Yulin Hundefleisch-Festival 2019: Wer einen Hund freikauft, kurbelt das Geschäft zusätzlich an

Von 23. Juni 2019 Aktualisiert: 24. Juni 2019 10:23
Bereits seit 2009 begehen die Menschen im chinesischen Yulin jährlich das sogenannte Hundefleisch-Festival. Doch zunehmend steht das "Fest" aufgrund seines rücksichtslosen Umgangs mit Hunden und Katzen im Fokus von Tierschutzorganisationen.

Insbesondere für Tierschützer ist das alljährlich in Yulin – einer 6-Millionen-Menschen-Stadt in der südchinesischen Provinz Guangxi – stattfindende Hundefleisch-Festival ein Graus. Bei dem anlässlich der Sommersonnenwende gefeierten Fest, das vergangenen Freitag startete und noch bis nächsten Sonntag andauert, werden jedes Jahr Zehntausende von Hunden und mehrere Tausend Katzen geschlachtet.

Auch der jahrelange Protest von Tierschutzorganisationen konnte hier nichts ändern. Dabei wird nicht allein die hohe Zahl an Tieren die getötet werden kritisiert, sondern auch die Art, wie sie unter katastrophalen Bedingungen gehalten, getötet und teilweise auch zubereitet werden.

Die Veranstalter des Festivals berufen sich dabei auf eine etwa 500 Jahre alte Tradition in ihrer Region.

Und tatsächlich hat das Verzehren von Hunde- und Katzenfleisch in einigen Regionen Chinas, aber auch Koreas, eine lange Tradition. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Praktik in China weit verbreitet und ist zu einer Attraktion mutiert.

Ob damals Tiere in so großem Stil wie heute gezüchtet wurden und Streuner und gestohlene Haustiere mit geschlachtet wurden, ist fraglich.

Ursprünglich achteten die Chinesen die Natur

Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass solch ein Umgang mit der Natur, mit dermaßen wenig Respekt und Achtung, dem alten China in dieser jetzigen Form fremd war. Hier zeigen sich die Auswirkungen jahrelanger gezielter politischer Kampagnen der Kommunistischen Partei Chinas mit denen sie das traditionelle Bewusstsein in der Bevölkerung zerstörte.

Denn die Kommunisten erkannten früh, dass, wenn sie den Kommunismus als politisches System in China etablieren wollen, sie das in 5.000 Jahren gewachsene moralisch-ethische Wertesystem auslöschen müssen. Dieses basiert größtenteils auf den Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus. Der Kommunismus propagiert den Atheismus und Fortschritt durch gewaltsame Revolution und Klassenkampf.

Der Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus hingegen erkennt die Existenz von Gottheiten und dem Himmel an und steht für das Prinzip das gute Taten ein gutes Schicksal und schlechte Taten ein schlechtes Schicksal nach sich ziehen. In dieser Bewusstheit hüteten sich die Menschen davor grausam zueinander geschweige denn zu Tier- und Pflanzenwelt zu sein.

Im alten China ging es um ein Leben in Einklang mit Natur und Universum

In allen drei geistigen Schulen geht es um die Kultivierung des Geistes und damit des Verhaltens, das den Eigenschaften des Universums angeglichen werden sollte. Dabei stellten Friedfertigkeit, Achtsamkeit, Rücksicht auf andere und das leben in Einklang mit Natur und Umwelt, die Teil der Schöpfung sind, zentrale Werte und Ziele dar.

Die Kulturrevolution in China war einer der Höhepunkte in den politischen Kampagnen der KP China. Hier kam es während den „ideologischen Säuberungsaktionen“ der Rotgardisten unter der Bevölkerung sogar zu Kannibalismus.

Die Folgen des Ersetzens des traditionellen Bewusstseins der Chinesen durch die Parteikultur der Kommunistischen Partei Chinas sind offensichtlich und zeigen sich nicht nur im Umgang mit der Natur, sondern auch in enormen sozialen Spannungen in Festlandchina, einem extremen Verhalten und der Rücksichtslosigkeit der Chinesen in der Wirtschafts- und Handelswelt.

Alte Tugenden wie Achtsamkeit Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Gutherzigkeit werden heute nur an der Oberfläche gelebt, wenn man sich eigene Vorteil dadurch erhofft.

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Auch heute noch werden Anhänger religiöser Gemeinschaften politisch verfolgt, die das traditionelle Erbe einer der ältesten Kulturen dieser Erde bewahren, wie Tibeter, Uighuren, daoistische und buddhistische Schüler, Falun Gong-Praktizierende und Hauschristen. Insbesondere der systematische staatlich-organisierte Organraub an diesen Glaubensanhängern, zeigt, wie entartet das kommunistische China ist.

Tierretter füllen die Geldbörsen der Hundefleischverkäufer

Die Tierschutzorganisation PETA informiert auf ihren Seiten, dass durch die zunehmende internationale und lokale Berichterstattung über das Leid der Hunde auch die Anzahl an Besuchern steige, die Tiere freikaufen und retten würden wollen.

Das führt nun jedoch dazu, dass das Geschäft mit Hunden und Katzen erst Recht zugenommen hat.

Denn nun können die Hunde- und Katzenfleischanbieter mit dem Geld wohlwollender Tierretter, die Schlange stehen, um Hunde und Katzen freizukaufen, ihre Geldbörsen füllen.

In einem offenen Brief warnen daher 35 Tierschutzgruppen davor, dass der Kauf von Hunden – häufig zu hohen Preisen – den Markt ankurbeln könne, den man eigentlich zunichtemachen möchte.

Wenn in Yulin viele Hunde gekauft werden, regt das den Markt vor Ort an, es werden noch mehr Hunde geschlachtet und der Preis steigt. Zudem können Verbleib und Wohlergehen der geretteten Hunde nicht nachgeprüft oder garantiert werden.“, heißt es bei PETA.

Tierfreunde werden daher gebeten, sich lieber für langfristige Lösungen einzusetzen und z. B. Druck auf die lokalen Behörden aufzubauen, die Öffentlichkeit zu informieren und auf Tierschutzgesetze zu drängen.

Markt für Hundeleder wächst

Auf der Seite von PETA wird auch darüber informiert, dass Hundeleder mittlerweile ein stark gefragtes Ausgangsmaterial für vielerlei Produkte in China sei. Dabei merke man als Käufer gar nicht den Unterschied zu Kuhleder.

(er)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.