Die „Multi-Stakeholder Weltgesellschaft“: Was ist der Great Reset?

Von 12. Juni 2021 Aktualisiert: 12. Juni 2021 14:59

Noch nie wurde über ein Projekt, das man gern als globales Eliten-Projekt bezeichnen darf, so viel gesprochen, von dessen Inhalten so wenig bekannt war. Verschwörungstheorien von der Ergreifung der Weltherrschaft unter dem Vorwand einer neuen „Post-Covid-Weltordnung“ kursieren überall in unterschiedlichen Varianten. Genaues weiß keiner nicht.

Wer aber jetzt neugierig geworden ist, was mit dem „Great Reset“, der großen Transformation, die Klaus Schwab in Davos vorgestellt hat und die jetzt als Projekt anlaufen soll, gemeint ist, stößt leider nur auf Schlagworte.

Viele dieser Schlagworte kennen wir schon. Da ist die ökologische Nachhaltigkeit, die faire Weltwirtschaft, die Unterordnung des Profites unter den sozialen Nutzen und die Gemeinsamkeit aller Länder, die sich, laut Schwab, an dem Neuaufbau der Weltwirtschaft beteiligen „müssen“.

Petition mit 80 000 Unterschriften gegen das Projekt

Natürlich fragt man sich, warum eine kanadische Petition gegen diese Initiative in kurzer Zeit achtzigtausend Unterschriften sammeln konnte, wenn die eigentlich kritische Autorität des Katastrophen-Kapitalismus, Naomi Klein, das Projekt für ein unbedeutendes Rebranding des Corona-Themas mit alt bekannten Ideen hält, die in Davos schon seit Jahrzehnten rauf und runtergebetet, aber nicht umgesetzt, werden. Sie spricht von einem „Great-Reset-Smoothie“, einem Modegetränk also, das junge Leute ködern soll.

Was ist dran, an den Befürchtungen, dass hier eine sozialistische Weltgesellschaft, zumindest aber eine grün-nachhaltige Weltgesellschaft aus der Wiege gehoben werden soll, ohne die Bürger zu fragen?

Zunächst einmal. Prinz Charles, der diese Initiative in Davos protegiert hat, betonte sehr deutlich, dass man die Bürger fragen müsse. Bei Klaus Schwab, dem Autor des Buches „The Great Reset“ und Gründer des World Economic Forums in Davos, klingt das nicht mehr so deutlich durch.

Er will eine „Multi-Stakeholder-Initiative“ und das ist definitiv etwas anderes, als die Bürger zu fragen.

Genau diese Multi-Stakeholder-Initiative soll jetzt ins Rollen kommen und zwar unter Beteiligung folgender Personen, die exemplarisch aufgezählt werden.

Victoria Alonsoperez, Gründerin und Geschäftsführerin von Chipsafer, Uruguay, und ein Young Global Leader; Caroline Anstey, Präsidentin und Geschäftsführerin von Pact, USA; Ajay S. Banga, Geschäftsführer, Mastercard, USA; Sharan Burrow, Generalsekretärin, Internationaler Gewerkschaftsbund (IGB), Brüssel; Ma Jun, Vorsitzender, Green Finance Committee, China Society for Finance and Banking, und Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses der People’s Bank of China; Bernard Looney, Geschäftsführer, bp, Vereinigtes Königreich; Juliana Rotich, Venture Partner, Atlantica Ventures, Kenia; Bradford L. Smith, Präsident, Microsoft, USA; und Nick Stern, Vorsitzender, Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment, Vereinigtes Königreich.

In einem Papier des WEF wird bei den vorgenannten Personen beispielsweise von „Stakeholdergruppen der Weltgesellschaft“ gesprochen und in einer Weltkarte werden sie als „Global Shapers Community“ bezeichnet. Über 420 Organisationen und über 11000 „global Shapers“ seien dort eingezeichnet.

Die Begriffe befremden!

Unter einer Weltgesellschaft stellt man sich zunächst mal die Menschen vor, die auf der Erde leben und nicht ein Auswahl von Stakeholdern, die dann auch noch als „global Shapers“, also als globale „Treiber“ einer Entwicklung bezeichnet werden.

Es handelt sich hauptsächlich um CEOs von Unternehmen, einer Generalsekretärin des IGB, ein englisches Forschungsinstitut mit dem Thema Klimawandel und eine amerikanische NGO namens Pact, von der man nichts Genaues weiß, außer, dass sie alles Gute auf ihrer rosa Website verzeichnet hat. Daneben Microsoft, Mastercard und die Bank von China!

Das ist also die Stakeholder-Weltgesellschaft, das sind die globalen Treiber?

Noch irritierender als der Begriff der Weltgesellschaft und ihre Teilnehmer laut WEF, sind die Analysen der großen globalen Gerechtigkeitsprobleme, welche die Pandemie offenbart habe. In kleinen Videos wird auf der Seite des WEF darstellt, dass die größten Gerechtigkeitsprobleme folgende seien.

Kein gerechter Zugang zu medizinischer Versorgung, zu grünen Räumen, die der Erholung dienen, zum Internet, zu digitaler Arbeit und Homeoffice und zu barrierefreien Möglichkeiten sich an der digitalen Welt zu beteiligen.

Das sind also die großen Ungerechtigkeiten der Menschheit?

Man fühlt sich an einen Staubsauger-Vertreter erinnert, der morgens an der Tür klingelt und wenn man nicht öffnet, laut ruft: „Wissen Sie, was die größte Ungerechtigkeit ist? Ihr Nachbar hat einen Hoover und Sie nicht!“

Halten wir also fest.

Der WEF (Abteilung Great Reset) will die globale Gesundheitsversorgung verbessern, mehr Zugang zu Grünflächen für arme Bevölkerungsschichten und vor allem Internet für alle!

Man möchte an dieser Stelle gar nicht mehr anfangen, wie es mit dem Kampf um Ressourcen, sauberes Wasser, gesunder Nahrung, Zugang zur Bildung, faire Handelsverträge für schwache Länder und fairen Finanzmärkten aussieht? Vielleicht kann ja die Bank von China (die am Projekt beteiligt ist) etwas dazu sagen? Die Bank, die ihre Kredite für ärmere Länder regelmäßig an politisches Wohlverhalten gegenüber China koppelt und diesen Tenor auch in Handelsverträgen pflegt, die minderwertige, chinesische Impfstoffe, welche nirgendwo anders gekauft werden, an Entwicklungsländer abgibt und die Knebelkredite dafür gleich mitliefert?

Wenn das die globalen Shaper sind, die Stakeholder-Weltgesellschaft ist, dann kann man nur noch eine gute Nacht wünschen!

Aber es ist ja nicht so. Viel eher hat man den Eindruck, dass die Initiative die drei wirtschaftlichen Megatrends, Gesundheit, Umweltschutz und Digitalisierung nach vorn bringen möchte und sie deshalb als Lösung für die Gerechtigkeitsprobleme auf unserem Erdball verkauft. Ein Griff also in die Trickkiste, den auch unsere „Klima-Politiker“ regelmäßig tun. „Wenn der Klimawandel gestoppt ist, sei die Welt gerechter.“

Das Gegenteil ist der Fall!

Umweltfreundliche Technologie gibt es nicht zum Nulltarif. Arme Länder werden dann endgültig zur Müllkippe der Industrienationen. Dort landet all das, was nicht in die schöne, neue, grüne Welt passt. In Afrika wird unser Computerschrott verbrannt (auch in Kinderarbeit) und unsere billigen Schlachtabfälle werden gegessen (machen dort die kleinen Viehhalter kaputt), unser Plastikmüll landet im Pazifik. Ein Megatrend der schon voll im Gange ist und nur noch nicht so bezeichnet wurde!

Wie will man das euphemistisch bezeichnen? Vielleicht als Megatrend des „grünen Outsourcings“?

„Multi-Stakeholder“ bedeutet nicht „partizipative Demokratie“

Abschließend noch eines zum Multi-Stakeholder-Ansatz von Klaus Schwab. Das klingt irgendwie gut und demokratisch, ist es aber nicht.

Tatsächlich haben wir noch in den achtziger und neunziger Jahren gedacht, dass man die „partizipative Demokratie“ über die „Zivilgesellschaft“, also über die Vielzahl von NGOs organisieren kann.

Das hat sich inzwischen als schwerer Irrtum erwiesen. Einfluss in der Zivilgesellschaft bekommen die Organisationen, die entweder große Spender im Rücken haben, von Regierungen und supranationalen Institutionen finanziert werden (je nach Couleur) oder besonders einflussreiche (meist wohlhabende) gesellschaftliche Gruppen vertreten, außerdem Gewerkschaften und Kirchen. Analysen, von NGOs in Deutschland zeigen aber auch, dass besonderer Fanatismus zu gesellschaftlichem Einfluss führen kann, die Aggressivität des Auftretens in der Öffentlichkeit und die eigenen Marketing-Strategien, vor allem in den sozialen Netzwerken, eine große Rolle spielen.

In Deutschland haben wir es mit einer Zivilgesellschaft zu tun, die über eine relativ hohe Akzeptanz und Abdeckung in der Bevölkerung verfügt, obwohl kaum eine NGO demokratisch aufgebaut und legitimiert ist, wie etwa politische Parteien. Dennoch verfügen sie über ein hohes Ansehen durch ihre Medienpräsenz und ihr Marketing.

Nicht vergessen werden sollte, dass das Co-Marketing von NGOs und Wirtschaftskonzernen inzwischen üblich ist. Umwelt NGOs unterstützen bestimmte Unternehmen, die sie für nachhaltig halten und die Unternehmen unterstützen diese NGOs. Mit anderen Unternehmen, die noch nicht in der Spur laufen, werden Stillhalteabkommen unter bestimmten Bedingungen geschlossen (Beispiele gibt es hier für Nestlé und Foodwatch sowie Shell und Greenpeace und eine ganze Reihe anderer Konzerne).

Diese Positionierung von NGOs gibt es in der gesamten westlichen Welt und hat eher etwas mit Kungelei, als mit demokratischer Willensbildung zu tun.

Aber man kann auch einmal die westliche Situation beiseitelassen und schauen, wie die Positionierung von NGOs in Schwellen- und Entwicklungsländern aussieht?

Hier werden Hilfsorganisationen, Umweltorganisationen wie der WWF (World Wildlife Fund) in Afrika oder Gesundheitsorganisationen, Kirchen und politische NGOs plötzlich mit westlichem Geld zu einflussreichen Playern, die sogar Regierungen gefährlich werden können.

All diesen NGOs, die man wohl zur „Stakeholder-Weltgesellschaft“, laut Schwab, zählen müsste, ist eines gemeinsam. Sie sind in den betreffenden Ländern nicht nur demokratisch nicht legitimiert, sondern auch fremd. Sie vertreten westliche Positionen in Afrika und Asien, in Lateinamerika und Mittelamerika auch gegen die Interessen der Bevölkerung der betroffenen Länder. Die Beispiele dafür sind vielfältig und reichen von verfehlten Impfkampagnen bis zu einer Bekämpfung von einheimischen Wilderern in Afrika mit regelrechten Todesschwadronen (Vorwürfe gegen den WWF).

Das alles hat mit Demokratie und einer echten Weltgesellschaft nicht das Geringste zu tun und soll es wohl auch nicht.

Der Great Reset von Schwab und Co ist nichts anderes, als eine weitere Kampagne mit der den Menschen in den westlichen Ländern Sand in die Augen gestreut werden soll, dass der Kapitalismus und seine Stakeholder nun höchstpersönlich eine gerechte Welt schaffen wollen.

Das Gegenteil ist der Fall.

Vorangetrieben werden sollen, teure Umwelttechnologien, die arme Länder überfordern, eine westliche Dominanz im globalen Gesundheitsmarkt, (bestenfalls teilt man hier noch mit China und Indien), aber vor allem die globale Digitalisierung, auch der Währungen und Finanztransaktionen, die die Finanzmärkte zu den alleinigen Besitzern des Welt-Geldvermögens und vor allem der globalen Sachwerte und Ressourcen, einschließlich der Landwirtschaftsflächen, machen soll.

Der „Great Reset“ ist:

Eine gut getarnte und urkapitalistische Initiative, nicht im Geringsten demokratisch, aber auch nicht sozialistisch, wie manche Leute glauben wollen. Er ist abzulehnen, weil er die Welt nicht gerechter, sondern ungerechter macht!

Gastautor Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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