Mitten durchs Herz: „Relaunch“ nennt die Firma Bahlsen die Umbenennung der Kekssorte "Afrika" zu „Perpetum“.Foto: iStock

Bei Bahlsen wird „Afrika“ zu „Perpetum“ – Mit 34 Prozent Preisaufschlag

Von 21. Juni 2021 Aktualisiert: 21. Juni 2021 14:29
Das Karussell der Wokeness dreht sich immer schneller. Eine Keks-Schachtel heißt nun nicht mehr "Afrika". Nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Moritze sich umbenennen müssen, der Name hat schließlich denselben Ursprung wie der "Mohr".

Der Kekseproduzent Bahlsen hat sich an die Spitze „woker“ Firmen gesetzt und ein politisch-korrektes Kabinettstückchen geliefert. Seit März 2020 hat das Familienunternehmen daran herumgetüftelt, wie es sich dem antirassistischen Gesinnungsdruck beugen könne. Hintergrund: Über sechs Jahrzehnte lang hatte sie den Schokoladenkeks „Afrika“ hergestellt. Nach erster Kritik im Jahr 2020 versuchte das Unternehmen dies noch zu verteidigen: „Der Name Afrika wurde gewählt, weil Afrika der größte Kakaobohnen-Hersteller der Welt ist.“ Da die Kritik aber nicht abebbte, verkündete Bahlsen jetzt nach 15 Monaten offenbar intensivst-kreativen Brainstormings soeben: Aus „Afrika“ wird „Perpetum“.

„Relaunch“ nennt die Firma diese Umbenennung und erklärt, „Perpetum“ komme vom lateinischen Wort „perpetuus“ (= beständig, dauerhaft). „Perpetum“ also ein Dauerknabber- und Plombenknackerkeks, so wie man ihn aus der Bundeswehr von den Einsatzpaketen als „Panzerplatte“ („Brot“ in Dosen) kannte? Aber wetten wir schon mal: Der Name wird keine weiteren sechs Jahrzehnte herhalten. Denn der Käufer-Normalo wird nicht so recht auseinanderhalten können, was ein Keks (übrigens abgeleitet vom englischen „cakes“) mit einem Perpetuum Mobile zu tun haben könnte.

Und der des Lateinischen Kundige wird nicht verstehen, wohin das zweite „u“ von „perpetuus“ verschwunden ist; in der Redewendung „in perpetuum“ mit zwei „u“ heißt es übrigens „für immer und ewig“. Oder man wird sich ganz pingelig daran erinnern, dass das lateinische Adjektiv „perpes“ nur in der deklinierten Form „perpetum“ als Genitiv Plural vorkommt. Aber wahrscheinlich ist das umsatzmäßig alles „durchgerechnet“, wie eine bekannte Kandidatin in anderen Zusammenhängen gerne zu betonen pflegt. Immerhin: Der Preis bleibt erhalten! Allerdings gibt es jetzt für 1,99 Euro pro Packung nur noch 97 statt zuvor 130 Gramm. Das ist ein Preisaufschlag von 34 Prozent. Ja, „woke“ muss man sich leisten können!

Ja, es grassiert ein „Wokeness“-Virus. Mit immer neuen Mutanten. Spätestens seit „Black Lives Matter“ (BLM) geht es der Farbe „schwarz“ und dem Namen „Afrika“ an den Kragen. Dem Erdteil „Afrika“ demnächst auch auf der Landkarte? Die Farbe „schwarz“ ist tabu. Bei „Schwarzfahrern“ hat die Umbenennung schon geklappt. Sie sollen jetzt mancherorts „Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein“ heißen. Die Verkleidung zum Karneval als Schwarze(r) ist ein absolutes NO GO! Sogar die Sternsinger sind unter die Räder des „Blackfacing“-Verbots geraten. Dabei geht es hier um die alte Tradition, nach der die Drei Könige die damals bekannten drei Erdteile Europa, Afrika und Asien darstellten. Der schwarze König steht für Afrika.

Der „Mohr“ wurde schon vor längerer Zeit für „out“ erklärt: Mohrenstraße, Mohrenplatz, Hotel zu den drei Mohren, Mohrenapotheke, Mohr im Wappen, Mohrenkopf … Aber was wissen die Säuberer schon, was es mit dem Namen „Mohr“ auf sich hat? Der „Mohr leitet sich vom griechischen mavros (μαύρος) ab, das so viel wie „schwarz“ oder „dunkel“ bedeutet. Im Althochdeutschen ist „Mohr“ belegt als Entlehnung aus dem Lateinischen maurus, womit ein Maure, ein Bewohner Nordwestafrikas, benannt wird. Das Wort findet sich auch in anderen Sprachen: moor im Niederländischen, mòro im Italienischen. Auf maurus beruhen die Ländernamen Mauretanien und Mauritius. Morisken waren getaufte Mauren im alten Spanien, Morellen sind dunkle Kirschen.

Dann erst St. Mauritius – Namenspatron von Moritz? Der um 250 bei Theben in Ägypten Geborene ist Patron von weltweit 850 Kirchen, Schutzheiliger der Soldaten und vieler Handwerker. Als Söldner weigerte er sich, wie von Kaiser Maximian befohlen, gegen Christen zu kämpfen. Mauritius wurde daraufhin hingerichtet. Im Wappen von mehreren Dutzend Städten findet sich St. Mauritius als Schutzheiliger. Sein schwarzer Kopf ziert etwa die Wappen Sardiniens, Korsikas sowie seit 1579 das Stadtwappen von Coburg. „Mohr im Coburger Stadtwappen sorgt für Ärger“, meldete denn auch der Bayerische Rundfunk.

Tatsächlich inszenierten zwei (!) Frauen – nicht aus Coburg – eine Petition zur Entfernung des Mauritius-Kopfs aus dem Stadtwappen. Dieser Kopf sei ein rassistisches Überbleibsel der Kolonialzeit. Die NSDAP hatte das Mauritiusbild 1934 übrigens durch ein Schwert mit Hakenkreuz ersetzt. 1945 führte der Nachkriegsbürgermeister in einer seiner ersten Amtshandlungen das Traditionswappen wieder ein.

Der Sarotti-Mohr wurde bereits gebleicht, er heißt seit 2004 Sarotti-Magier bzw. jetzt „Magier der Sinne“. Der Mohrenkopf wurde durch „Schokokuss“ oder „Schaumkuss“ ersetzt. Die Firma Knorr hat 2020 die Zigeunersoße umbenannt. „Der Begriff Zigeunersoße kann auch negativ interpretiert werden“, schrieb der Hersteller auf Instagram. Und dazu die Nachricht: „In ein paar Wochen findet ihr dieses als ›Knorr Paprikasoße ungarische Art‹ im Regal.“ Auch dem Zigeunerschnitzel wird der Garaus gemacht. Ob der frühere „ZDF“-Mann und „TE“-Autor Peter Hahne Erfolg haben wird mit seinem Buchtitel „Rettet das Zigeunerschnitzel!“?

Da tut sich ein riesiges Betätigungsfeld auf für „akademisch“ Höchstqualifizierte. Was ist mit Mozarts „Zauberflöte“ und dem kreideweiß geschminkten schwarzen Monostatos? Was ist mit Schillers „Die Verschwörung des Fiesco“, wo zu lesen steht: „Der Mohr hat seine Arbeit getan, er kann gehen.“ Was ist mit der „Entführung
aus dem Serail“? Was ist mit dem „Zigeunerbaron“?

Wir sehen schon kommen, dass sich neben die weit mehr als zweihundert Professuren deutscher Universitäten mit einer „Domination Gender“ bald ein paar Hundert Professuren mit der Domination „Wokeness“ gesellen werden. Da wird uns noch einiges auf den sprichwörtlichen Keks gehen!

Die Erstveröffentlichung erschien auf Tichys Einblick.

Gastautor Josef Kraus (*1949), Oberstudiendirektor a.D., Dipl.-Psychologe, 1987 bis 2017 ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, 1991 bis 2013 Mitglied im Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung; Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2009), Träger des Deutschen Sprachpreises 2018; Buchautor, Publizist.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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