20. und 27. September stattfinden sollen, rufen beide Organisationen auf. Vor allem aber kann „Fridays for Future“ auf ähnliche Unterstützung durch den Climate Emergency Fund hoffen wie Extinction Rebellion.

Mitbegründer Trevor Neilson war beispielsweise, wie Ansgar Neuhaus herausarbeitete, bereits als Direktor der mit Geldmitteln von Bill Gates, George Soros und Ted Turner gegründete Global Business Coalition tätig, ferner als Mitbegründer eines Nachhaltigkeitsfonds, der Bill & Melinda Gates Foundation, Berater im Weißen Haus in der Ära Bill Clinton und Aktivposten der Kampagnengruppe „One“. Deren „Jugendbotschafterin“ ist übrigens ein bekanntes Gesicht aus Deutschland – jenes von „Fridays for Future“-Postergirl Luisa Neubauer.

Bereits die Schaffung des Greta-Kultes geschah unter Einbindung von Personen, die auch bei Extinction Rebellion eine tragende Rolle spielten. Dies betrifft vor allem den Aktivisten Bo Thoren, der als konzeptioneller Kopf hinter den „Schulstreik“-Aktionen gilt, die später Öko-Unternehmer Ingmar Rentzhog als PR nutzte, um Geldmittel für seine Plattform „We don’t have time“ zu beschaffen. In Deutschland, wo es wiederholt zu Ungereimtheiten hinsichtlich der Gemeinnützigkeit und der Absetzbarkeit von Spenden an „Fridays for Future“ gekommen war, ist es mit dem „Club of Rome“ eine weitere, schon seit Jahrzehnten aktive elitäre Vereinigung, die den „Klimastreik“ unter ihre Fittiche genommen hat.

Klima-Kult will Freiheit limitieren

Die neuen Erscheinungsformen der Ökologiebewegung stellen sich, wenn sie sich nicht gar mit den Armeen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gleichsetzen, gerne in einen Zusammenhang mit früheren Bürgerrechts- und Emanzipationsbewegungen.

„Diese Vergleiche sind irreführend, unangemessen und beleidigend“, schreibt Fraser Myers, der Extinction Rebellion und ähnliche Gruppierungen als „Rebellion des Establishments“ betrachtet, dazu auf „Spiked“.

Ob es die Chartisten, die Suffragetten, die Bürgerrechtsbewegung oder die Schwulenrechtsbewegung: Diese tatsächlich progressiven Bewegungen wurden zu ihrer Zeit von den Eliten verachtet. Es waren Kampagnen, die darauf abzielten, menschliche Freiheit zu vergrößern, dem Establishment Rechte und Ressourcen abzutrotzen. Im Gegensatz dazu sind ökologistische Kampagnen wie Extinction Rebellion von Natur aus gegen die Freiheit. Sie wollen neue Begrenzungen menschlichen Handelns schaffen: in der Industrie, beim Wachstum, bei der Reisefreiheit, bei unserer Ernährung und bezüglich der Geburt von Kindern.“

Die durchaus luxuriöse und oft auch verschwenderische Lebensweise der Protagonisten dieser Bewegungen selbst zeige, dass es diesen gar nicht um die Umweltbelastung als solche ginge: „Das Establishment sorgt sich nur dann um ‚Umweltverschmutzung‘, wenn einfache Menschen sie herbeiführen. Es sind immer die billigen Flüge, die billige Nahrung und die billige Bekleidung, die Ökologisten am meisten in Rage versetzen. Im Gegensatz dazu schafft das Klimathema für das Establishment eine Möglichkeit, die Gewohnheiten, den Geschmack und die Ziele der kleinen Leute zu managen.“

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.