In der Corona-Krise leiden vor allem Kinder.Foto: iStock

Angst, Einsamkeit, Depression: „Die Dosis macht das Gift“

Von 7. April 2021 Aktualisiert: 7. April 2021 21:18
Angst, Einsamkeit, Depression. Der Preis, den die Bevölkerung für die Maßnahmen im Rahmen der Corona-Politik bezahlen muss, ist hoch. Vor allem auf Kinder wirken sich die Einschränkungen in erheblichem Umfang aus, sodass eine ganze Generation droht, in Lockdown-bedingten Folgekrankheiten zu versinken. Dr. Emilie Frigowitsch, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zeigt in ihrem Papier „Die Dosis macht das Gift“ die Folgen von Dauerstress im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen auf. Hier ein Auszug:

Gemäß Statistischem Bundesamt wurden von Januar bis September 2020 in Deutschland 580.342 Kinder geboren (53). Die Geburtenrate betrug das 60-Fache an Corona-Toten im selben Zeitraum (9.495) (54). Dass invasive Maßnahmen während empfindlicher Entwicklungsfenster (wie z. B. die Auferlegung eines Mund-Nasen-Schutzes während der Geburt) in hohem Grad traumatische Spuren hinterlassen können, wissen nicht nur Entwicklungspsychologen und Psychotraumatologen.

Für jeden Menschen mit der Fähigkeit zu Empathie wird nachvollziehbar sein, wie sehr dies ein Akt der Gewaltanwendung ist. Auf diese Missstände wurde kürzlich in der „Deutschen Hebammen Zeitschrift“ hingewiesen (93). Weitet man den Blick auf neue Schwangerschaften, nachfolgende Geburten, die hohe Stressbelastung junger Eltern sowie die Belastungen in den Kinderbetreuungsstätten aus, so kann man annehmen, dass die nächste Generation um ein Vielfaches mehr an den Folgen der derzeitigen Dauerbelastung leiden wird.

Glücklicherweise ist das neuartige Sars-CoV-2-Virus nicht so gefährlich, wie zu Beginn angenommen; mehr als 99,8 Prozent überleben eine Infektion. Nur ein kleiner Prozentanteil der Infizierten muss hospitalisiert werden oder hat einen schweren Verlauf und wird intensivbehandlungspflichtig (88). Stand Februar 2021 beträgt die globale Infektionssterblichkeitsrate circa 0,15 Prozent, wie in einer systematischen Auswertung der Daten aus 10 bis 338 Studien (9 bis 50 Länder) gezeigt werden konnte (92).

Mit ihren einschneidenden Wirkungen auf Psyche und Körper stehen die Maßnahmen im Rahmen der Corona-Politik dem gegenüber. Daher stellt sich die Frage nach dem Nutzen der harten Verordnungen – gemäß dem Einmaleins der Pharmakologie im 5. Semester Medizinstudium: „Die Dosis macht das Gift“.

Folgeschäden und verkürzte Lebenserwartung bei Kindern

Hochstressbelastung im Kindesalter korreliert mit einer Vielzahl an psychophysischen Folgeschäden und sogar einer zum Teil stark verkürzten Lebenserwartung (3,7,15). Das spätere Auftreten etwa von Asthma, entzündlichen Darmerkrankungen, rheumatoider Arthritis, plötzlichem Lungenversagen (ARDS), Entzündungen und verzögerter Wundheilung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Übergewicht, Diabetes und insgesamt Autoimmunerkrankungen wird gefördert (7,11,16,17,18,19). Ebenso ist eine nachfolgende Zunahme psychischer Erkrankungen, die sich im Erwachsenenalter fortsetzen, gut belegt: Depressionen, Angststörungen, Traumafolgestörungen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, chronische Erschöpfungssyndrome sowie Schmerzstörungen sind im Zusammenhang mit Distress belegt (7,20).

Relevant für Kinder und Jugendliche, deren Hirnreifung noch nicht abgeschlossen ist, sind Störungen der Gedächtnisfunktion im Zusammenhang mit Distress (17). Gemäß dem „Window of tolerance“ nach Daniel Siegel ist bei einer inneren Übererregung, wie sie mit den aktivierten Stresshormonen einhergeht, kein Lernen möglich. Kinder, die infolge der Daueranspannung zu dissoziationsnahen Mechanismen neigen, etwa in einem sich-Wegträumen, innerem Erstarren und Betäuben, sind nicht zur Neuaufnahme von Lerninhalten fähig. Langfristig ist so das Absinken des Bildungsniveaus und der intellektuellen Leistungsfähigkeit einer ganzen Generation möglich.

Als eine weitere Folge von Dauerstress kommt es zu Veränderungen im Haushalt von Hormonen, die das Essverhalten steuern und Gewichtszunahme und Schlafmangel bedingen (21). Dies sind wesentliche Faktoren für die Entwicklung chronischer Zivilisationskrankheiten, die zu verkürzter Lebenserwartung und hoher Belastung des Gesundheitssystems führen. In Kombination mit Digitalisierung, Bewegungsmangel und Wegfallen sozialer Treffen können sich die schädlichen Effekte summieren. Digitaler Medienkonsum ist während der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung gestiegen (22) und ist unter anderem mit Adipositas, Erkrankungen des Bewegungsapparates (v.a. Rückenschmerzen) und Kurzsichtigkeit assoziiert (23).

Das Zusammenwirken der körperlichen, emotionalen und sozialen Belastungen im Dauerlockdown wirkt sich gemäß dem Bild eines zunehmenden rasanteren Wirbelsturmes in einem gegenseitigen Hochschaukelungs- und Potenzierungsprozess verheerend aus. Auch wenn sich die vollumfänglichen Folgen erst mittelfristig zeigen, produziert die Daueraktivierung dieses peri-traumatischen Stresses eine ganze Generation kränkerer Jugendlicher, damit den späteren Erwachsenen.

Angststörungen und Depressionen in der Bevölkerung

Während der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen kam es zu einem bedeutenden Anstieg psychischer Belastungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (27,28,29,30,31,32).

Die Deutsche Stiftung Depressionshilfe machte kürzlich auf die ausufernde Zunahme an Depressionen und steigende Rate an berichteten Suizidversuchen aufmerksam. Rechnet man die dortigen Zahlen hoch, ergäben sie 140.000 Suizidversuche alleine für die Gruppe der an Depression Erkrankten (90).

Insgesamt sind neben Depressionsanstiegen gravierende Zunahmen z. B. von Angststörungen, ausgeprägten psychischen Reaktionen, Erschöpfung und psychovegetativen Symptomen (z. B. Schmerzen) beschrieben (28). Zudem ist die Missbrauchsrate über das Internet von Kindern und Jugendlichen in der pandemischen Lage nebst einer Zunahme häuslicher Gewalterfahrungen gestiegen (24,71).

Im Zusammenhang mit Isolation und Einsamkeit, wie wir sie in Folge der aktuellen Maßnahmen erleben (33,51), sind Zunahmen psychischer Belastungen wie Ängstlichkeit, Verzweiflung, Schlaflosigkeit, Wut und ein erhöhter Stresspegel belegt (34). Das Erleben von Einsamkeit aktiviert dieselben Gehirnregionen wie Hunger (35) und zeigt damit ein menschliches Grundbedürfnis an, das von grundlegender Bedeutung für das Überleben unserer Spezies ist (52).

Soziale Nähe und Beziehungen zählen zu fundamentalen Grundbedürfnissen, deren Verletzung insbesondere in der Kindheit mit weitreichenden Schäden im Erwachsenenalter korrelieren (3,7,95). Die grausamen Auswirkungen eines Entzuges von menschlicher Nähe und Zuwendung sind in Kaspar-Hauser-Versuchen und Kenntnissen aus Deprivationsfolgen und Hospitalismus bekannt (94). Emotionale und körperliche Vernachlässigung entsprechen gängigen Traumatisierungskriterien und sind als emotionale Gewalt zu verstehen (95).

Die Auswirkung von Isolation zeigte sich in einer Studie zu Quarantäne-Maßnahmen (34): Nicht nur während der Quarantäne-Maßnahmen, sondern sogar noch drei Jahre danach ließ sich im Zusammenhang mit der Isolation eine Zunahme psychischer Belastungssymptome nachweisen.

Menschliche Beziehungen und soziale Kontakte sind aus dem Psychiatrie-Alltag als wirksame antisuizidale Therapie nicht wegzudenken. Genau dies wurde monatelang stark beschnitten. Eine Untersuchung auf die Suizidhäufigkeit ist aktuell noch offen.

Bei vulnerablen Gruppen können neue Belastungen wie Kontaktbeschränkungen und das Wegfallen zuvor stabilisierender Aktivitäten Abwärtsspiralen von Depressivität, Ängstlichkeit, Verzweiflung, Gefühlen von Sinnlosigkeit, Betäubung mit Suchtmitteln, Schamgefühlen, Schulderleben, Kontrollverlust und Ohnmacht auslösen. Belastete ziehen sich häufig zurück und schaffen es krankheitsbedingt nicht, aktiv Hilfe einzufordern.

Auf der anderen Seite wird gerade in Krisensituationen unser Bindungsbedürfnis aktiviert. Wir suchen instinktiv Schutz bei Bezugspersonen und der Herde, wenn dies möglich ist. So stellt unser Bindungshormon Oxytocin den besten körpereigenen Schutz gegen Stressfolgeerkrankungen dar (36). Es reduziert Angst und psychovegetative Anspannung, bewirkt ein Gefühl der Verbundenheit und des Wohlbefindens, stärkt damit das Immunsystem und vermindert Stressfolgesymptome. Leider wurde dieser Schutzmechanismus durch die Maßnahmen empfindlich unterbunden.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Dies gilt insbesondere für emotional hoch besetzte Themen. Dauerangst und Wut lassen uns den Blick vor rationalen Argumenten und differenzierten Lösungen verschließen. Dabei laufen wir Gefahr, im Zangengriff der Angst einseitig, unüberlegt und zu kurz gegriffen zu handeln und so mehr Schaden zu erzeugen, als durch die ursprüngliche Ursache der Angst. Den Preis bezahlen wie so oft die nachfolgenden – jetzt hilflos allem ausgelieferten – Generationen.

Es ist unsere Verantwortung und Pflicht, dafür zu sorgen, dass nach fast einem Jahr eine ganzheitliche Betrachtung, Vernunft, Klarblick und Ehrlichkeit das Steuer übernehmen. Wünschen wir uns, dass dies bald gelingt.

Das Vorstehende ist ein Auszug aus dem 13-seitigen Dokument „Folgen von Dauerstress im Zusammenhang mit den Corona-Eindämmungsmaßnahmen – Die Dosis macht das Gift“  von Dr. med. Emilie Frigowitsch, das hier in komplettem Wortlaut inklusive Quellenverzeichnis zum Download zur Verfügung steht. Es entspricht dem ausdrücklichen Wunsch, dass dieses Dokument verbreitet und zum Diskurs über die Corona-Politik aufgegriffen wird.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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