Habermann: „Kühnerts Unfähigkeit aus der Verelendung im Sozialismus zu lernen“

Von 3. Mai 2019 Aktualisiert: 3. Mai 2019 15:28
Man könnte sagen, Kühnert ignoriert die Erfahrung eines ganzen Jahrhunderts: die Misswirtschaft, die Verelendung, den Mangel, die Entbehrungen, die staatswirtschaftliche Experimente in allen Ländern, in denen der Sozialismus an die Macht kam.

Man sollte es nicht glauben: auch außerhalb der Partei der „Linken“ gibt es Leute wie Kevin Kühnert, Repräsentant der Sozialdemokratie, die allen Ernstes für Verstaatlichung oder man nennt es nun Demokratisierung von Großunternehmen eintreten. Beginnend mit BMW, der Enteignung von Immobiliengesellschaften und sogar der Überwindung des Kapitalismus.

Kühnert ignoriert die Erfahrung eines ganzen Jahrhunderts: die Misswirtschaft, die Verelendung, den Mangel, die Entbehrungen, die staatswirtschaftliche Experimente in allen Ländern, in denen der Sozialismus an die Macht kam – meist mit Gewalt – über die unglücklichen Völker gebracht haben, von der Demoralisierung der Bevölkerung bzw. der Ermordung ganzer Schichten abgesehen.

Wieviele Experimente braucht es  noch, um die Depravierung durch Sozialismus zu zeigen? Aktuell ist es Venezuela und die Reste sozialistischen Altbestandes: Kuba, Nord-Korea.

Aus drei Gründen kann Sozialismus prinzipiell nicht funktionieren, ist alle Planwirtschaft eine Illusion: die Unfähigkeit zur Kostenrechnung, zur Kalkulation mangels Knappheitspreisen in einer Wirtschaft ohne Markt und freie Unternehmer (Ludwig Mises), die Unmöglichkeit der Zentralisierung des individuell verstreuten Wissens (Friedrich August von Hayek), die Unmöglichkeit die Kleingruppenethik der Solidarität und des Teilens auf eine komplexe Großgesellschaft zu übertragen (Hayek/Popper).

Wer dies alles ignoriert, wer nicht sieht, daß der Staat kein guter Unternehmer ist und doppelt gefährlich, weil er schon das politische Zwangsmonopol innehat, der ist intellektuell ein Ignorant und moralisch – ja was?

Wie soll man jemanden bezeichnen, der nicht auf intellektuelle Rechtschaffenheit aus ist, sondern aus kurzfristigem Machtkalkül, die pragmatische SPD auf Abwege führen will?

Wir haben doch schon die Nachfolgeorganisation der SED, die „Linke“ – hier besteht programmatisch keine Lücke, also auch unter dem Gesichtspunkt des Machtgewinnes für die SPD keine Alternative.

Der Kapitalismus hat überall, wo er dominiert, die Armut als Massenerscheinung überwunden, der Sozialismus führt sie wieder herauf. Der Kapitalismus ist die Lösung, nicht das Problem. Und: die Streichung von Artikel 15 des Grundgesetzes ist bei der Verfassungsrevision 1990 vergessen worden: nun können sich Narren wie Kühnert darauf berufen.

„Die Geschichte ist die beste Lehrmeisterin mit den schlechtesten Schülern“, sagte einmal der Schweizer Liberale Robert Nef. Aber für Politiker sollte es einen minimalen Befähigungsnachweis hinsichtlich Kenntnissen über die  Erfahrungen der Geschichte geben.

Prof. Gerd Habermann ist Mitbegründer der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Wirtschaftsphilosoph und freier Publizist.

 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
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