Die tragische Wahrheit: Staatlich sanktionierter Organraub in China

Von und 30. Juni 2021 Aktualisiert: 2. Juli 2021 19:34
Seit fast zwei Jahrzehnten werden dem kommunistischen Regime in China erzwungene Organentnahmen vorgeworfen. Der Markt für Organtransplantationen wird heute in China auf 1 Milliarde US-Dollar geschätzt. Berichten zufolge wird er durch die Ausbeutung von „Gewissensgefangenen“ am Laufen gehalten.

Nach eingehenden Untersuchungen fällte im Dezember 2018 das internationale unabhängige „China-Tribunal“ sein Urteil bezüglich der erzwungenen Organentnahme in China. In der Abschlusserklärung heißt es: „Die Mitglieder des Tribunals sind sich sicher – einstimmig und über jeden vernünftigen Zweifel erhaben -, dass in China die erzwungene Organentnahme von Gewissensgefangenen über einen beträchtlichen Zeitraum mit einer sehr großen Anzahl von Opfern praktiziert wurde.“

Chinas Organtransplantationsindustrie begann im Jahr 2000 dramatisch zu wachsen. Hunderte Krankenhäuser boten Transplantationen an, Tausende Transplantationschirurgen wurden ausgebildet. Die benötigte Forschung wurde vom Militär durchgeführt und die Immunsuppressiva-Industrie wurde vom Staat subventioniert.

In den meisten westlichen Ländern warten Patienten Monate oder sogar Jahre auf eine Organtransplantation. Die Wartezeit für einen Eingriff in China dagegen beträgt lediglich Wochen, Tage oder gar nur Stunden.

Systematische Manipulation offizieller Daten

Anfangs behaupteten chinesische Offizielle, dass der Anstieg auf Zehntausende Eingriffe pro Jahr durch freiwillige Spender erzielt würde. Die internationale Gesellschaft war mit dieser Erklärung aber nicht zufrieden, da es in China unter anderem wegen kultureller Aspekten nur wenige Spender gibt, erklärten die Beamten, dass zum Tode verurteilte Strafgefangene die Quellen der Organe seien. Nach zunehmender Kritik an Chinas wachsenden Organangebot, änderte das Regime 2015 seinen Kurs und gab an, die Verwendung von Gefangenen für die Organbeschaffung einzustellen. Danach warb China mit dem „größten freiwilligen Organspendesystem in Asien“.

Unabhängig von den verschiedenen offiziellen Erklärungen des kommunistischen Regimes zeigen Berichte, dass die Zahlen nicht stimmten und es keine große Anzahl von freiwilligen Spendern gab. Eine in der Fachzeitschrift „BMC Medical Ethics“ veröffentlichte Untersuchung deckte die „systematische Fälschung und Manipulation offizieller Daten zur Organtransplantation“ auf. Offiziell gab es in China im Jahr 2018 nur 6.000 offizielle Organspender, von denen mehr als 18.000 Organe stammen sollen.

Die Forscher fanden heraus, dass diese Zahlen schon von einer geringen Anzahl von Krankenhäusern „leicht übertroffen“ werden konnte. Die Autoren der Studie „Bloody Harvest/the Slaughter: An Update“ bestätigten, dass mehr als 700 Krankenhäuser in China Leber- und Nierentransplantationen durchführen. Allein das Tianjin First Center führt mehr als 6.000 Transplantationen pro Jahr durch. Die Experten schätzten, dass jährlich 60.000 bis 100.000 Organtransplantationen in chinesischen Krankenhäusern durchgeführt werden.

Gewissensgefangene sind Hauptquelle für Organe

Laut einem Bericht der „Victims of Communism Memorial Foundation“ von Matthew Robertson aus dem Jahr 2020 sind die Hinrichtungen in den Todestrakten in China seit dem Jahr 2000 zurückgegangen. Demgegenüber haben die Transplantationen „auf Nachfrage“ zugenommen.

Robertson schreibt: „Die einzige verbleibende plausible Erklärung für einen wesentlichen Teil der Organbeschaffung seit 2000 sind Gefangene aus Gewissensgründen.“

Sowohl Robertson als auch das China-Tribunal kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen bezüglich der gezielten Beschaffung von Organen von Gewissensgefangenen. Das Urteil des Tribunals bestätigte, dass Falun-Gong-Praktizierende eine der Hauptquellen der Organe sind. Zusätzlich gibt es aufgrund des Ausmaßes der jüngsten Verfolgung von Uiguren und der medizinischen Untersuchungen in Xinjiang Hinweise darauf, dass auch die muslimische Minderheit von erzwungenen Organentnahmen betroffen ist.

In Xinjiang wurden schätzungsweise 1,8 bis 3 Millionen Uiguren und andere überwiegend muslimische ethnische Minderheiten in sogenannten Umerziehungslagern zwangsinhaftiert. Zahlreiche Überlebende der Lager haben durch Zeugenaussagen und Beweise die Schrecken der Lager dokumentiert. Diese Berichte waren Grundlage dafür, dass die Vereinigten Staaten im Januar 2021 ihre Völkermord-Erklärung veröffentlichten.

Unfreiwillige medizinische Untersuchungen

Überlebende der Lager berichteten, dass sie unfreiwilligen körperlichen Untersuchungen wie Bluttests, Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen und DNA-Tests unterzogen wurden. In einer Erklärung des Tribunals heißt es, dass Experten es als „einzige vernünftige Erklärung für diese Untersuchungen“ betrachten, dass dadurch „sichergestellt wurde, dass die Organe der Opfer gesund und für eine Transplantation geeignet waren.“

In weiteren Berichten wird beschrieben, dass Körper Verstorbener, die aus den Lagern an die Familien zurückgegeben wurden, sichtbare Nähte in Bereichen von Organen hatten – beispielsweise bei den Nieren.

Die Lehrerin Sayragul Sauytbay hat über die Situation in den Lagern geschrieben. Sie wurde inhaftiert, floh aus Xinjiang und wurde vom ehemaligen US-Außenminister Mike Pompeo als „International Woman of Courage“ geehrt. In ihrem Buch „The Chief Witness: Escape from China’s Modern-Day Concentration Camps“ (Deutsche Ausgabe: „Die Kronzeugin„) beschriebt sie, dass junge, gesunde Häftlinge, deren Krankenakten mit einem roten X markiert waren, aus unerklärlichen Gründen von Wächtern weggebracht wurden. Sie schreibt: „Es war einfach eine Tatsache, dass die Partei den Gefangenen Organe entnahm.“

Es muss gehandelt werden

Die zahlreichen Berichte und Zeugenaussagen von Forschern, Überlebenden und Aktivisten sind äußerst beunruhigend. Es muss gehandelt werden. Im März hat der Kongress der Vereinigten Staaten in beiden Kammern erneut eine überparteiliche Gesetzesinitiative zur Bekämpfung dieses schrecklichen Übels eingebracht.

Das Gesetz „Stop Forced Organ Harvesting Act“ schreibt fest, dass jedes Jahr ein Bericht über erzwungene Organentnahmen erstellt werden muss. Darüber hinaus kann denjenigen, die illegal Organe kaufen, der Pass verweigert oder entzogen werden. Bestraft werden auch diejenigen, die sich an erzwungenen Organentnahmen beteiligen.

Der Stop Forced Organ Harvesting Act wird die Grausamkeit der erzwungenen Organentnahme aufdecken und die Täter zur Verantwortung ziehen. Unschuldige Leben können gerettet werden.

Über den Autor: Newt Gingrich, ein Republikaner, diente von 1995 bis 1999 als Sprecher des Repräsentantenhauses und kandidierte 2012 als Präsidentschaftskandidat. Callista Louise Gingrich ist Geschäftsfrau, Autorin, Dokumentarfilmproduzentin und Diplomatin. Von 2017 bis 2021 war sie als US-Botschafterin am Heiligen Stuhl tätig.

Das Original erschien in The Epoch Times USA mit dem Titel: The Tragic Truth: Organ Harvesting in China (deutsche Bearbeitung von mk)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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