Die „Quad“-Länder schließen Pakte, um sich vor der KP Chinas zu schützen.Foto: Gettyimages / Epoch Times

Asia-Nato? Quad-Bündnis gegen Großmacht China

Von 9. Oktober 2020 Aktualisiert: 10. Oktober 2020 11:57
Der Widerstand gegen die aggressiven Gebärden der Kommunistischen Partei Chinas nimmt zu. Die „Quad“-Länder schließen Pakte, um sich vor der KP Chinas zu schützen.

Vor 10 Jahren war es Chinas Doktrin, sich zu ducken, um ungestört die wirtschaftliche, militärische sowie politische Macht aufzubauen. Konfrontationen mit anderen Ländern galten als kontraproduktiv. Vor einigen Jahren hat Peking seinen Kurs geändert. Die kommunistische Staatsführung Chinas verfolgt eine immer aggressivere „Wolfskrieger-Politik“.

Chinas Nachbarländer im indopazifischen Raum – vor allem Australien, Japan und auch Indien – fühlen sich von Chinas Machtanspruch zunehmend bedrängt. Und nicht zuletzt ist es die grobe Aggression Chinas, die diese Länder dazu treibt, sich zu einer Allianz mit den USA zusammenzuschließen. Anfang der Woche trafen sich die Außenminister von Japan, Australien, Indien und den USA in Tokio, um zu besprechen, wie man gemeinsam gegen das kommunistische China vorgehen soll.

Die Lage im indopazifischen Raum ist extrem angespannt. Aus diesem und weiteren Gründen, die im folgenden Text noch weiter erläutert werden, soll auch diesem Treffen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Der Austausch zwischen den vier Ländern nennt sich „Quadrilateraler Dialog“, kurz „Quad“. Das erste Quad-Treffen fand im September letzten Jahres statt. Allein die Tatsache, dass sich jetzt die vier Außenminister wieder physisch treffen wollen, ist in Zeiten der Corona-Pandemie schon ein Zeichen dafür, dass die Länder die Bedrohung durch China sehr ernst nehmen.

Pompeo betont Dringlichkeit der Zusammenarbeit

US-Außenminister Mike Pompeo hatte ursprünglich geplant, neben Japan auch Südkorea und die Mongolei zu besuchen. Doch da US-Präsident Donald Trump an COVID-19 erkrankt war, hat Pompeo die beiden Länder von seinem Reiseplan gestrichen. Dennoch war ihm das Quad-Gespräch so wichtig, dass er zumindest für einen Tag nach Tokio geflogen ist. Dort traf er sich mit Australiens Außenministerin Marise Payne, Japans Außenminister Toshimitsu Motegi und Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar.

In seiner Eröffnungsrede betonte Pompeo die Dringlichkeit der Zusammenarbeit. „Als Quad-Partner ist es heute wichtiger denn je, dass wir zusammenarbeiten, um unsere Bürger und Partner vor der Ausbeutung, Korruption und Nötigung durch die KPC zu schützen.“

Man würde vielleicht denken, dass es diesmal wieder die USA sind, die Japan, Indien und Australien an einem Tisch zusammentrommeln, um ein Gegengewicht zu China aufzubauen. Der Quadrilaterale Sicherheitsdialog wurde jedoch vom früheren japanischen Premierminister Shinzo Abe im Jahr 2007 initiiert. Die Bush-Regierung hatte diese Idee zwar unterstützt, aber nicht weiter verfolgt. Erst vor etwa drei Jahren ist diese Initiative wiederbelebt worden. Viele Beobachter sehen darin die Vorstufe zur Bildung einer Art indopazifischen NATO.

Was die vier Außenminister bei dem Quad-Treffen in Tokio im Detail besprochen haben, ist noch nicht bekannt, da es keine gemeinsame Pressemitteilung nach dem Treffen gab.
Was wir jedoch jetzt schon wissen, ist, dass die vier Länder allein durch ihre Zusammenkunft ein klares Signal an China geschickt haben. Und zwar, dass sie nun gemeinsam Chinas Machtanspruch in der Region entgegentreten.

Unterdessen haben die Beziehungen zwischen den USA und China einen historischen Tiefpunkt erreicht.

Enge Beziehungen und Streit mit China

Indien, Japan und Australien pflegen enge Wirtschaftsbeziehungen mit China. China und Australien haben einen Freihandelsvertrag. Mit Abstand ist das Reich der Mitte Australiens wichtigster Markt. Der Export betrug im vergangenen Fiskaljahr 153,2 Milliarden US-Dollar. Nachdem die australische Regierung im Frühsommer eine internationale Untersuchung über den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie gefordert hatte, drohte Peking mit Handelssanktionen gegen australische Waren wie Gerste, Rindfleisch und Kohle. Chinas Botschafter in Canberra, Cheng Jingye, drohte sogar, Chinas Konsumenten könnten australischen Wein, Rindfleisch oder den Besuch der Unis boykottieren, wenn Canberra nicht nach Pekings Pfeife tanze.

Die Spannungen zwischen Australien und China begannen aber schon im Jahr 2017. Der australische Fernsehsender „ABC“ hat die systematische Infiltration und Manipulation durch China öffentlich thematisiert. Seitdem hat die australische Regierung zwei Gesetze erlassen, um Chinas Infiltration zu bekämpfen. Australien gehört auch zu den ersten westlichen Ländern, die den chinesischen Technologiekonzern Huawei vom 5G-Ausbau ausgeschlossen haben. In den letzten Monaten ist sehr viel passiert. Zwei australische Journalisten mussten aus China fliehen. Und vor einem Monat hat die australische Regierung die Wohnung eines Mitarbeiters des chinesischen Konsulats in Sydney durchsucht.

Japan und China hatten schon immer ein kompliziertes Verhältnis. Seit mehreren Jahrzehnten streiten sich die beiden Länder um eine kleine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Die kleine Inselgruppe heißt auf Chinesisch Diaoyu und auf Japanisch Senkaku. Wegen Bodenschätzen und der Vormachtstellung in der Region möchte keiner der beiden Länder auf die Inselgruppe verzichten.

Trotzdem hat Japan eine enge Wirtschaftsbeziehung mit China. Laut einem „Reuters“-Bericht aus dem Jahr 2018 gibt es 7.400 japanische Fabriken in China. Seit dem Ausbruch des Coronavirus macht sich Japan zunehmend Sorgen um die Sicherheit der Lieferkette. Schon im März stellte der damalige Premierminister Abe japanischen Unternehmen fast zwei Milliarden US-Dollar an Subventionen in Aussicht, um japanische Firmen aus China zu locken. Im Juli gab es viele Berichte über erste Ergebnisse. 87 Unternehmen haben für ihren Rückzug aus China 653 Millionen US-Dollar Hilfen bekommen. 30 davon wollen ihre Fabriken nach Südostasien verlegen und 50 Unternehmen wollen sich nach Japan zurückziehen.

Pakte gegen die KP Chinas

Vor einem Monat schlossen Japan und Indien ein Militärabkommen, um China im Zaum zu halten. Nach diesem Abkommen werden beide Staaten Militäreinheiten des jeweils anderen Partners größtmögliche logistische Unterstützung zukommen lassen. Konkret heißt das, Schiffe, Flugzeuge und Einrichtungen des Vertragspartners können benutzt und im jeweiligen Land betankt und repariert werden. Mit den USA und Australien hat Indien ähnliche Abkommen geschlossen.

Zwischen China und Indien herrscht seit fünf Monaten ein Grenzkonflikt. Um zu verhindern, dass der Konflikt außer Kontrolle gerät, haben beide Seiten in der Vergangenheit nach unausgesprochenen oder ungeschriebenen Regeln gehandelt. Am 15. Juni lieferten sich jedoch Soldaten der beiden Atommächte im Galwan-Tal die schwerste Auseinandersetzung seit über 50 Jahren. Bei den Zusammenstößen wurden 20 indische Soldaten getötet.

China hat die Anzahl seiner Todesopfer nicht bekannt gegeben. Seitdem sind die Spannungen hoch. Es droht sogar ein Krieg zwischen China und Indien.

Laut einer Umfrage des US-Instituts Pew Research in den Industrieländern hat sich die generelle Einstellung gegenüber China stark verschlechtert. 86 Prozent der Japaner haben eine negative Einstellung gegenüber China. In Australien sind es 81 Prozent, in Amerika 73 Prozent, und in Deutschland sind es 71 Prozent.

Im Internet fragen sich viele Chinesen, wie es die chinesische Staatsführung geschafft hat, sich so unbeliebt zu machen. Chinas Staatschef Xi Jinping hat seit Anfang des Jahres einen neuen Spitznamen bekommen, und zwar: „Chefbeschleuniger“. Gemeint ist damit, dass er der Hauptverantwortliche dafür ist, die Kommunistische Partei Chinas mit einem nie zuvor gesehen Tempo in den Abgrund zu stürzen.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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Zu den Mitteln des Kampfes gehören das Hacken von IT-Systemen, Terrorismus, psychologische, biochemische, ökologische, atomare und elektronische Kriegsführung, die Verbreitung von Drogen, Schmuggel, Sanktionen und so weiter.

Der Schlüsselpunkt dazu sind nicht unbedingt die unter Waffen stehenden Streitkräfte, sondern die „Generalisierung von Krieg“ für jeden chinesischen Landesbürger. „Uneingeschränkte Kriegsführung“ meint, dass „alle Waffen und Technologien nach Belieben eingesetzt werden können; was bedeutet, dass alle Grenzen zwischen Krieg und Frieden, zwischen militärischer Welt und ziviler Welt aufgebrochen werden.“

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