Marc Friedrich: Deutschland muss mit einer Billion unterstützen – Das Euro-Fehlkonstrukt wird immer klarer

Von 8. Oktober 2020 Aktualisiert: 9. Oktober 2020 18:10
Die Corona-Krise treibt die Schulden der Staaten in nicht gekannte Höhen. Auch die Bilanzsummen der Notenbanken explodieren. Diese Geldflut kann kein gutes Ende nehmen. Aktualisiert um 12:50

Wir befinden uns in wahrlich historischen Zeiten – in allen Belangen! Während die Welt durch Corona still stand, haben die Staaten und Notenbanken nur mit Billionen so um sich geworfen, um die Rezession abzufedern. Überall wurden innerhalb kürzester Zeit Rettungspakete und Konjunkturpakete historischen Ausmaß aus dem Boden gestampft.

Ein Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde wäre allen Staaten und Notenbanken sicher!

Diese einmaligen, globalen Notfallprogramme gepaart mit den seit Jahren im Dauerkrisenmodus aktiven Staaten und Notenbanken haben zu neuen Rekordständen geführt. Nicht nur bei den Infektionen und Arbeitslosenzahlen, sondern vor allem auch bei den Schulden. Egal ob es die Staatsschulden der USA sind (27 Billionen Dollar),


die Bilanz der US-Amerikanischen Notenbank FED (7,05 Billionen Dollar) des Hauses

oder der EZB (6,5 Billionen Euro). Alleine durch das Corona-Aufkaufprogramm „PEPP“wurden 542 Milliarden neue Schulden gemacht.

Staatsverschuldung Deutschlands auf neues Allzeithoch gestiegen

Auch die Schulden Deutschlands sind nach einem kurzen Intermezzo nach unten, wieder auf dem Weg zu neuen Höhen. Seit Jahresbeginn stieg die Staatsverschuldung um 210 Milliarden Euro (+ 11%) nach oben auf ein neues Allzeithoch von 2,109 Billionen Euro.

Überall also neue Rekordstände und das in absoluter Rekordzeit. Innerhalb weniger Monate hat man mehr Geld gedruckt und Schulden gemacht wie in allen anderen Krisen zusammen. In der Zwischenzeit steht z.B. die EZB Bilanz für 64 Prozent des BIP der Eurozone!

Eine gefährliche und nicht nachhaltige Entwicklung. Zu beachten ist aber auch, dass die Notenbanken weltweit schon vor Corona wieder aufs Gaspedal gedrückt haben und die Druckerpresse angeschmissen hatten.

Denn schon 2019 war die Rezession sicht- und spürbar. Die Pandemie hat die Rezession lediglich beschleunigt und verschärft. Die Ungleichgewichte des gesamten Systems sind tief verankert und waren schon lange ins Wanken geraten. Corona war lediglich der Brandbeschleuniger.

1 Billion Euro Target2-Forderungen

Durch den Lockdown und die verzweifelten Maßnahmen der Staaten und Notenbanken hat auch das Fieberthermometer der Eurokrise einen neuen Höchststand erreicht.

Die Target2 Forderungen der Deutschen Bundesbank sind auf über 1 Billion Euro angeschwollen. Die historische Marke wurde im Juli überschritten, nachdem die Forderungen der Bundesbank gegenüber anderen Notenbanken (vor allem Italien und Spanien) um +24,13 Milliarden Euro zum Vormonat angestiegen sind, auf insgesamt 1056 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung zeigt wieder einmal die Dysfunktionalität der Eurozone.

Weiteres Ungemach droht, weil die Tourismusbranche in Italien und vor allem Spanien durch Corona massiv eingebrochen ist. So sank alleine im Reisemonat Juli die Anzahl der Touristen in Spanien um katastrophale 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pleiten und Arbeitslosigkeit sowie weitere Rettungspakete sind damit vorprogrammiert.

EU zur Transfer- und Schuldenunion geworden

Passend hierzu auch nochmals ein kleiner Einschub: Währungsunionen zwischen unterschiedlich starken Volkswirtschaften haben in der Vergangenheit noch nie funktioniert und sind immer gescheitert. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Euro scheitert, nachdem dieser schon seit Jahren auf der Intensivstation liegt und stetig wiederbelebt und beatmet werden muss.

Diese Ungleichgewichte zeigen sich auch darin, dass nun Grundsätze und Verträge gebrochen wurden: Die EU ist nun eine Transfer- und Schuldenunion geworden.

Die stigmatisierten Kritiker der ersten Stunden und auch ich haben genau vor dieser Entwicklung gewarnt. Leider ist meine Prognose eingetreten, dass die EU jetzt Schulden wie ein souveräner Staat machen kann. Doch kommen wir zurück zu den Target2 Salden.

In den ersten Jahren des Währungsexperiments Euro lagen die Forderungen Deutschlands im Schnitt lediglich bei 1,6 Milliarden Euro im Monat.

Dem deutschen Nettoexport von Waren, Gütern und Dienstleistungen in die Länder der Eurozone stand ein adäquater privater deutscher Nettokapitalexport gegenüber, der für ausgeglichene Salden sorgte.

Der folgende Chart zeigt, dass die Forderungen seit der Finanzkrise außer Rand und Band sind:

Wir haben schon ein bedingungsloses Grundeinkommen – für Reiche!

Wir haben schon ein bedingungsloses Grundeinkommen – für Reiche!

Die schier unerschöpfliche Liquidität treibt die Asset Inflation in immer neue Höhen. Egal ob Aktienmärkte, Immobilien, Oldtimer oder Uhren. Alles verteuert sich immens. Für Reiche ist das Notenbankprogramm eine Art bedingungsloses Grundeinkommen.

Die Notenbanken sind in der Zwickmühle und können von ihrem fatalen Kurs gar nicht abkommen. Ansonsten würden Zombiefirmen und Zombiestaaten kollabieren. Das bedeutet, auf der anderen Seite wird die Inflationierung weitergehen und damit auch die Übertreibung. Es gibt aber noch Werte, die unterbewertet sind und Aktien und Immobilien outperformen werden.

Alleine ein Blick auf die Preisentwicklungen in durch die Natur oder durch die Mathematik limitierte Wert wie Gold, Silber, Bitcoin und andere Sachwerte zeigen, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in das Geldsystem und die Institutionen verlieren. Leider zu Recht. Rette sich, wer kann. Noch ist Zeit, aber das Zeitfenster wird jeden Tag kleiner.

Fakt ist: Wir stehen vor dem größten Vermögenstransfer der Geschichte!

Wenn Sie sich jetzt richtig positionieren und die richtigen Investments tätigen, werden Sie Vermögen für Generationen schaffen, wenn nicht, Vermögen vernichten.

Hierzu wird Marc Friedrich am 8. Oktober 2020 um 19:30 Uhr einen Online-Vortrag für Finanzen 100 und FOCUS Online machen. Anmeldung hier

Gastautor Marc Friedrich ist Finanzexperte, fünffacher Bestsellerautor, Redner und Gründer der Honorarberatung für Privatpersonen und Unternehmen Friedrich Vermögenssicherung GmbH friedrich-partner.de . Sein aktuelles Buch ist der Bestseller: „Der größte Crash aller Zeiten“. Viele seiner Prognosen sind eingetreten. Auf Twitter

 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion