Die friedliche Monsterwelle – Plötzliche politische Umwälzungen entstehen durch die Überlagerung lange unterdrückter Wellen

Von 10. August 2020 Aktualisiert: 14. August 2020 7:39
Die Kraft einer Welle überlagert sich mit derjenigen von anderen, bis schließlich eine Monsterwelle entsteht. Die Wellen müssen dafür eine ähnliche Frequenz haben.

Wie entstehen eigentlich Monsterwellen? – Das Phänomen der Überlagerung von Wellen (Interferenzen) ist aus der Physik bekannt: Es kann sich um Schallwellen, elektromagnetische Wellen aber auch um Wellen auf dem Ozean handeln. Hier entstehen die sogenannten Monsterwellen, die auch die größten Schiffe in kurzer Zeit zerbrechen und sinken lassen können. Die Kraft einer Welle überlagert sich mit derjenigen von anderen, bis schließlich eine Monsterwelle entsteht. Die Wellen müssen dafür eine ähnliche Frequenz haben. Solche Überlagerungen entstehen nicht nur an einem Ort, sondern gleichzeitig an vielen. Monsterwellen haben zwei bemerkenswerte Eigenschaften: Sie treten plötzlich, wie aus dem Nichts auf und entwickeln eine ungeheure Kraft.

Genauso verhalten sich aber auch Wellen der Angst und/oder Wut in einer Gesellschaft. Jede einzelne von ihnen erscheint allein relativ harmlos oder ist leicht zu unterdrücken. Deshalb werden sie von den Regierenden nicht ernstgenommen. Durch die Überlagerung von Wellen ähnlicher Frequenz treten jedoch plötzlich Interferenzwellen und Resonanzwellen auf, in denen sich ihre Kraft vereint. Nur wenige sehen dies voraus. Solche Phänomene kann man auch in der Wirtschaft beobachten, wenn sich Krisen in einem scheinbar unaufhaltsamen Abwärtsstrudel aufschaukeln und schließlich in einem Crash enden.

Die (zunächst) kraftlosen Wellen unter der rigiden Oberfläche der DDR

In der DDR ging es 1989 fast allen Menschen gut. Sie hatten Arbeit und ein auskömmliches Leben. Warum also eine plötzliche Revolution? Zunächst, weil durch Peristroika und Glasnost ein wesentlicher Teil des Eispanzers der Angst zu schmelzen begann, der die Gedanken und Gefühle der Menschen eingefroren hatte. Die berechtigte Furcht, durch Proteste alles im gewohnten Leben zu verlieren, wurde noch geringer, als man sich plötzlich nicht mehr allein wusste. Die Gefahr als isoliertes „feindlich-negatives Element“ aus Beruf und Gesellschaft ausgestoßen zu werden, nahm ab. Es wurden einfach zu viele Menschen, die ihre Stimme erhoben. Die Montags-Demos in Leipzig verstärkten den Mut der Einzelnen in der Masse.

Aber wichtiger war noch das Phänomen der Interferenz von lange unterdrückten Wellen der Aversion gegen Partei und Staat. Hauptsächlich entstand dies natürlich durch die Mauer und das demütigende Gefühl, in einem großen Gefangenlager zu leben. Hinzu kam, dass man in ARD und ZDF täglich erlebte, dass die westlichen Gesellschaften offenbar einen viel höheren Wohlstand und mehr materielle und ideelle Möglichkeiten boten, als die DDR und die sozialistischen Bruderstaaten.

Ganz besondere Kraft hatte aber eine andere Welle: Das Hervorbrechen der Wut über die jahrzehntelange Demütigung durch die Lügen-Propaganda, welche die meisten Menschen im Interesse ihres beruflichen Fortkommens und der Familie nachbeten mussten. Sie trugen jeden Tag die Maske des zufriedenen sozialistischen Staatsbürgers mit dem festen Klassenstandpunkt und hassten heimlich diese Verkleidung. Ohne es sich wirklich einzugestehen, verachteten sie sich dafür, dass sie sich unter ihr verstecken mussten und es nicht schafften, sich davon zu befreien. Sprech- und Denkverbote wurden lange als notwendiges Übel akzeptiert. Hinter der Maske kochte aber die unterdrückte Wut und Scham.

Plötzlich überlagerten sich die unterschätzten Wellen zu einer Monsterwelle, welche die DDR zum Einsturz brachte

1989 hat gezeigt, wie schnell eine Monsterwelle entstehen kann und wie friedlich das möglich ist, obwohl eine Armee-Division bereit stand und rund 100.000 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter in Alarm versetzt wurden. Zudem standen riesige Einheiten der Kampfgruppen bereit zur Mobilisierung. Es erschien also allen Beobachtern in der BRD und im Ausland völlig ausgeschlossen, dass dieser eiserne Koloss schnell kollabieren könnte. Genauso wie es viele Fachleute für unmöglich hielten, dass riesige Frachtschiffe auf dem Kamm einer Monsterwelle zerbrechen oder unter ihr begraben werden könnten – bis es gelegentlich passierte.

Alle waren vom Zusammenbruch der DDR-Machtstrukturen völlig überrascht, sogar die Stasi-Oberen. Dennoch ist das Unmögliche – auch der friedliche Durchbruch durch die jahrzehntelang unüberwindliche Mauer – innerhalb von wenigen Tagen gelungen. Jetzt wurden in blitzartiger Geschwindigkeit Machtstrukturen überwunden, die als unüberwindlich galten. Sie waren tatsächlich viel fester, militanter und besser ausgerüstet, als dies in der BRD der Fall ist. Dennoch verloren Partei und Staatssicherheit innerhalb weniger Wochen ihre Macht. Neuwahlen brachten unbekannte Politamateure ans Steuer und die Siegermächte des zweiten Weltkrieges stimmten der Wiedervereinigung zu.

Eine einzige, von Künstlern organisierte Großdemonstration reichte, um aus der Überlagerung der Wellen des lange unterdrückten Unbehagens eine Monsterwelle zu erschaffen. Vorangegangen waren allerdings die Montags-Demos in Leipzig, die im Wesentlichen von den Kirchen unterstützt wurden. Im Gegensatz zur großen Demonstration vom 1.8. 2020 in Berlin waren es damals allerdings wichtige Persönlichkeiten, die sich an die Spitze der Bewegung stellten und ihr Gewicht und Schwung verliehen. Die Liste der etwa 20 Redner auf einem improvisierten Podest umfasste u.a. Christa Wolf, Stefan Heym, Christoph Hein, Marianne Birthler, Heiner Müller, Steffi Spira, Jan-Josef Liefers, Ulrich Mühe, Jens Reich und Friedrich Schorlemmer.

Der Vorbote einer Monsterwelle am 1.8.2020

Das war ein wesentlicher Unterschied zu 2020, wo sich die großen Persönlichkeiten aus der Kunst, Wissenschaft und Kirche bisher entweder still verhalten haben, oder sogar auf der offiziellen Linie des Staates gegen die Veranstalter Stellung bezogen. Auch jene Schwergewichte, die in kenntnisreichen Büchern, Artikeln und Interviews die Probleme der Gegenwart analysiert und Lösungswege aufgezeigt haben, waren nicht vertreten (z.B. Henkel, Sarrazin, Wendt, Buschkowsky, Sinn, Krall, Otte, Heinsohn, Tichy, Broder, Maaßen, Vosgerau u.a.). Es blieb bei einer unberechtigt abgebrochenen Abschlussveranstaltung, auf der relativ konfuse Reden vor einem freundlichen und heiteren Massenpublikum gehalten wurden.

Der Abbruch wegen fehlender Masken und Sicherheitsabstände war natürlich irrwitzig, weil sich das Virus durch die Ansammlung von Aerosolen in geschlossenen Räumen und bei nahem Kontakt verbreitet, ganz egal ob eine Maske getragen wird oder nicht. Unter freiem Himmel besteht jedoch keinerlei Gefahr. Da werden Virus-Aerosole sofort verdünnt weg geweht. Allerdings ersparte dieser Unfug den Teilnehmern die Enttäuschung über die Fortsetzung von inhaltleeren und zuweilen selbstherrlichen Reden. Stattdessen erzeugte der polizeiliche Abbruch einen Mobilisierungs- und Solidarisierungseffekt, der durch die Redner mit dem nebensächlichen Thema „Freiheit ohne Maske“ niemals erreicht worden wäre. Hier und am Folgetag sprachen Personen, die durch die sozialen Medien eine gewisse Bekanntheit erlangten, denen aber die Erfahrung und das persönliche Format fehlt, welches die Redner am 4.1. 1989 und deren Lebenswerk auszeichnete.

Hinzu kam, dass sich der hauptsächliche Protest nicht auf die vielen unterdrückten Wellen des Unbehagens und Protests konzentrierte, die unten kurz aufgeführt sind und deren Interferenz zu einer Monsterwelle der Umwälzung führen könnte. Stattdessen wurde ständig von der angeblich so schrecklichen Einschränkung durch das Tragen von Masken beim Einkaufen und im öffentlichen Verkehr gesprochen, ohne auch nur zu erwähnen, warum wissenschaftlich erwiesen ist, dass die normalen Masken bei SARS-CoV-2 Aerosolen (also dem Hauptinfektionsweg) wirkungslos sind. Auch wurden die wirklich schweren Gefahren des Virus für einen Teil der Infizierten einfach ignoriert. An der Maskenpflicht lautstark die Forderung nach Allgemeinplätzen wie Freiheit und Demokratie festzumachen, ist viel zu kurz gegriffen.

Die Reden der Demonstration vom 4. 11. 1989 wurden live im DDR-Fernsehen übertragen. Demgegenüber wurde die Demo vom 1.8.2020 in den Staats- und Konzernmedien in ähnlicher Weise kleingeredet und diffamiert, wie dies bei Demonstrationen vor dem 4.11. 1989 auch in der DDR geschah. Man schreckte nicht einmal vor absurden Lügen hinsichtlich der Teilnehmerzahl zurück, obwohl jeder auf den Bildern und Videos das wahre Ausmaß der Demonstration erkennen konnte. Zudem hat man die verschiedenen Tricks der Youtube-Zensur angewandt, um eine Live-Übertragung im Internet ständig zu unterbrechen. Nur eine Verbindung über die Schweiz funktionierte. Insofern waren die Medien-Macher der DDR zum damaligen Zeitpunkt schon wesentlich toleranter.

Die schiere Größe der Demonstration von Hunderttausenden am 1.8.2020 und die Tatsache, dass allein Aufrufe in den sozialen Medien ausreichten, so viele Menschen zu mobilisieren, zeigt allerdings: Hier entsteht möglicherweise ebenfalls eine Monsterwelle, so wie damals 1989. Allerdings gibt es eine Gemeinsamkeit mit den Demonstranten von damals: Man ist sich einig, wogegen man ist. Das wirkliche Problem besteht darin, zu definieren, was man konkret erreichen will und auf welchen Wegen dies angestrebt werden soll. Daran ist auch die Monsterwelle von 1989 gescheitert. Das Resultat war die faktische Annexion der DDR durch die BRD und der Billig-Ausverkauf der Industrie des Landes, die man vorher durch die schnelle Einführung der D-Mark in den Ruin getrieben hatte. Kein Betrieb der Welt kann überleben, wenn sich über Nacht die eigenen Waren um den Faktor 5-6 verteuern, wie dies als Konsequenz des Währungswechsels geschah.

Die heute bereits existierenden, noch weitgehend unterdrückten Wellen des latenten Protests und Unbehagens

1. Zunächst handelt es sich um die immer absurder werdenden Denk- und Sprechverbote im engen Kanal dessen, was als „politisch korrekt“ gilt. Damit geht oft der Zwang einher, in seinem beruflichen Umfeld und auch im Bekanntenkreis eine Maske zu tragen, genau wie dies in der DDR der Fall war. Die unterdrückte Scham und Wut über diesen Zwang zur Verstellung und die Unterdrückung des „Unsagbaren“ bei den Themen Migranten, Islamisierung, Klima, Genderismus u.v.a.m. bricht immer stärker hervor.

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2. Die Nutzung der Methoden der „passiven Lüge“ [ Marc DeSargeau, Müller Manual: Bewährte Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung, FAGULON-Verlag, 2019 ] in den Staatsmedien und großen Teilen der Konzern-Presse regen immer mehr Menschen auf. Man verwendet diese Methoden täglich zur Darstellung einer „Realität“, wie sie die links-grünen Redakteure gerne sehen würden. Auch hier sind die Analogien zu den DDR-Medien nicht zu übersehen. Hierzu gehört auch die Beschimpfung von Andersdenkenden mit üblen Begriffskeulen, wobei der Ausdruck „Neonazi“ schon fast inflationär gebraucht wird. Jeder, der nicht allen offiziellen Glaubenssätzen folgt und der Regierung gehorcht, wird automatisch als „rechtsextrem“ oder „Verschwörungstheoretiker/Aluhut“ diffamiert. In der DDR hießen solche Leute „feindlich-negative Elemente“ und ihre Demonstrationen waren „Zusammenrottungen“.

Besonders befremdlich ist für viele Menschen, dass jede Möglichkeit genutzt wird, (angeblich) rechtsextreme Gefahren zu verteufeln. Die Krawalle der Antifa und die Kriminalität von Migranten und arabischen Clans erhalten jedoch wesentlich weniger Aufmerksamkeit. Sogar die Erwähnung des Migrationshintergrundes der Täter wird in den Medien in der Regel verboten.

3. Die sich immer weiter verbreitenden Elemente der „Religion der Überkompensationen“ [Marc DeSargeau, Gesetze der Symbiose von Wunschdenken, Wahrnehmungsfilter und Selbstzensur, FAGULON-Verlag, 2019 ] haben schon weite Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfasst. Ein Beispiel hierfür ist die Klimahysterie. Durch Aktivismus wird ein autistisches Kind plötzlich berühmt und begehrt, wodurch es sich von seiner – vorher unheilbaren – Magersucht befreien kann. Das ist schön für sie. Allerdings wird sie nun von finanzstarken Organisationen ferngesteuert. Internationale Foren hochrangiger Politiker müssen sich deshalb ihre hasserfüllten Beschimpfungen brav und geduldig anhören.

Damit einher gehen die Überkompensationen bei der Energiepolitik, die internationale Experten als die absurdeste des Planeten charakterisieren. Wenn der erste Blackout deutsche Städte lahmlegt, weil man den Energiemangel nicht mehr durch Importstrom von Kohle- und Atomkraftwerken aus dem Ausland decken kann, dürfte die Geduld vieler Menschen am Ende sein. Schließlich kann man noch den Genderismus erwähnen, der mit religiöser Inbrunst die Idee propagiert, dass die Geschlechter nicht biologisch, sondern durch (u.a. eigene) Prägung definiert sind. Deshalb kann man keine Stellenausschreibung mehr verfassen, ohne pflichtschuldig die Bezeichnungen d (divers) oder k.A. (keine Angabe) hinzuzufügen. Dazu kommt die Mär vom angeblichen Rassismus, obwohl die Massen der illegalen Einwanderer in Deutschland so luxuriös alimentiert werden, wie in keinem anderen Land der Welt.

4. Die unkontrollierbaren Parallelgesellschaften von mehrheitlich fundamentalistisch-patriarchalisch lebenden Muslimen in Deutschland und ihre Ghettos sind oft zu sogenannten „no-go-Areas“ geworden, wie dies auch in anderen westeuropäischen Ländern der Fall ist. Polizei und Justiz ziehen sich hier resigniert zurück und die wenigen Lokalpolitiker, die auf die Problematik hinweisen, werden als Querulanten diffamiert. Wenn genaue statistische Analysen eines kenntnisreichen Fachmannes nachweisen, wie sich die Demografie in kurzer Zeit durch die illegale Masseneinwanderung und den Geburtenreichtum der islamischen Familien verändern wird (und sich bei der jüngeren Generation bereits verändert hat [Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, FinanzBuch Verlag, 2018 ]), werden seine Bücher totgeschwiegen. Er wird als Hetzer und Islam-Feind diffamiert und aus seiner Partei geworfen. Ähnliche Parallelgesellschaften haben sich auch bei osteuropäischen Einwanderern gebildet, was der schweigenden Mehrheit der Deutschen ebenfalls zunehmend Sorge bereitet.

5. Eine überforderte und von vielen als langsam und ungerecht empfundene Justiz ist nicht in der Lage, die (eigentlich unrechtmäßigen und durch den Staat finanzierten) Klagen abgelehnter Asylbewerber zurückzuweisen und ihre Abschiebung durchzusetzen. Hundertausende müssen also weiter vom Steuerzahler relativ luxuriös alimentiert werden. Viele der jugendlichen Straftäter mit Migrationshintergrund verlassen die Gerichte lachend mit Bewährungsstrafen oder erpressen das Schweigen ihrer Opfer, ohne dass die Justiz dagegen vorgehen kann. Die Bücher des Vorsitzenden des Richterbundes, des Chefs der Polizeigewerkschaft und des ehemaligen Bürgermeisters von Berlin-Neukölln sind Weckrufe [Jens Gnisa, Das Ende der Gerechtigkeit, Verlag Herder, 2017 / Rainer Wendt, Deutschland in Gefahr, riva Verlag, 2016 / Heinz Buschkowsky, Neukölln ist überall, Ullstein Buchverlage, 2012 ].  Sie bleiben jedoch von der Politik ungehört, werden aber von der Bevölkerung wahrgenommen und (oft heimlich) unterstützt. Stattdessen werden aber Parksünder, Fahrscheinbetrüger und kleine Steuersünder mit großer Härte und Ausdauer verfolgt.

6. Der ständige Bruch der Verfassung, der Gesetze des Landes und internationaler Verträge durch die Bundesregierung erfolgte z.T. sogar ohne parlamentarische Bestätigung [ Ulrich Vosgerau, Die Herrschaft des Unrechts, Kopp Verlag, 2018 ]. Dies ist im Zusammenhang mit der illegalen Masseneinwanderung ebenso erfolgt wie bei der „Rettung“ des Euro und setzt sich gegenwärtig fort durch die Einführung einer Schuldenunion innerhalb der EU durch die Hintertür eines Corona-Hilfsfonds. Dies leistet dem Zusammenbruch des Wirtschafts- und Finanzsystems Vorschub [Matthias Weik und Marc Friedrich, Kapitalfehler, Eichborn Verlag, 2016 ].

Viele Bürger fragen sich deshalb, wieso solche massiven Gesetzesbrüche folgenlos bleiben. Durch das Abnicken aller Forderungen der Regierung durch die Abgeordneten der großen Koalition entsteht in der Bevölkerung immer mehr der Eindruck, dass es sich in der Bundesrepublik um eine Fassadendemokratie handelt. Hier scheinen Marionetten vor Fassade der Demokratie zu tanzen, deren Strippen durch eine kleine Gruppe in Küchenkabinetten und den dahinter agierenden Lobbyisten gezogen werden [ Marc DeSargeau, Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie. FAGULON-Verlag, 2019 ].

Diese neuen Wellen des Protests könnten sich mit den oben genannten so überlagern, dass eine Monsterwelle entsteht, die zu plötzlichen und radikalen Umwälzungen führt.

1. Die Corona-Politik der Bundesregierung ist durch zwei Elemente charakterisiert. Erstens wurde zu spät und falsch reagiert, als es noch Zeit gewesen wäre, die Ausbreitung der Infektion einzudämmen. Die Pandemie-Pläne verschimmelten in den Schubladen. Als sie gebraucht wurden, fehlte es an allem. Andere Länder haben vorgemacht, wie es geht. Zweitens wurde mit dem Lockdowm eine objektiv falsche Überreaktion ausgelöst, die zu verheerenden Folgen in vielen Bereichen der Wirtschaft führen wird. Hinzu kommt die Einführung einer Maskenpflicht zu einem Zeitpunkt, an dem kaum noch Infektionen zu verzeichnen sind und obwohl die üblicherweise verwendeten Masken nachweislich wirkungslos sind. Zudem ist inzwischen bewiesen, dass die gegenwärtig großen Mengen von Tests automatisch tausende falsch positive Ergebnisse produzieren.

In vielen Studien wurde gezeigt, dass mit SARS-CoV2 infizierte Personen nur wenige Tage infektiös sind. Nach 7-10 Tagen lässt sich die Ausscheidung von intakten Viren nicht mehr nachweisen. Anders ist dies jedoch bei der RNA der toten Viren, die durch die PCR-Tests genauso angezeigt wird, wie diejenige der infektiösen Partikel. Man kann beides nicht unterscheiden! Die toten Viren können noch 60-80 Tage nach Beginn der Infektion gefunden werden. Mit anderen Worten: Die meisten Menschen mit einem positiven PCR-Test werden fälschlich als infektiös und neue „Corona-Fälle“ klassifiziert. Viele Bürger fühlen sich mit Recht an der Nase herumgeführt.

2. Im Herbst sind massenweise Pleiten von kleinen und mittleren Unternehmen unausweichlich. Sie sind noch nicht sichtbar, weil das Insolvenzrecht teilweise außer Kraft gesetzt wurde. Um diesen Prozess hinauszuzögern, soll jetzt sogar der Zeitpunkt der Meldepflicht weiter hinausgeschoben werden. Hinzu kommt sicherlich der Zusammenbruch vieler Unternehmen (sogenannte „Zombie-Unternehmen“), die bisher künstlich am Leben gehalten werden konnten, jedoch die kommenden Monate nicht überstehen dürften [Markus Krall, Die bürgerliche Revolution, LangenMüller Verlag, 2020 ].

3. Durch die massenweise Erschaffung von Geld aus dem Nichts (Chiralgeld) wird vermutlich eine ähnliche Situation eintreten, wie diejenige, die 1923 zur Inflation führte: Nach dem Deflationsschock kommt eine massive Inflation [Matthias Weik und Marc Friedrich, Kapitalfehler, Eichborn Verlag, 2016 / Markus Krall, Die bürgerliche Revolution, LangenMüller Verlag, 2020 ]. Wenn die Menschen merken, das ihr Erspartes noch weniger wert ist, als es durch die Negativzinsen ohnehin schon ist, dürfte es auch die bisher Gleichgültigen auf die Straße treiben.

4. Die internationale Schuldenblase und die ungedeckten Target-Salden des Handels innerhalb der EU sind nach Meinung der Fachleute nicht mehr zu beherrschen. Die einzige Lösung scheint im Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems und der Schaffung einer neuen Währung zu bestehen [Matthias Weik und Marc Friedrich, Kapitalfehler, Eichborn Verlag, 2016 / Markus Krall, Die bürgerliche Revolution, LangenMüller Verlag, 2020 ].

5. Als Folge der Insolvenzen und des Zusammenbruchs des Euro wird das einsetzen, was an den Börsen in einer solchen Situation immer passiert: Eine hysterische Verkaufswelle, die der Herdentrieb-Psychologie der Börsianer geschuldet ist. Damit brechen die Kurse ein und viele Vermögen dürften sich in Luft auflösen, besonders wenn die ersten Banken zusammenbrechen. Die Kunden von Lehman Brothers haben das noch in schlechter Erinnerung. Auch hier geht es den Menschen an den Geldbeutel, was allerdings auch das schnellste Mittel ist, ihren massiven Protest zu mobilisieren.

6. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass ein „Trigger-Ereignis“ wie der Tod von George Floyd auch in Deutschland massive Randale auslösen kann. Dies wäre z.B. der Fall, wenn islamische Männer durch Polizeigewalt zu Tode kommen und die kriminellen Clans sowie viele kampferprobte Migranten aus Syrien auf den Straßen Rache nehmen wollen. Brennende Innenstädte und hilflose Polizisten könnten dann auch hier zur Normalität werden.

Was könnte die Monsterwelle von Protesten auslösen?

Wenn also die alten (noch einigermaßen unterdrückten) Wellen des Unbehagens und Protests mit den neuen zusammenfallen, ist eine Monsterwelle des (hoffentlich) friedlichen Aufstands nicht mehr zu vermeiden. Ähnlich wie damals 1989 werden dann Hunderttausende vor dem Kanzleramt und dem Reichstag demonstrieren und den Rücktritt der Regierung erzwingen. Was aber kommt danach? Die neuen kleinen Parteien und Bewegungen, die sich jetzt formiert haben, sind Amateur-Gründungen. Viele sind bereits jetzt durch Streit und Überforderung zerrissen und haben bestenfalls diffuse Wohlfühl-Programme. Es wird lange dauern, bis sich daraus wirksame politische Kräfte mit wirklich kompetenten Protagonisten entwickeln. Die AfD befindet sich in einem Prozess erbitterter Machtkämpfe und persönlicher Animositäten, die zudem von grundlegenden politischen Differenzen überschattet werden. Eine solche Partei hat vermutlich keine Kraft zur Neugestaltung der politischen Landschaft.

Ein wahrscheinliches und sinnvolles Szenario könnte so aussehen:

1. Nach dem Rücktritt der Regierung und der Auflösung des Bundestages würde eine Übergangsregierung und ein Übergangsparlament eingesetzt werden. Diese sollten ausschließlich mit integren und auf ihrem Fachgebiet international anerkannten Persönlichkeiten besetzt werdem, die (in der Regel) keiner Partei angehören und reiche Lebenserfahrung besitzen. Genauso könnte ein Übergangsparlament von 200-300 Mitgliedern zusammengesetzt sein. Damit würden die Marionettentänze vor der Fassade der Demokratie beendet [Marc DeSargeau, Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie. FAGULON-Verlag, 2019 ].

2. Die Vorschläge für die Mitglieder der Übergangsregierung und des Übergangsparlamentes müssten aus allen Bereichen der Gesellschaft kommen und sich ausschließlich an der Fachkompetenz, der Erfahrung und menschlichen Integrität der Personen orientieren. Sie würden in den Medien und im Internet vorgestellt und schließlich einem Auswahlverfahren mit Hilfe einer provisorischen Wahl (ggf. über das Internet) unterzogen. Die Amtszeit dürfte zunächst nicht mehr als 1-2 Jahre betragen. In dieser Zeit sollten die Grundlagen für neue demokratische Strukturen geschaffen werden.

3. Die gegenwärtig herrschende, auf einer Gesinnungsethik basierende WUVU-Ideologie (WUVU steht für die Kombination Wunschdenken, Visionen und Utopien) muss durch eine Ethik der Verantwortung für Staat und Gesellschaft ersetzt werden. Hierfür wurde der neue Terminus REAP (REAP steht für realitätsnaher Pragmatismus) geprägt [Marc DeSargeau, Gesetze der Symbiose von Wunschdenken, Wahrnehmungsfilter und Selbstzensur, FAGULON-Verlag, 2019 ]. Beide Termini lösen die veralteten und sinnentleerten Begriffe links und rechts ab. Allgemeine Forderungen nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit sind hübsch, aber sie lösen keine konkreten Probleme.

4. Die Lösung der wichtigsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme wird durch ein scheinbar unentwirrbares Netz von nationalen, europäischen und internationalen Gesetzen und Verträgen nahezu unmöglich gemacht [Marc DeSargeau, Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie. FAGULON-Verlag, 2019 ]. Der vermutliche Zusammenbruch des Wirtschafts- und Finanzsystems schafft allerdings einzigartige Möglichkeiten, dieses Gestrüpp zu lichten und neue rechtliche Grundlagen zu schaffen.

5. Es müssen ganz neue und moderne Techniken zur Auswahl von praktikablen und optimalen Lösungen mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden angewandt werden [ Marc DeSargeau, Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie. FAGULON-Verlag, 2019 ]. Hierzu ist die Nutzung der in den Naturwissenschaften bewährten Verfahren des ergebnisoffenen Ideenwettstreits nötig. Wissenschaft ist keine Religion mit ewigen Wahrheiten. Es handelt sich meist um das Stochern im Nebel des Unbekannten, um schließlich Neues zu finden und zu nutzen. Die großen Persönlichkeiten auf den jeweiligen Fachgebieten müssen hierzu ihre Kenntnisse und Erfahrungen in die Regierung einbringen. Dies sollte jedoch nicht direkt geschehen: Professoren, Buchautoren, Wirtschaftsfachleute u.ä. sind erfahrungsgemäß leicht in ihrer Ehre zu kränken und verzetteln sich häufig in eitelkeitsgetriebenen Grabenkämpfen. Wenn diese dann öffentlich ausgetragen werden, ist sofort Sand im Getriebe einer neuen Regierung.

Stattdessen sollten alle wichtigen Ideengeber einen Stab von Mitarbeitern erhalten, die in jedem Ministerium und auch ressortübergreifend Foren offener und streitbarer Diskussionen etablieren. Hier können sie im Wettstreit mit anderen die Ideen ihrer hochkarätigen Mentoren verteidigen und mit Hilfe moderner Computersysteme Optimierungs- und Kompromisslösungen erarbeiten. Vieles von dem, was heute in der interministeriellen Abstimmung Monate dauert, kann über das Internet oder Videokonferenzen innerhalb von Stunden abgewickelt werden. Nur wenn eine solide Lösung für einen Problemkomplex gefunden ist, darf das verantwortliche Regierungsmitglied diese öffentlich zur Diskussion stellen.

6. Die Verlagerung politischer Diskussionen in Talkshows und Presseinterviews muss für Mitglieder der Regierung und des Übergangsparlaments verboten werden. Gleiches gilt für aufgeregte Schaufenster-Reden im Parlament. Hier hat die ideologische Trivialität und das Rollenspiel der gegenwärtigen Akteure schon genug Vertrauen verspielt. Alle Äußerungen von Politikern bedürfen einer Abstimmung mit den betroffenen Fachgebieten und sind in der Regel konkret, also mit umfangreichem Zahlenmaterial, Grafiken und Bildern zu illustrieren. Dies ist bei wissenschaftlichen Konferenzen der Standard. Nur so können sachdienliche Kritiken und alternative Ideen auf solider Grundlage eingebracht werden.

Dass dies nicht allgemeinverständlich möglich sein soll, ist ein Irrglaube, wie z.B. die Wissenschaftssendungen im Fernsehen und Internet beweisen. Die Daten, welche einer politische Rede zugrundliegen, müssen natürlich im Internet und in den Medien allen zugänglich gemacht wurden. Das allgemeine politische Gelabere mit Schlagworten, Unterstellungen, Anschuldigungen und der Herabsetzung von Andersdenkenden muss ein Ende haben.

7. Der Ersatz der scheinbaren Presse- und Meinungsfreiheit durch überprüfbare Pressewahrheit und Meinungsvielfalt ist eine vordringliche Aufgabe. Dazu ist nicht nur die Auflösung des gegenwärtigen Staatsfunks und seine völlige personelle und strukturelle Neuorganisation nötig. Es müssen auch Verfahren etabliert werden, mit denen die wirtschaftliche Stabilität einer Vielzahl von kleinen Zeitungen und Medien gesichert und so die Dominanz der Konzernmedien gebrochen werden kann. Wie dies praktisch möglich ist, wurde hier [Marc DeSargeau, Gesetze der Symbiose von Wunschdenken, Wahrnehmungsfilter und Selbstzensur, FAGULON-Verlag, 2019 ] beschrieben.

8. Schließlich müssen ganz neue Formen direkter Demokratie eingeführt werden, wie dies hier [Marc DeSargeau, Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie. FAGULON-Verlag, 2019 ] vorgeschlagen wurde. Was wir gegenwärtig haben, ist ein Demokratie-Theater. Der Grund für die Einführung eines „Wählerführerscheins“ für die Teilnahme an Wahlen und Volksabstimmungen ist einfach: Ein großer Teil der Wähler ist weder in der Lage noch willig, sich mit den komplizierten Zusammenhängen von Wirtschaft und Politik auseinanderzusetzen. Also wählt man meistens die Politiker und Parteien, die einem am wenigsten unsymphatisch sind. Gleiches gilt für die Wahlentscheidung aufgrund von politischen Slogans. Parteiprogramme werden kaum gelesen und sind auch überflüssig. Sie verflüchtigen sich schnell: Regierungsalltag, wirkliche und behauptete Sachzwänge und Koalitionskompromisse lassen sie verdunsten. Die tanzenden Marionetten vor der Fassade der Demokratie haben dann ihre Überzeugungen von gestern schnell vergessen. Diejenigen Menschen, die den Wählerführerschein erworben haben, sind demgegenüber in der Lage, aufgrund ausreichender Kenntnisse sowohl bei Wahlen als auch bei Volksentscheiden wirklich demokratische, weil gut informierte Entscheidungen im Interesse ihrer Mitbürger zu treffen.

Zuerst erschienen bei www.fagulon.de

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.