„Black Lives Matter“-Anhänger. Symbolbild.Foto: Maja Hitij/Getty Images

Die wunderliche Gleichheit der modernen Radikalen

Von 7. Juni 2021 Aktualisiert: 7. Juni 2021 16:08
Die Woke-Ideologie liegt im Trend. Die modernen „Radikalen“ bewegen sich in einem merkwürdigen Mikrokosmos. Ideologische Blasen des „Wokeism“ gibt es überall in der Nation, auf dem College-Campus, in Unternehmen bis hin zum Silicon Valley und sogar in einigen Großstädten. In ihnen steckt ein einheitlich ausgeprägter Sinn für Radikalität, Eigenart und Nonkonformität.

Für die radikale Linke ist die sie umgebende Welt eine Bastion der politischen Gewissheit. Universitätsprofessoren und Lehrpläne missionieren ihre gleichen Überzeugungen. Unternehmen geben verpflichtende Schulungen, um sicherzustellen, dass die kollektiven Werte aufrechterhalten werden. Unternehmensaktivismus in Form von Plakaten, Werbespots und öffentlichen Erklärungen folgen der gleichen ideologischen Linie. Selbst Ben and Jerry’s Speiseeis vertritt vehement diese politische Ideologie.

Personen des öffentlichen Lebens, von Sportlern bis hin zu Filmstars, machen mit. Late-Night-Fernsehen, Preisverleihungen, Sportveranstaltungen und die Hollywood-Maschinerie stimmen alle ideologisch überein. Diese Ideologien dominieren den Dialog auf Social-Media-Plattformen wie Twitter und Instagram, während die Algorithmen und Oligarchen von Big Tech sich darum bemühen, „Fakten“ zu überprüfen, zu zensieren und abweichende Meinungen zu unterdrücken.

Soziale Bestätigung gibt es in diesen ideologischen Echokammern zuhauf. Freunde und Bekannte posten die gleichen aktivistischen Instagram-Stories und besuchen die gleichen Proteste und Demonstrationen. Oft haben sie sogar das gleiche skurrile Tattoo. Im Bereich der kollektiven Werte ist ein merkwürdiges Phänomen aufgetreten: Die radikalen Nonkonformisten sind zu den größten Konformisten geworden.

Genau das hat eine Studie von Jonathan Touboul von der Cornell Universität dargelegt. Bei der Untersuchung, warum sich die „Rebellen“ unserer Gesellschaft am Ende alle gleich kleiden, gleich reden und gleich denken, entdeckte und beschrieb er den „Hipster-Effekt.“

Eine Reportage des Massachusetts Institutes of Technology (MIT) über diese Studie beschrieb dieses kontraintuitive Phänomen weiter: Sich der Mainstream-Kultur widersetzende Menschen sehen am Ende alle gleich aus.

Ironischerweise bestätigte sich die Studie bei ihrer Veröffentlichung 2019 selbst. Ein wütender Mann schickte der MIT eine E-Mail und drohte mit rechtlichen Schritten, weil sie sein Foto ohne seine Zustimmung zur Illustration des generischen „Hipsters“ verwendet hatte, nur um letztendlich herauszufinden, dass er es nicht auf dem Foto war. Er hatte sich mit einem anderen Hipster verwechselt und war gezwungen, sich mit eingezogenem Schwanz zurückzuziehen.

Diese kleinen Welten, in denen es Konformität in Nonkonformität und Differenzierung in Gleichheit gibt, offenbaren einen eklatanten Mangel an Selbsterkenntnis.

Obwohl das vorherrschende progressive Dogma radikalen Wandel fördert, ist es ironischerweise konformistisch. Wenn die Förderung des Wandels die Norm ist, wird der Wandel selbst schließlich zum Status quo.

In diesen radikalen Enklaven, in denen sich die Mitbewohner in ihren fanatischen Schlachtrufen einig sind, hat sich eine eigentümliche und paradoxe Konformität eingestellt. Der Einzelne mag sich wie ein schwarzes Schaf fühlen. Wenn das aber der Fall ist, ist er nur eines in einer Herde von anderen schwarzen Schafen.

Gefesselt von ihrem selbst bestätigenden Wahn und mitgerissen vom Wahnsinn der Massen, verlieren die Menschen in der Echokammer oft den Kontakt zur Außenwelt. Genau so hat die Wahl 2016 die Welt erschüttert.

Während die vermeintlichen Radikalen der Gesellschaft eine Reihe von kollektiven Werten annehmen und die kulturellen Gezeiten rapide nach links verschieben, haben sie eine neue Sorte echter Nonkonformisten enthüllt: diejenigen, die wie ein Fels in der Brandung zu ihren eigenen Überzeugungen stehen.

Diese echten Radikalen gibt es in vielen Formen, von Republikanern und Konservativen bis hin zu Libertären und sogar klassischen Liberalen, die alle in ihrem Widerstand gegen den Aufstieg des puritanischen Linkssinns vereint sind. Wahrer Radikalismus im modernen Zeitalter – in diesem Moment des ideologischen Bombardements aus allen Ecken – ist echtes freies Denken.

Bleiben Sie also standhaft, auch wenn Sie sich dadurch eher wie ein Gedankenverbrecher als ein Radikaler fühlen, denn die intellektuelle Autonomie ist wahrlich erhaben.

Rikki Schlott ist Schriftstellerin und Studentin und lebt in New York City. Als junge Aktivistin für freie Meinungsäußerung berichtet sie über den Aufstieg des Illiberalismus aus der Perspektive der Generation Z. Schlott arbeitet auch für die Megyn Kelly Show. Ihre Beiträge wurden unter anderem in „The Daily Wire“ und „The Conservative Review“ veröffentlicht.

Das englische Original erschien zuerst in der englischen Ausgabe der The Epoch Times unter dem Titel: The Peculiar Conformity of Modern Radicals. (Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch: ha)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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